Superb 2.0 TDi Elegance: Große Raffinesse im Detail
Das Topmodell aus Tschechien ist jetzt auch mit einem Rußpartikelfilter im Angebot. Nicht nur deswegen gelingt Superb 2.0 TDi im Praxistest ein sauberer Auftritt.
Rauchfrei fahrenMit Partikelfilter kaufen, oder lieber nicht? Beim Superb 2.0 TDi ist das keine Frage, die Umweltschutztechnik ist im Lieferumfang enthalten. Genau wie Lederpolster mit Sitzheizung im Fond, Xenon-Scheinwerfer, 17-Zoll-Felgen und ein Navigationssystem, um nur die wichtigsten Highlights zu nennen. Beim Stylingpaket Elegance ist Liste der Serienausstattung so lang, wie die Aufpreisliste bei anderen Premiumherstellern. So gesehen kann der Superb 2.0 TDI DPF Elegance als Schnäppchen gelten. Für 31.590 Euro bleiben nur wenige Wünsche offen.
Maximale BeinfreiheitIn der Vergangenheit war der Superb so etwas wie der große Bruder des VW Passat, beide nutzten die gleiche technische Basis. Ein dreizehn Zentimeter längerer Radstand beschert dem Tschechen im Fond ein fast schon verschwenderisches Platzangebot. Der Passat konnte da nicht mithalten. Inzwischen haben die Wolfsburger ihre Mittelklasselimousine abgelöst, während für den Superb noch kein Ende in Sicht ist. Doch was gestern noch gut war, ist heute nicht schlecht. Um das zu unterstreichen, hat Skoda für den Superb zahlreiche pfiffige Details entwickelt. Der in die hinteren Türen integrierte herausnehmbare Regenschirm ist inzwischen auch beim Passat im Angebot. Doch das Footboard ist noch immer einzigartig: Ist der Beifahrersitz frei, lässt sich das Mittelstück seiner Lehne nach hinten klappen - eine bequeme Ablage für die Beine des Fondpassagiers entsteht. Wer möchte, kann auch eine Kühlbox für die Mittellehne der Rückbank ordern. Dank der Sitzheizung für die Rückbank und den separaten Lüftungsdüsen im Fond eignet sich der Superb sogar als bequeme Chauffeurslimousine.
Gediegener AuftrittAls Fahrer freut man sich über eine Mittelkonsole und den Schalthebel, die nahezu komplett mit Wurzelholz getäfelt sind. Mattiertes Metall um die Lüftungsdüsen und die Türöffner verhindert, dass der Auftritt zu schwülstig erscheint. Vor dem Start wird der Körper per Knopfdruck in die richtige Position gebracht. Die Einstellung lässt sich dann zusammen mit der Position der Außenspiegel für bis zu drei verschiedene Personen speichern.
Im Lederlenkrad sind Tasten für den Tempomat und das CD-Radio integriert. An der klaren Bedienungsstruktur gibt es bis auf die zu tiefe Platzierung des Multifunktionsdisplays und der Klimatisierung nichts zu bemängeln. Als Familientransporter kämpft der Superb allerdings mit einem Kofferraumdeckel, der nur einen kleinen Ausschnitt frei gibt. Zusätzliche Variabilität bietet die geteilt umklappbare Rückenlehne (200 Euro), die den Laderaum von 480 auf bis zu 980 Liter erweitert. Alternativ ist das CargoFlex (350 Euro) Stausystem verfügbar, das mit herausklappbaren und verschiebbaren Boxen für Ordnung im Kofferraum sorgt. Die wesentlich günstigeren Kofferraumnetze (60 Euro) erfüllen allerdings denselben Zweck - und sie sind in Verbindung mit der geteilten Rückbank kombinierbar.
Sparsam, aber flottNach dem Dreh am Zündschlüssel erwacht der 2.0 TDI mit dem für ihn typischen Dieselbrummen. Das Arbeitsgeräusch lässt bei keinem Tempo Zweifel aufkommen, dass es sich hier um einen Vierzylinder-Turbodiesel handelt. Richtig laut oder lästig wird der Motor jedoch nie, wäre auch unpassend für den komfortablen Superb. Vielmehr bereitet das Pumpe-Düse-Aggregat viel Freude - beim Zwischenspurt und an der Tankstelle. Selbst Autobahnbolzerei treibt den Durchschnittsverbrauch kaum über acht Liter. Werte um die fünf Liter sind ebenfalls möglich. Dann sind allerdings die möglichen 215 km/h Spitze genauso verboten wie Ampelduelle oder Zwischenspurts. Wenn es einmal schneller gehen muss, ist der Sprint von null auf Tempo 100 in knapp zehn Sekunden erledigt. Im Stadtverkehr fühlt sich der lange Superb weniger wohl als auf freien Strecken, was bei 4,80 Metern Fahrzuglänge aber verständlich ist. Immerhin hilft ein serienmäßiger Piepser beim rückwärts Einparken in enge Lücken. Auf langen Strecken gleitet der Tscheche ruhig dahin, nur kurze Stöße lassen das Lenkrad gelegentlich leicht erzittern. Dank XXL-Radstand werden lange Bodenwellen dagegen mühelos pariert. Auch der Geradeauslauf bei Seitenwind profitiert davon. So stellen sich hohe Durchschnittsgeschwindigkeiten fast automatisch ein; die Fahrt ermüdet kaum. Damit qualifiziert sich der Superb auch mit diesem Motor einmal mehr als angenehme Reiselimousine.
Fazit: Großes Auto, sparsamer Motor, viel Komfort und jede Menge pfiffige Details. Der Skoda Superb 2.0 TDi DPF Elegance wird mit jedem Kilometer sympathischer.
http://mototype.de, Holger Schilp
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