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Audi A6 allroad quattro: Kombi mit einer Prise Abenteuer

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Audi A6 allroad quattro: Kombi mit einer Prise Abenteuer
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Audi A6 allroad quattro 3.0 TDI
Mai 2006
48.600 Euro
Antrieb 95%
Fahrwerk 95%
Karosserie 80%
Kosten 80%
Meran (Italien), 30. Mai 2006 – Es gibt Allrad-Kombis und es gibt SUVs. Dazwischen liegen Kombis mit etwas SUV-Optik, wie etwa der neue Audi A6 allroad quattro. Wem der normale A6 Avant zu bürgerlich ist, der kann sich mit der Offroad-Variante abgrenzen. Aber der neue Audi tut nicht nur so als ob. Er kann sich wirklich ins leichte Gelände wagen. Nicht nur der Allradantrieb qualifiziert ihn dafür – den kann man schließlich auch beim A6 Avant ordern. Der allroad quattro besitzt darüber hinaus eine serienmäßige Luftfederung, die es erlaubt, die Bodenfreiheit zu erhöhen. „Offroad light“ heißt also das Stichwort. Wir haben die neue A6-Version für Sie getestet.

Zünftige Offroadelemente
Das wichtigste äußere Unterscheidungsmerkmal gegenüber dem A6 Avant ist der von auffälligen Chromstreben durchzogene Grill. Außerdem gibt es einen Unterfahrschutz aus Edelstahl, hervorgehobene Schweller und einen Plastikschutz für die untere Partie des Fahrzeugs. All das gibt dem sonst recht braven A6 Avant einen tüchtigen Schuss Offroad-Emotion. Außerdem macht es den Audi robuster gegen Steinschlag und Kratzer.

Straffes Fahrwerk
Die Geländeeigenschaften des Fahrzeugs stehen jedoch – wie beim anderen Audi-Softroader Q7 – nicht im Vordergrund. Denn meistens wird der allroad quattro wohl auf der Straße bleiben oder auf Feld- und Waldwegen eingesetzt. Auf Asphalt fährt sich der neue Ingolstädter völlig zivil. Durch die serienmäßige Luftfederung lässt sich die Straffheit des Autos einstellen. Allerdings fühlt sich das Fahrzeug auch im komfortabelsten der fünf Fahrmodi noch nicht weich an.

Wankstabiler als der Q7
Anders als etwa beim Q7 schaukelt man in Kurven nicht allzu sehr nach außen. Serpentinen kann man deshalb etwa ebenso schnell nehmen wie mit einer Limousine. So angenehm der Überblick auch ist, den man etwa beim Q7 durch die hohe Sitzposition hat: Kurvenliebhaber entscheiden sich besser für einen allroad quattro.

Luftfederung und Allradantrieb
Im leichten Gelände stellt man bei der serienmäßigen Luftfederung am besten den Lift-Modus ein. Dann beträgt die Bodenfreiheit 18,5 Zentimeter – das sind sechs Zentimeter mehr als in der niedrigsten Einstellung und 6,7 Zentimeter mehr als beim normalen A6 Avant. Den Unterschied zur Normaleinstellung kann man als Insasse deutlich spüren. Zum Hardcore-Offroader wird der allroad quattro dadurch jedoch nicht: Echte Geländegänger wie die Mercedes G-Klasse bieten 20 Zentimeter und mehr. Auch der permanente Allradantrieb quattro ist weniger variabel als bei reinen Offroadern. Er verteilt das Drehmoment normalerweise im Verhältnis 50 zu 50 auf Vorder- und Hinterräder. Bei Bedarf gehen nur maximal 75 Prozent an eine Achse.

Zwei Benziner und zwei Diesel
Für den allroad quattro werden zwei Benziner und zwei Diesel angeboten. Es handelt sich dabei ausschließlich um Sechs- und Achtzylinder; Vierzylindermodelle sind nicht geplant. Die Einstiegsvariante ist der 2.7 TDI mit 180 PS.

Drehmomentstarker Dreiliter-TDI
Wir haben uns für den stärkeren Diesel namens 3.0 TDI entschieden. Dank Piezoeinspritzdüsen bleibt der Motor erfreulich leise. Er holt 233 PS aus sechs Zylindern und besitzt serienmäßig einen Partikelfilter. Das Drehmoment erreicht üppige 450 Newtonmeter und steht zwischen 1.400 und 3.250 U/min zur Verfügung. Für den Fahrer macht sich das durch enormen Schwung bemerkbar, der schon im untersten Drehzahlbereich einsetzt. Die Kraft des Motors lässt sich vor allem beim Handschalter spüren. Die serienmäßige Sechsgang-Schaltung würden wir deshalb der optionalen Tiptronic vorziehen. Zumindest für den sportlichen Fahrer ist die Automatik die schlechtere Wahl.

