Roots-Gebläse als Kompressor
Soweit zu den praktischen Eigenschaften des heißen Ingolstädters, kommen wir zu den S-Genen. Dass die an Bord sind, sieht man bereits von außen, wenngleich wie gehabt nicht vordergründig. Neben martialischeren Schürzen grinst eine Vierrohr-Abgasanlage nach hinten. Und natürlich sind alufarbene Außenspiegel-Schalen montiert, das ist das traditionelle Erkennungszeichen eines S-Audis. An den Vorderkotflügeln gibt es den Schriftzug "V6T" und der verwirrt etwas: Anders als erwartet, steht das "T" nicht für "Turbo", sondern bedeutet Aufladung generell. Im Falle des S5 ist das ein Roots-Gebläse, das per Keilriemen angetrieben wird und damit vom Start weg die Funktion eines Kompressors übernimmt. Als S5-Cabrio-Fahrer sollte man ein paar Eckpunkte dieser Technik stets abrufbereit haben, denn nach dem "T" am Kotflügel wird man oft gefragt. Oder man schwingt sich spontan in den Sportsitz und macht sich blitzschnell aus dem Staub, wenn Nachbarn zu lästige Fragen stellen. Im Idealfall streift die Tachonadel nach 5,6 Sekunden über den Hunderter-Strich, erst bei 250 km/h wird abgeregelt.
Optionales Sportdifferenzial
Doch richtig heiße Erfahrungen sind die Ausflüge auf eine kurvenreiche Landstraße. Das serienmäßige Sportfahrwerk ermöglicht hohe Kurventempi, auf Wunsch ist auch eine elektronische Dämpferregelung zu haben. Unser Testwagen hat ein 950 Euro teures Sportdifferenzial an Bord. Es verteilt die Antriebkräfte variabel zwischen den Hinterrädern und sorgt so für ein besseres Beschleunigungsverhalten in Kurven.
Audi drive select
Noch mehr Spaß haben wir allerdings mit Audi drive select. Diese Setup-Möglichkeit bietet bei unserem Testwagen die vier Modi Comfort, Automatic, Dynamic und Individual. Auf Knopfdruck können wir unseren S5 scharf schalten: Mit "Dynamik" nimmt die Maschine spürbar schneller Gas an, die ohnehin alles andere als indirekte Lenkung wird deutlich direkter, die Gänge des Siebengang-Doppelkupplungsgetriebes werden höher ausgedreht. Jetzt wird aus dem netten Cruiser ein böser Beißer, der Kurven fressen will, nach Gaspedalbefehlen giert und der König des Asphalts sein möchte. Uns gefällt das kehlige Lastwechsel-Hicksen, das sich zum kernigeren Sound bei höheren Touren mischt. Insgesamt allerdings dürften die Klänge gern noch heiserer sein, zumindest bei diesem Punkt wünschen wir uns den V8-Sound des Vorgängers zurück.
Ab 61.400 Euro
Schauen wir kurz noch zu ein paar Zahlen: Den von Audi bezifferten Verbrauchswert von 9,7 Liter Superbenzin haben wir nicht geschafft, wir lagen bei unserem straffen Test bei 14,2 Liter. Auch den Einstiegspreis von 61.400 Euro toppt unser Testwagen. Er kostet dank Extras wie Navigation, Einparkhilfen und Lederausstattung etwa 78.300 Euro.
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