Corvette-Fans aufgepasst: Die legendäre Bezeichnung ZR1 kehrt zurück. Auf der Detroit Motor Show feiert die neue Königin des Corvette-Landes Weltpremiere.
In der inzwischen 54-jährigen Karriere der Corvette nimmt ein Modell eine ganz besondere Stellung ein - die ZR-1. Zwischen 1990 und 1995 produziert, erwirbt sich die Hochleistungsvariante der vierten Corvette-Generation den mythischen Ruf als "Corvette from Hell" oder auch "King of the Hill". Jetzt kehrt die ZR1 zurück: Die Neue muss zwar auf den Bindestrich im Namen verzichten, kann über die Leistungsdaten der Vorgängerin (je nach Baujahr 380 oder 410 PS) allerdings nur müde lächeln: Der über der Vorderachse kauernde V8-Small Block leistet satte 628 PS - damit klettert die Corvette selbstbewusst auf Augenhöhe mit Porsche Carrera GT, Mercedes SLR McLaren und Lamborghini Murciélago LP 640! Auf der Detroit Motor Show 2008 (19. bis 27. Januar) feiert das Sportwagen-Ungetüm seine Premiere.
Das Geheimnis des mehr als 100 PS großen Leistungssprungs im Vergleich zum bisherigen Topmodell Z06 liegt in der Aufladung. In der Corvette ZR-1 setzt ein Kompressor mit Ladeluftkühlung den 6,2-LiterAluminium-V8 gehörig unter Dampf. Bei 0,72 bar Ladedruck liefert der Treibsatz bei 628 PS ein maximales Drehmoment von 823 Newtonmetern. Um diese brachiale Kraft auch auf die Straße zu bekommen, koppeln die Corvette-Ingenieure den Motor und das manuelle Sechsgang-Getriebe mit einer verstärkten Zweischeibenkupplung.
Chassis von der Z06
Genaue Fahrleistungsdaten nennt Corvette zwar noch nicht, der Topspeed soll aber weit jenseits der 320 km/h-Marke liegen. Geschwindigkeitsregionen, in denen eine standfeste Bremsanlage vonnöten ist. Die Voraussetzungen dafür scheinen gegeben: Vorne verbeißen sich stets blau lackierte Sechskolben-Sättel in 394 Millimeter große, gelochte Carbon/Keramik-Scheiben. Hinten kommen 380 Millimeter- mit Vierkolben-Pendants zum Einsatz. Viel Platz bleibt zumindest den vorderen Stoppern nicht, schließlich müssen sie ihr Tagwerk unter (mit 285/30er Pneus bezogenen) 19-Zöllern verrichten. Luftiger geht es in den hinteren Rädern zu; hier kommen 20-Zoll-Felgen mit 335/25er Reifen zum Einsatz.
Die Entwickler trauen dem Aluchassis und den Radaufhängungen der Z06 ohne weiteres zu, mit der gewonnen Power fertig zu werden; in der ZR-1 verrichten diese in unveränderter Form ihren Dienst. Die einzigen Unterschiede in punkto Fahrwerk: GM spendiert stärkere Stabilisatoren und die so genannte "Magnetic Selective Ride Control", bei der sich die Dämpfer automatisch an die jeweilige Fahrsituation anpassen.
Carbon an allen Ecken und Enden
Dass die Corvette ZR-1 mit einem Leergewicht von gut 1,5 Tonnen noch recht schlank daherkommt, ist vor allem dem beharrlichen Einsatz von Carbon zu verdanken. Motorhaube (mit Powerdome und Sichtfenster auf Höhe des Ladeluftkühlers), Kotflügel, Dach und die Aerodynamikteile bestehen aus dem ebenso leichten wie festen Werkstoff. Auch die Gewichtsverteilung zeigt sich optimiert: Das noch tiefer im Motorraum versteckte Aggregat senkt den Schwerpunkt ab. Die Batterie wandert in den Kofferraum und bringt für bessere Traktion mehr Gewicht auf die Hinterachse.
Deutlichstes optisches Erkennungsmerkmal der ZR1 sind die üppigen Luftauslässe, die von den vorderen Kotflügeln weit in die Türen auslaufen. Dazu das modern interpretierte "Coke Bottle"-Design früherer Corvette-Generationen, das vor Kraft nur so zu strotzen scheint. Hinzu kommen diverse Flügel, ausgestellte Kotflügel, um die größeren Räder darin unterzubringen, und das unlackierte Carbon-Dach. Keine Frage - schüchtern sieht anders aus!
Auch aus dem Innenraum gibt es Neues zu vermelden. Zwar stammen Sportsitze und -lenkrad sowie das Armaturenbrett aus der Z06, aber den 220 mph (370 km/h)-Tacho, die Ladedruckanzeige sowie diverse Embleme auf Kopfstützen und Mittelkonsole hat die ZR1 exklusiv.
Über die genauen Preise hüllt sich General Motors noch in Schweigen. Dennoch ist davon auszugehen, dass die ZR1 genau wie ihre kleine Schwester Z06 das Sonderangebot in ihrer Leistungsklasse sein wird.
Freitag Dezember 21