Skoda Octavia als sportlicher RS-Kombi mit neuem Gesicht

  1. Test
  2. Bildergalerie
  3. Datenblatt
  4. Preisliste
  5. Fazit
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Skoda Octavia Combi RS 2.0 T FSI DSG
Mai 2009
31.130 Euro
Antrieb 95%
- sehr schwungvoller Turbobenziner
- fast zwei Liter sparsamer als Astra Caravan 2.0 Turbo
Fahrwerk 90%
- straff, aber nicht unbequem
- keine elektronisch geregelten Dämpfer verfügbar
Karosserie 95%
- sehr viel Kofferraum
- guter Sitzkomfort im Fond
Kosten 80%
- sehr gute Ausstattung
- teurer als vergleichbarer Opel Astra
Budapest (Ungarn), 22. Mai 2009 - Sogar der Vertriebschef des Extrem-Roadster-Herstellers Caterham, David Ridley, fährt privat einen Skoda Octavia. Welches Modell und warum, konnten wir leider nicht herausfinden. Wenn der Roadster-Verkäufer viel zu transportieren hat und dabei auch noch schnell sein will, dann ist es wohl ein Combi RS. Das Auto erhielt nun das gleiche Facelift wie der normale Octavia. Resultat: Das Sportmodell bietet nicht mehr nur viel Platz und jede Menge Vortrieb, sondern jetzt auch ein hübsches Äußeres. Der Grill, einst ein schlichtes Funktionselement mit dem Charme eines Fenstergitters, ist nun ein dreidimensionales Gebilde, das ein wenig an ein herrschaftliches Wappen erinnert. Wir haben das Facelift zum Anlass genommen, den Octavia Combi RS in der Benzinerversion mit DSG zu testen.

Alter GTI-Motor
Die sportliche Topversion RS gibt es außer mit einem 170 PS starken Zweiliter-Diesel auch als Benziner mit zwei Liter Hubraum und Turbolader. Bei dem 2.0 T FSI mit 200 PS handelt es sich um den alten Antrieb des VW Golf GTI. Das Triebwerk wurde jüngst im Wolfsburger Sportler durch eine elf PS stärkere und etwa zehn Prozent sparsamere Version ersetzt. Anders als Seat, wo bereits das neue GTI-Aggregat im León FR arbeitet, erhält Skoda den neuen Motor noch nicht. Doch auch die 200 PS bringen den Octavia Combi sehr schwungvoll voran - und das so plötzlich, dass man beim Gasgeben schon etwas Acht geben muss, um die anderen Insassen nicht zu schocken. Das gilt auch mit dem optionalen Doppelkupplungsgetriebe DSG, das hier in seiner sechsgängigen Variante eingesetzt wird. Es schaltet im Vergleich zu einer konventionellen Automatik viel williger und ohne Zeitverzug. Wer lieber manuell in die Gangwahl eingreift, kann das serienmäßig über Schaltwippen am Lenkrad tun. Für das DSG bezahlt man 1.900 Euro Aufpreis.

Nur 0,2 Liter mehr mit DSG
Im Vergleich zur serienmäßigen Sechsgang-Handschaltung verschlechtern sich die technischen Daten durch das DSG fast nicht. Bei der Höchstgeschwindigkeit liegt die Doppelkupplungsversion mit 237 km/h nur zwei km/h unter der Version mit Handschaltung, und beim Spurt auf Tempo 100 in 7,3 Sekunden lässt sich gar kein Unterschied ablesen. Selbst der Spritverbrauch von 7,7 Liter Super auf 100 Kilometer ist nur um zwei Zehntelliter höher als beim Handschalter. Diese Werte waren vor dem Facelift die gleichen, doch erfüllt das Auto nun auch die Euro-5-Abgasnorm.

1,2 Zentimeter tiefer
Das Fahrwerk des Octavia baut auf der Technik des VW Golf auf: Vorne gibt es die übliche McPherson-Achse, hinten aber die relativ aufwendige Mehrlenkerachse. Der RS liegt etwas über einem Zentimeter tiefer als die nicht so sportlichen Versionen. Er fährt sich aber für ein Sportmodell sehr komfortabel, ist kaum härter gefedert.

Laderaumwunder Octavia Combi
Im Innenraum sieht der Octavia RS nicht viel anders aus als ein sportlicher VW Golf: Das Interieur setzt auf den schicken Schwarz-Silber-Kontrast. Die Sitze gewähren den für ein sportliches Modell pflichtgemäßen guten Seitenhalt. Auch im Fond sitzt man ausgezeichnet: Die Kniefreiheit ist für ein Kompaktklassefahrzeug geradezu fürstlich, und auch über dem Kopf bleibt ausreichend Platz. Außerdem bietet der Octavia Combi einen üppig bemessenen Kofferraum: 580 bis 1.620 Liter sind nochmal spürbar mehr, als etwa der Golf Variant besitzt. Und das, obwohl der Octavia Combi auf der gleichen Plattform basiert und höchstens wenige Zentimeter länger als der Wolfsburger ist. Nebenbei bemerkt: In den Octavia Combi passt auch deutlich mehr als in einen Audi A4 Avant, ein Mercedes C-Klasse T-Modell oder einen BMW 3er touring.

Rund 30.000 Euro
Bleibt noch die Preisfrage: Ist der Tscheche immer noch so günstig wie einst? Den Octavia RS mit dem 200-PS-Benziner bekommt man in der Schaltversion für 29.230 Euro, mit DSG sind 31.130 Euro zu zahlen. Dafür erhält man eine hervorragende Ausstattung. So gehören ein standesgemäßes Sicherheitspaket mit ESP und sechs Airbags ebenso zum Standard wie elektrische Fensterheber rundum, eine Zentralverriegelung, elektrisch einstellbare Außenspiegel, eine Klimaautomatik, ein CD-Radio, 18-Zoll-Alufelgen und Nebelscheinwerfer. Sogar elektronische Einparkhelfer fürs Heck sowie eine Scheibenwischer- und Lichtautomatik sind immer an Bord. Entgegen der ersten Pressemitteilung besitzt das Auto serienmäßig auch Xenonscheinwerfer mit dynamischem Kurvenlicht und LED-Tagfahrleuchten.

Deutlich teurer als vergleichbarer Astra
Alternativen zu dem sehr sportlich motorisierten Skoda-Kombi sind rar, denn bei den meisten Kompaktmodellen ist bei 150 PS Schluss. Eine Ausnahme bildet der Opel Astra Caravan 2.0 Turbo Sport, der mit 200 PS und Turbolader gut vergleichbar ist. Das Auto schluckt mit einem Verbrauch von 9,4 Liter allerdings viel und bietet auch weniger Kofferraum. Dafür ist der Preis gleich rund 3.500 Euro niedriger - bei Opel zahlt man nur 25.860 Euro. Die Ausstattung ist nicht ganz so gut: Die Aluräder sind kleiner als beim RS, es fehlen die Fensterheber hinten, die Xenonleuchten und das Kurvenlicht. Aber auch so wird klar, dass Skoda keine Billigmarke mehr ist.

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