Kofferraum fasst 460 bis 1.385 Liter
Auch beim Probesitzen im Fond fühlen wir uns nicht beengt und haben ausreichenden Platz für Knie und Kopf. Allerdings lässt die Schulterfreiheit zu den Seiten hin etwas zu wünschen übrig. Aber ein Raumwunder war ein Dreier-Kombi noch nie. Das macht sich auch beim Kofferraum bemerkbar: 460 Liter passen ins Stauabteil. Durch das geteilte Umlegen der Rücklehne, wofür wir nur wenige Handgriffe benötigen, können wir das Volumen auf 1.385 Liter vergrößern. Das Ladeabteil selbst hat zwei Besonderheiten: Zum einen lässt sich die Heckscheibe separat öffnen, zum anderen schwenkt die Gepäckabdeckung beim Öffnen der großen Klappe automatisch nach oben.
Motor im Leerlauf rau
Der Motor, ein Zweiliter-Vierzylinder-Aggregat, erwacht mit einem dieseltypischen Geräusch zum Leben. Der Sound wird zwar naturgemäß leiser, je wärmer der Motor wird, jedoch ist die Maschine im Leerlauf generell etwas rau. Druckvoll setzt der 177-PS-Antrieb den 320d xDrive in Bewegung. Im mittleren Drehzahlbereich ist die Maschine dieseltypisch voll in ihrem Element. Kraftvolle Zwischenspurts sind ebenso drin wie hohes Autobahntempo - immerhin ist die Spitze mit 222 km/h angegeben.
Knackige Schaltung
Gewöhnungsbedürftig ist die Servotronic-Lenkung, die bei langsamer Fahrt etwas schwergängig ist und in Mittellage zu indirekt reagiert. Überhaupt nichts zu meckern gibt es an der Sechsgangschaltung: Sie ist BMW-typisch knackig und lässt die Gänge auf kurzen Wegen sortieren.
Allradsystem arbeitet intelligent
Die Besonderheit dieses Bayern-Kombis liegt in seinem Allradsystem. Betrachten wir kurz die Technik: Wenn die Straße trocken ist, verteilt das System automatisch 40 Prozent der Kraft auf die Vorderräder, 60 Prozent liegen hinten an. Erkennen die Sensoren, dass der Wagen beispielsweise auf Schnee oder Schlamm auszubrechen droht, wird die Kraft innerhalb von Millisekunden so verteilt, dass Über- oder Untersteuern so gut es geht verhindert wird.
Spurtreu und handlich
Was sich in der Theorie spannend liest, ist in der Praxis noch besser. Im Arctic Driving Center im finnischen Rovaniemi testeten wir den Allradantrieb auf der abgesperrten Schneepiste. Wir können richtig schnell unterwegs sein und sowohl Spurtreue als auch Handling des BMW genießen. Mit leichter Hand zirkeln wir den Dreier um die Ecken. Mit ausgeschaltetem ESP lässt sich der Wagen auf der geschlossenen Schneedecke sogar gut beherrschbar zum kontrollierten Drift bringen. Die sehr gute Traktion und das fast neutrale Kurvenverhalten kommen aber vor allem im Alltag zum Tragen, wo die allermeisten der Vierrad-Dreier im normalen Familienbetrieb eingesetzt werden. Die Federung passt übrigens zu den dynamischen Qualitäten des Unterbaus: Auf der Autobahn empfinden wir die Dämpfung als straff und perfekt, bei langsamer Fahrt auf Landstraßen und in der Stadt würden wir uns etwas mehr Komfort wünschen.
8,1 Liter Testverbrauch
Wir haben bei unserem straffen Test auch festgestellt, dass wir die Werksangabe beim Verbrauch nicht annähernd erreicht haben. Trotz EfficientDynamics-Maßnahmen wie einem Start-Stopp-System und einer Ganganzeige haben wir einen Schnitt von 8,1 Liter Diesel eingefahren. Das ist zu viel, denn BMW nennt 5,6 Liter. Kommen wir nun noch zum Preis: Der 320d xDrive ist ab 38.050 Euro zu haben.
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