3.0 TDI: Dem gleich teuren 3.2 FSI überlegen
Den Spurt auf Tempo 100 erledigt der allroad quattro in flotten 7,5 Sekunden. Als Spritverbrauch gibt Audi 8,4 Liter auf 100 Kilometer an. Mehr Sprit als bei einem Vierzylinder fließt hier also schon. Doch im Vergleich zu dem gleich teuren 3.2 FSI sieht der Diesel blendend aus: Der Ottomotor braucht 11,0 Liter. Auch sonst wundert uns, dass der Diesel nicht teurer als der Benziner ist. Beim Sprint ist die 22 PS stärkere FSI-Version nur Sekundenbruchteile schneller, und auch das Drehmoment ist beim Diesel deutlich höher. Da der Benziner und der Selbstzünder gleich viel kosten, sind die Gesamtkosten des Selbstzünders niedriger. Eine jährliche Laufleistung von 15.000 Kilometer und eine vierjährige Haltedauer vorausgesetzt, kostet der 3.2 FSI nach der ADAC-Autokostenberechnung (www.adac-autokosten.de) rund 11.300 Euro pro Jahr, beim 3.0 TDI aber einen guten Tausender weniger. Dabei werden die höheren Versicherungskosten des TDI durch geringere Spritkosten und einen geringeren Wertverlust überkompensiert.

Ladevolumen: Nicht berauschend
Zu den Vorzügen eines Kombis wie dem allroad quattro zählt die Transportkapazität. Im Normalzustand passen 565 Liter Gepäck in das Auto. Legt man die Rücksitzlehnen um, ergeben sich bis zu 1.660 Liter. Für die obere Mittelklasse sind das keine überragenden Werte. Denn zwei Klassen tiefer schafft zum Beispiel der Skoda Octavia Combi mit 520 bis 1.620 Litern kaum weniger. Wer ein gleichklassiges Fahrzeug mit höherem Kofferraumvolumen sucht, wird etwa beim Mercedes E-Klasse T-Modell fündig. Hier passen 690 bis 1.950 Liter hinein. Ebenfalls wenig schmeichelhaft für den Kombi: Die Ladefläche wird nach dem Umlegen der Fondlehnen nicht ganz eben. Positiv ist jedoch das patente Laderaumsystem zu werten: Mit Schienen, Stangen und Gurten verhindert es das Verrutschen von Gepäck.

Elektronik im Cockpit
Der Innenraum des allroad quattro unterscheidet sich – abgesehen von Details wie Türeinstiegsleisten mit allroad-quattro-Schriftzug – kaum von dem eines A6 Avant. Die installierten Sportsitze für 590 Euro Aufpreis bieten guten Seitenhalt. Der Motor wird über einen unscheinbaren Knopf in der Mittelkonsole gestartet. Darunter findet sich ein Schalter für die elektromechanische Handbremse.

Zweizonen-Klimaautomatik und CD-Radio
Zur Serienausstattung gehören Scheinwerfer- und Scheibenwischerautomatik, elektrisch einstellbare und beheizbare Außenspiegel, elektrische Fensterheber rundum und eine Zweizonen-Klimaautomatik. Das MMI-Bediensystem mit 6,5-Zoll-Monitor steuert unter anderem die Luftfederung und das serienmäßige CD-Radio.

Ab 47.600 Euro
Für Sicherheit sorgen die üblichen sechs Airbags und ESP. Außerdem besitzt jeder allroad quattro 17-Zoll-Aluräder und Nebelscheinwerfer. Die Preise für den allroad quattro beginnen bei 47.600 Euro. Dafür bekommt man den 2.7 TDI. Für 1.000 Euro mehr, also 48.600 Euro, erhält man den getesteten 3.0 TDI. Zum Vergleich: Der A6 Avant 3.0 TDI quattro kostet 45.290 Euro. Berücksichtigt man die 1.900 Euro teure Luftfederung und die 17-Zoll-Alufelgen (statt der 16-Zoll-Felgen beim Avant) sowie einige andere Details, so erscheint der Aufpreis des allroad quattro gerechtfertigt.

Q7 in preislicher Nachbarschaft
Verblüffend fanden wir auf den ersten Blick, dass der riesige Q7 mit dem gleichen Motor nur 300 Euro mehr als der allroad quattro kostet. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass beim Q7 die teure Luftfederung nicht Serie ist. Zur Konkurrenz des allroad quattro gehören außerdem der Alfa 156 Crosswagon, der Subaru Outback sowie der Volvo XC90. Mit dem 3.0 TDI vergleichbare Motorisierungen gibt es für diese Modelle allerdings nicht.
(sl)

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