Dienstag April 22
Kaum zu glauben: Mit dem neuen Accord bringt Honda innerhalb von 30 Jahren bereits die achte Generation dieser Baureihe nach Europa. Die als Stufenhecklimousine ab 7. Juni oder als Tourer (Kombi) ab 6. September erhältliche japanische Mittelklasse geht mit einem deutlich veränderten Design, einem umfangreichen, wenn auch teilweise aufpreispflichtigen Sicherheitspaket und einer sich mehr an europäischen Maßstäben orientierenden Qualitätsanmutung an den Start. Der Einstieg in den neuen Accord kommt relativ teuer, weil die Japaner auf eine Version mit optisch günstigem Preis, aber schmaler Ausstattung verzichten: Mindestens 24 800 Euro werden für die Limousine fällig, der Kombi-Aufschlag beträgt 1 300 Euro.Der Accord ist mit drei verschiedenen Motoren bestellbar. Der 2,0-Liter-Benziner mit 115 kW/156 PS bildet die unauffällige Basis, der 2,4-Liter-Benzinmotor mit 148 kW/201 PS bietet sich für längere Strecken an, wirkt aber speziell in Verbindung mit der nicht mehr zeitgemäßen Fünfgang-Automatik zu nervös. Unsere Empfehlung: der bekannt agile, sparsame und komfortable 2,2-Liter-Diesel mit jetzt 110 kW/150 PS (plus zehn PS) und Sechsgang-Schaltgetriebe. Das Aggregat überzeugt mit Durchzugsstärke und einer Geräuschentwicklung, die sich für einen Selbstzünder in Grenzen hält.
Auch insgesamt ist der neue Accord im Vergleich zum Vorgänger merklich leiser geworden. Offensichtlich haben sich die Ingenieure bei der Dämmung an der deutschen Premium-Klasse orientiert. Das merkt man auch am sorgfältig verarbeiteten Cockpit, den großzügigen Sitzen und der exakten Lenkung. Fahrer und Beifahrer profitieren zudem von fünf Zentimetern mehr Breite, hinten sitzen zumindest zwei Personen ebenfalls komfortabel, wobei es je nach Körperlänge zwischen Kopf und Dachhimmel schon mal eng werden kann.
Mehr Platz also allenthalben, aber dafür deutlich weniger Raum für Gepäck beim Kombi. Die Japaner haben den Accord mit der ihnen eigenen Konsequenz vom Lademeister zum Lifestyle-Gefährt gewandelt. Das heißt in Zahlen: Statt rund 1 700 Liter gehen bei dachhoher Beladung und umgelegten Rücksitzen jetzt noch 1 250 Liter Gepäck in den Tourer. Der lässt sich zudem wegen der in den Laderaum ragenden Radkästen nur ungern mit breiteren Gegenständen befüllen. Mit 467 Litern bietet die Limousine dagegen einen unverändert großzügigen, wenn in dieser Klasse auch nicht aus dem Rahmen fallenden Laderaum.
Auch die optischen Veränderungen fallen beim Tourer deutlicher aus. Durch den Verzicht auf üppigen Laderaum konnten die Designer eine sportliche Linie á la Audi A4 verwirklichen. Vor allem von der Seite wirkt der Accord Kombi elegant und wuchtig zugleich. An der Heckansicht mit den heute üblichen, weit in die Kotflügel geschwungenen Rückleuchten gibt es ebenfalls wenig auszusetzen. Am ehesten wird noch die bei beiden Karosserieversionen identische Front mit dem mächtigen Kühlergrill polarisieren.
Der Accord ist auch in seiner achten Generation ein typischer Honda und verzichtet als solcher auf bahnbrechende Neuerungen. So erfüllen sämtliche Motoren zwar die kommende Euro 5-Norm, aber auf Sprit sparende Extra-Maßnahmen wie eine Start-Stopp-Automatik, ein Automatikgetriebe mit sechs oder mehr Gängen oder gar ein Doppelkupplungsgetriebe muss der Kunde verzichten. Am schwersten für das durchaus sichtbare Bemühungen um Premium-Qualität wiegt aber wahrscheinlich, dass Honda auch die stärkste Version mit immerhin 201 Pferdestärken nur als Vierzylinder anbietet. In Sachen Souveränität und Fahrkomfort würden dem Accord zumindest in der Spitzenversion jedoch sechs Zylinder durchaus nicht schaden.
Lediglich in einem Bereich ist der Accord weit vorne dabei: Für einen Aufpreis von 2 450 Euro gibt es das so genannte "Advanced Safety Paket", das neben einer adaptiven Geschwindigkeitsregelung (ACC) auch einen Spurhalteassistenten umfasst, der - wenn eingeschaltet - bei drohendem Verlassen der Fahrspur aktiv wird, aber nur mit 80 Prozent der notwendigen Kraft gegenlenkt. Ebenfalls zu diesem Sicherheitspaket zählt das Assistenzsystem CMBS, das in Notfällen eine eigenständige Bremsung mit maximal 60 Prozent der vollen Bremsleistung einleitet.
Der Accord setzt zwar auch damit keine Maßstäbe im Segment, fährt aber aufgrund seiner Ausgewogenheit, der spürbaren Qualität und des agilen Gesamteindrucks in der Mittelklasse ganz vorne mit. Er war und ist eines der wenigen Fahrzeuge, mit denen man sich von der viel gekauften deutschen Mittelklasse abhebt und gleichzeitig kein Risiko bei Qualität oder Fahreigenschaften eingeht. In der achten und neuesten Generation kommt nun vor allem beim Kombi jener Schuss Lifestyle hinzu, den mancher beim klobigen Vorgänger vermisst haben mag. Peter Eck/mid
Honda Accord - Technische Daten:
Viertürige Stufenhecklimousine oder fünftüriger Tourer (Kombi);
2,0-Liter-Benziner, 115 kW/156 PS, maximales Drehmoment: 192 Newtonmeter zwischen 4 100 und 5 000 U/min, Höchstgeschwindigkeit: 215 km/h, 0-100 km/h: 9,4 s, Durchschnittsverbrauch je 100 Kilometer: 7,2 Liter Superbenzin, CO2-Ausstoß: 170 g/km;
2,4-Liter-Benziner, 148 kW/201 PS, maximales Drehmoment: 234 Newtonmeter zwischen 4 300 und 4 400 U/min, Höchstgeschwindigkeit: 227 km/h, 0-100 km/h: 8,1 s, Durchschnittsverbrauch je 100 Kilometer: 8,8 Liter Superbenzin, CO2-Ausstoß: 209 g/km;
2,2-Liter-Diesel, 110 kW/150 PS, maximales Drehmoment: 350 Newtonmeter zwischen 2 000 und 2 500 U/min, Höchstgeschwindigkeit: 212 km/h, 0-100 km/h: 9,7 s, Durchschnittsverbrauch je 100 Kilometer: 5,6 Liter Diesel, CO2-Ausstoß: 148 g/km; Preis ab: 24 800 Euro (Limousine), 26 100 Euro (Kombi).
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Halbe Raten für die 6 neuen Familienmodelle: z.B. der neue Renault Clio Grandtour ab 44,- |
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| Diesel | Benzin | Super | Super+ | |
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| Durchschnittspreis | 1.506 | 1.553 | 1.554 | 1.651 |
| Günstigster Preis | 1.455 | 1.507 | 1.507 | 1.559 |