Legende der Leidenschaft: Der neue Alfa Spider im Test

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Legende der Leidenschaft: Der neue Alfa Spider im Test
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Alfa Spider 3.2 JTS V6 24V Q4 Exclusive
Februar 2007
45.200 Euro
Antrieb 90%
- leistungsstarker V6-Motor
- beeindruckender Auspuffsound
Fahrwerk 85%
- in engen Kurven nur wenig Seitenneigung
- neigt im Grenzbereich zum Untersteuern
Karosserie 90%
- schicke Bad-Boy-Optik
- wenig Stauraum
Kosten 85%
- serienmäßiger Allradantrieb
- hoher Anschaffungspreis
Vietri sul Mare (Italien), 21. Februar – Seinen bekanntesten Auftritt hatte der Alfa Spider in dem Film „Die Reifeprüfung“ mit Dustin Hoffman. Seitdem gilt der offene Alfa als Kultobjekt unter Auto-Liebhabern und als Ausdruck italienischer Lebensqualität. 40 Jahre später haben wir den neuen Alfa Spider vor den Toren Neapels Probe gefahren.

Auf Basis des Alfa Brera
Für wahre Alfisti war nur die Ur-Version, der von 1966 bis 1993 nahezu unverändert gebaut wurde, ein wahrer Alfa Spider. Die fünfte Generation ab 1993 spaltete nicht ganz zu Unrecht die Nation südlich des Brenners. Jetzt präsentiert Alfa Romeo das neue Modell auf Basis des Brera, als dessen offene Version der Spider gelegentlich bezeichnet wird. Offensichtlichste Veränderung zum Vorgänger sind die neuen Scheinwerfer, die der sechsten Generation ein wenig Bad-Boy-Image verleihen. Erstmals in der Spider-Geschichte gibt es für die Top-Version einen serienmäßigen Allradantrieb.

Quer eingebautes V6-Aggregat
Unser Alfa Spider 3.2 JTS V6 24V Q4 wird von einem 260 PS starken 3,2-Liter-Motor angetrieben. Das quer eingebaute V6-Aggregat mit einem Drehmoment von 322 Newtonmetern beschleunigt den offenen Italiener in exakt sieben Sekunden auf Landstraßen-Tempo. Begleitet wird der 100-km/h-Sprint von einem imposanten Konzert aus der vierflutigen Auspuffanlage. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 240 km/h.

Design von Pininfarina
Wie auch beim Vorgänger ist Stil-Ikone Pininfarina für das Design des Spiders verantwortlich. Es verwundert also nicht, dass die Grundform stark an den letzten offenen Alfa erinnert. Die massive Front ist genauso wenig verloren gegangen wie das kurze aber relativ hohe Heck. Ganz im Sinne eines Roadsters besitzt der neue Alfa keines der zur Zeit so modernen Metall-Klappdächer, sondern trägt eine Mütze aus Stoff. Das Öffnen und Schließen des Verdecks ist nur bei stehendem Fahrzeug, beispielsweise an der Ampel, möglich. Bei Fahrten in geschlossenem Zustand erzeugt das Stoffdach nur wenig Windgeräusche.

Beeindruckender Auspuffsound
Bei Testfahrten an der Costiera Amalfitana südlich von Neapel zeigte unser Alfa Spider in Misano Blau echte Sportler-Qualitäten. Trotz eines Leergewichts von 1.765 Kilogramm fühlt sich das Cabrio nicht im Geringsten behäbig an. Im Gegenteil, Zwischensprints und Beschleunigungen aus dem Tourenkeller sind nicht zuletzt durch den beeindruckenden Auspuffsound eine echte Wohltat. So macht vor allem die Kurvenhatz auf der engen Küstenstraße eine Menge Spaß. Allerdings geraten die Bremsen hier schnell an ihre Grenzen. Nach mehreren starken Bremsmanövern wird der Druckpunkt immer weicher und unsere feinen Nasen umwabert der unverkennbare Duft von überhitzten Bremsbelägen.

Zentimetergenau um Kurven und Kehren
Wie das Triebwerk besitzt auch das Fahrwerk des Allrad-Cabrios Sportlergene. Die sportlich straffe Abstimmung passt gut zur Motor-Charakteristik. In engen Kurven neigt sich der Alfa nur wenig zur Seite, subjektiv fühlt es sich durch die wenig Seitenhalt bietenden Sitze aber stärker an. Hier und dort klappert es aufgrund der harten Federung manchmal, aber wer sich sportlich fortbewegen will, ist bereit Kompromisse einzugehen. Die Lenkung ist direkt und nicht zu leichtgängig. Nach kurzer Eingewöhnungsphase lässt sich der Spider beinahe zentimetergenau um Kurven und Kehren zirkeln. Bei zu forscher Fahrweise neigt der Zweisitzer zum Untersteuern und drängt vehement zur Kurvenaußenseite. Erst spät greift das ESP ein und befördert den Wagen wieder auf die rechte Straßenseite.

Viel Platz im Innenraum
Für eine Länge von nur 4,39 Meter bietet der Italiener erstaunlich viel Platz im Innenraum, allerdings nur bis zu den Rückenlehnen der Sitze. Dahinter befinden sich zwar zwei kleine Ablagefächer, viel Stauraum wird damit jedoch nicht geboten. Der mit viel Leder und Aluminium ausgestattete Innenraum wirkt kühl, aber irgendwie trotzdem schick. Einzige Reminiszenz an die Urahnen des aktuellen Roadsters sind die drei Rundinstrumente in der Armaturentafel, die Tankinhalt, Kühlwasser- und Öltemperatur anzeigen.

17-Zöller serienmäßig
Unser Testwagen mit der Exclusive-Ausstattung verfügt serienmäßig unter anderem über ein CD-Radio, eine Klimaautomatik, Nebelscheinwerfer, einen Tempomat, 17-Zoll-Leichtmetallräder, Einparkhilfe hinten und einWindschott aus Glas zwischen den Überrollbügeln. Gegen Aufpreis können zum Beispiel Bi-Xenon-Scheinwerfer, eine Metallic-Lackierung, eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung und ein Bose-Soundsystem mit Verstärker und Subwoofer geordert werden.

Ein Stück Dolce Vita
Mit einem Alfa Spider kauft man nicht irgendein Auto, sondern auch ein Stück italienisches Dolce Vita. Trotzdem liegen die Preise auf Höhe der Konkurrenz. Der Alfa Spider 3.2 JTS V6 24V Q4 kostet in der Grundausstattung 42.100 Euro, die höherwertigere Exclusive-Ausstattung schlägt mit 45.200 Euro zu Buche. Ein Mercedes SLK mit 272 PS kostet 45.875 Euro, BMW will für seinen Z4 3.0si mit 265 PS 41.445 Euro. Allerdings besitzen beide Mitstreiter nur Heckantrieb.

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