Schon gefahren: Mit dem Kia Soul unterwegs in Seoul

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Schon gefahren: Mit dem Kia Soul unterwegs in Seoul
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Kia Soul 1.6 CRDi
Okober 2008
ca. 15.000 Euro
Antrieb 75%
- Leiser Motor
- schwacher Durchzug
Fahrwerk 80%
- sportlich-straffe Abstimmung
- neigt zum leichten Wanken in Kurven
Karosserie 85%
- schicke Optik
- erstaunlich viel Platz in Reihe zwei
Kosten 85%
- niedriger Einstiegspreis
- geringer Verbrauch
Seoul (Südkorea), 20. Oktober 2008 - Koreaner sind sehr höfliche und zurückhaltende Menschen. Aber tief in ihrer Seele schlummert etwas, dass sie dazu bringt, in wahre Begeisterungsstürmen auszubrechen. Doch was ist es, dass den Koreaner regelmäßig aus der Fassung bringt? In unserem Fall der Anblick eines neuen Kia Soul. Obwohl er in Südkorea bereits auf dem Markt ist, sieht man den schicken Kleinwagen im alltäglichen Straßenverkehr dort noch selten. Wir waren mit der Mischung aus SUV und Mini-Van in seinem natürlichen Umfeld auf den Straßen Südkoreas unterwegs.

Langer Radstand, kurze Überhänge
Kia folgt dem allgegenwärtigen Trend der Autohersteller, mit jedem neuen Modell eine noch abgedrehtere Segment-Bezeichnung zu kreieren. Im Falle des Soul entstand in den kreativen Köpfen der Marketingexperten der Begriff "Urban Crossover". Das hört sich zunächst sehr schwülstig an, betrachtet man den Soul aber genauer, ergeben sowohl Konzeption als auch Name einen Sinn. Der nur 4,10 Meter lange Soul hat einen erstaunlich langen Radstand von 2,55 Meter. Dies erreichte Kia-Chefdesigner Paul Schreyer durch einen extrem kurzen hinteren Überhang und die senkrecht stehende Heckklappe. Das schafft Platz im Kofferraum, 340 Liter Gepäck passen hinter die Rückbank des Soul. Das ist immerhin soviel wie im 13 Zentimeter längeren Cee`d Fünftürer. Legt man Reihe zwei um, stehen 570 Liter Stauraum zur Verfügung. In der Seitenansicht fallen die sich nach hinten verjüngende Fensterfront und Dachlinie auf. In Kombination mit der ansteigenden Schulterlinie ergibt sich so eine dynamische Optik.

Äußerst geräumig
Die optische Anmutung der Innenraummaterialien entspricht vor allem beim Armaturenbrett nicht den europäischen Vorstellungen. Trotzdem macht das Cockpit des Soul einen soliden Eindruck. Kein Klappern und Knarzen trüben das Fahrvergnügen. Fahrer und Beifahrersitz sehen in der "Graphite"-Ausführung zwar schick aus, bieten aber nur wenig Seitenhalt. Dafür finden auch groß gewachsene Insassen stets eine angenehme Sitzposition und selbst auf der Rückbank sitzt es sich bequem. Der Knie-Freiraum ist für ein Auto dieser Größe überdurchschnittlich gut, selbst bei einer Größe von knapp 1,90 Meter fühlt man sich nicht beengt.

Zwei Motoren stehen zur Verfügung
Zunächst stehen für den Soul ein Benziner und ein Dieselmotor zur Verfügung. Beide haben einen Hubraum von 1,6 Liter und leisten 126 PS. Wir sind das voraussichtliche Volumenmodell 1.6 CRDi gefahren. Der Vierzylinder-Turbodiesel beschleunigt den Soul in 10,7 Sekunden auf Tempo 100. Unser Testwagen war allerdings fabrikneu. Als wir das Cockpit enterten, zeigte der Kilometerzähler 156 Kilometer. Insofern lassen sich vielleicht das noch etwas träge Ansprechverhalten und der wenig spritzige Durchzug des Selbstzünders erklären. In eingefahrenem Zustand sollte das aus dem Kompaktwagen Cee'd bekannte Triebwerk einen deutlich spritzigeren Eindruck hinterlassen.

Angenehm sportliches Fahrwerk
Das Fahrwerk des kleinen Koreaners ist erstaunlich straff, was aber keinesfalls störend oder unangenehm wirkt. Im Gegenteil, durch die geringen Abmessungen kommt, wie etwa im Mini, auf kurviger Strecke ein beinahe schon Gokart-ähnliches Gefühl auf. Dennoch lässt sich ein leichtes Wanken in engen Kehren nicht abstreiten. Durch die sportliche Auslegung der Federung muss bei schlechter Straßenbeschaffenheit der Komfort hinten anstehen. Empfindlichen Gemütern stößt die mangelnde Dämpfung sauer auf. Die Zielgruppe des Soul, also die jungen und trendigen Käufer, empfinden die straffe Abstimmung dagegen als angenehm sportlich.

Soul lässt sich individuell gestalten
Ganz groß geschrieben wird beim Soul das Thema Individualität. Neben elf Außenfarben stehen im Innenraum diverse Ausführungen zur Verfügung. Für die Topausstattung sind beispielsweise drei verschiedene Farbkonzepte erhältlich. Die Version "Graphite" beinhaltet etwa ein Armaturenbrett in "Saturn Schwarz", nachtleuchtende Sitzbezüge und Fußmatten mit einer lumineszierenden Kante. Wer es lieber klassisch mag, greift auf die "Retro Chic"-Variante zurück. Als dominierende Innenraum-Farbe kommt hier Beige zum Einsatz, die Sitzbezüge sind schwarz-weiß. Die auffälligste Ausführung hört auf den Namen "Street Demon" und ist in rot-schwarz gehalten. Auch für die äußere Optik gibt es unzählige Variationsmöglichkeiten. So können beispielsweise verschiedene Felgen in 16 und 18 Zoll, diverse selbstklebende "Car-Tattoos" und Zubehör-Komponenten wie etwa Dachboxen, Fahrradträger und Schmutzfänger geordert werden.

Etliche Extras erhältlich
Die Einstiegsversion LX beinhaltet serienmäßig sechs Airbags, elektrische Fensterheber vorne und hinten, ein Radio mit CD-Player, einen AUX- und einen USB-Eingang, ein Soundsystem mit sechs Lautsprechern sowie 15-Zoll-Stahlfelgen. Darüber hinaus wird es die Ausführungen EX und TX geben. Sie umfassen eine Klimaanlage, Wärmeschutzverglasung, nachtleuchtende Sitzbezüge "Soul Glow", 16- beziehungsweise 18-Zoll-Leichtmetallfelgen, ab der B-Säule abgedunkelte Scheiben sowie Lederlenkrad und Lederschaltknauf. Da sich die Ausstattungsvarianten je nach Land unterscheiden, stehen bislang noch keine Deutschland Versionen fest. Darüber hinaus werden einige Sonderausstattungs-Pakete mit Rückfahrkamera, Heckspoiler, Parksensoren hinten und elektrischem Glasschiebedach im Angebot sein.

Genauer Preis noch nicht bekannt
Wegen der noch nicht definierten länderspezifischen Ausstattungsvarianten wurde auch noch kein exakter Preis für die Soul-Modelle festgelegt. Auf Anfrage nannte uns Kia Deutschland allerdings einen Einstiegspreis von etwa 15.000 Euro. Die Markteinführung ist für Anfang 2009 geplant.

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