Cadillac: Mit Ecken und Kanten gegen die Platzhirsche

In die Phalanx der deutschen Premiumhersteller möchte sich die US-Luxusmarke Cadillac drängen. Die obere Mittelklasselimousine CTS tritt mit charakteristisch-kantiger Karosserie, luxuriöser Ausstattung und starken Sechszylindermotoren gegen BMW, Mercedes-Benz, Audi und Co. an, ist aber mit 36 290 Euro deutlich preiswerter als vergleichbare Modelle der Wettbewerber. Seit der Markteinführung Ende 2007 wird die Angebotspalette langsam weiter ausgebaut.

Die polarisierende Optik des Amerikaners ist sein großes Plus. Die kantige Karosserie, die pfeilförmig zulaufende Front und das wuchtige Heck mögen nicht jedermanns Geschmack sein, doch sie sorgen für einen unverwechselbaren Auftritt. Die auffällige Gestaltung zeichnet auch den Kombi aus, der im Sommer nach Deutschland kommen soll. Während die Front des Lademeisters ähnlich aussieht wie bei der Limousine, besitzt der Kombi ein kleines drittes Seitenfenster, an das sich eine massive C-Säule anschließt. Die Heckscheibe fällt flach ab. Das Angebot ist für einen Importeur in dieser Fahrzeugklasse ungewöhnlich. Da es ausländische Modelle in den oberen Preissegmenten gegen die einheimischen Platzhirsche schwer haben, ist schon die Auswahl an Limousinen der Businessklasse gering. Zu den wenigen Ausnahmen gehören Lexus GS, Citroen C6, Peugeot 607, Volvo V70 und Honda Legend. Einen Kombi bieten aber nur die Schweden.

So besetzt Cadillac eine kleine, aber feine Lücke. Der CTS ist wie die deutsche Premium-Konkurrenz auch mit permanentem Allradantrieb zu haben. Die Amerikaner setzen auf ein System mit Lamellenkupplung, die das Drehmoment im Normalfall im Verhältnis 40:60 zwischen Vorder- und Hinterachse verteilt. Je nach Fahrsituation können 80 Prozent der Kraft auf die hinteren Räder geleitet werden. Kombinierbar ist der Allradantrieb lediglich mit dem 229 kW/311 PS starken V6-Benziner.

Und bei den Motoren liegt auch aktuell das Hauptproblem des luxuriösen Cadillac: Ein Dieseltriebwerk hat die Marke derzeit nicht im Angebot. Ein 3,0-Liter-V6-Selbstzünder ist aber bereits angekündigt und könnte in den kommenden Monaten folgen. Dann wäre der Ami nicht mehr nur eine Alternative für Individualisten. Denn selbst beim Fahrwerk liegt der CTS mit einer guten Mischung von Agilität und Komfort auf europäischem Niveau. Holger Holzer/mid

Donnerstag Januar 22