Dem Namen "Kastenwagen" alle Ehre macht der Nissan Primastar. Denn durch seine besonders kantige Form fasst der von außen eher klein wirkende Transporter stapelweise Kisten. Hinzu kommt eine beinahe Pkw-artige Wendigkeit des Japaners, die selbst in engen Straßen ein gutes Durchkommen erlaubt. Auch die Übersicht ist für Transporter-Verhältnisse hervorragend. Der Transporter kostet in Kombination mit dem 84 kW/114 PS starken 2,0-Liter-Turbodiesel 21 070 Euro ohne Mehrwertsteuer.
Der Selbstzünder ist für das mindestens 1,75 Tonnen schwere Fahrzeug ausreichend stark. Für einen Nutzfahrzeug-Diesel erfreut das Triebwerk zudem durch ein zurückhaltendes Geräuschniveau, so dass man während der Fahrt schnell den Nutzfahrzeugcharakter des Primastar vergisst. Fährt man dann in eine langgezogene Kurve, erinnert die starke Neigung des Kastenwagens jedoch schnell wieder an dessen Größe. Auch die Windanfälligkeit ist naturgemäß nicht zu verachten. Die Federung ist ausgewogen. Störend ist nur die etwas unpräzise Lenkung. Der Diesel ist an ein manuelles Sechsganggetriebe gekoppelt, das laut Hersteller 8,2 Liter verbrauchen soll. Im Testbetrieb lag das Mittel bei neun Liter Diesel je 100 Kilometer. Bei der Steuer müssen Halter des Primastar im Jahr 162 Euro bezahlen, bei der Versicherung werden beispielsweise bei der AXA jährlich 1 117 Euro für die Haftpflichtversicherung fällig.
Optisch ist der Primastar kaum von seinen beiden fast baugleichen Drillingsbrüdern Opel Vivaro und Renault Trafic zu unterscheiden. Die Scheinwerfer sind wie auf dem Kopf stehende Tropfen geformt und rahmen einen schmalen Kühlergrill ein. Die Front verlängert in ihrer Form die Windschutzscheibe und fällt steil nach unten ab, so dass eine kurze Schnauze entsteht. Hinter der Fahrerkabine folgt ein langer Kasten mit kurzem Überhang und senkrecht stehendem Heck. Dort schwingen zwei gleich große Schmetterlingstüren zu beiden Seiten bis zu 180 Grad auf. Auch eine seitliche Schiebetür auf der Beifahrerseite steht bereit, so dass der Primastar in engen Parklücken auch seitlich beladen werden kann.
In den hoch gelegenen Fahrgastraum gelangt man mittels Stufen und etwas Kraft in den Armen. Erst einmal dort angekommen, stehen drei Sitzplätze zur Verfügung. Der mittlere ist zwar sehr schmal geraten, doch verfügt er über einen vollwertigen Sicherheitsgurt. An Ablagen für Straßenkarten, Kleingeld und Unterlagen mangelt es im Primastar nicht. Auch Getränkehalter für Fahrer und Beifahrer sind in das Armaturenbrett integriert. Die Handbremse ist jedoch weit unten am Fahrzeugboden montiert und um sie zu lösen, muss sich der Fahrer erst einmal bücken. Ob mit der Ladung alles in Ordnung ist, erfahren die Insassen mittels Kontrollblick durch die serienmäßige Scheibe zwischen Kabine und Laderaum. Wer bis ganz nach hinten durchschauen möchte, um leichter ausparken zu können, kann optional Fenster in die Hecktüren ordern.
Die Serienausstattung des Primastar umfasst unter anderem Servolenkung, elektronische Wegfahrsperre, Zentralverriegelung mit Fernbedienung und Fahrerairbag. Der Schleuderschutz ESP ist für alle Varianten optional erhältlich.
Mit seiner Länge von 4,78 Metern und einem Radstand von 3,10 Metern ist der Primastar ein vergleichsweise kompakter Transporter. Sein fünf Kubikmeter großer Laderaum fasst mühelos zwei Europaletten. Entscheidet sich der Kunde für die Version mit langem Radstand, können sogar drei Europaletten im Primastar untergebracht werden. Außerdem bietet Nissan in Zusammenarbeit mit diversen Aufbautenherstellern für zahlreiche Berufszweige die passende Lösung an, wodurch aus dem kantigen Lieferwagen auch schnell ein Werkstattauto oder Kühltransporter werden kann. Sabine Stahl/mid
Bewertung:
Plus: gute Wendigkeit, übersichtlich
Minus: Lenkung, magere Ausstattung
Teststeno Nissan Primastar
Kastenwagen mit drei Sitzen, Länge/Breite/Höhe/Radstand: 4,78 Meter/2,23 Meter/1,96 Meter/3,10 Meter, zulässiges Gesamtgewicht: 2,77 Tonnen, Leergewicht: 1 753 Kilogramm, Ladevolumen: 5 Kubikmeter, Nutzlast: 1,02 Tonnen, Anhängelast ungebremst: 750 Kilogramm, Wendekreis: 13,7 Meter;
Motor: 2,0-Liter-Dieselmotor mit manuellem Sechsganggetriebe, Leistung: 84 kW/114 PS, max. Drehmoment: 290 Nm bei 1 600 U/min, Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h, Testverbrauch: 9,0 l/100 km, Versicherungsbeiträge bei der AXA: KH: 1 117,21 Euro (Typklasse 21, SF 1, Zulassung Düsseldorf, 100 Mio. Euro pauschal mit Schutzbrief), TK: 135,14 Euro (Typklasse 20 mit 150 Euro Selbstbeteiligung), VK: 755,78 Euro (Typklasse 21 mit 300 Euro Selbstbeteiligung), Preis ab 21 070 Euro.
Freitag März 20
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