Dienstag Juli 22
Mit großem Aufwand hat Opel auf der kleinen Motor Show in London seine neue Mittelklasselimousine vorgestellt. Hunderte Gäste aus ganz Europa waren anwesend, als der Insignia per Kran vor der Tower Bridge zu Boden gelassen wurde. Das neue Flaggschiff der Marke ist klar der Star auf der britischen Sommer-Messe und soll ab Jahresende auch bei den Absatzzahlen strahlen.Deutlich größer und schicker als sein Vorgänger kommt der Insignia im Dezember nach Deutschland. Als Nachfolger des zuletzt nicht mehr attraktiven Vectra will man bei Opel eine neue Ära einleiten - bei Design, Qualität und Emotionalität. Neben einem dynamischeren Äußeren sollen neue Sicherheits- und Fahrwerkstechniken Kunden anlocken. Bei den Motoren bleibt zunächst alles beim Alten: Sieben Antriebe stehen zur Wahl und decken ein Leistungsband von 81 kW/110 PS bis 191 kW/260 PS ab. Die beiden stärksten Benziner sind erstmals mit einem variablen Allradantrieb erhältlich. Die Preisliste startet bei 22 700 Euro, für einen Diesel müssen mindestens 24 300 Euro und für den V6-Motor ab 37 480 Euro bezahlt werden.
Der Insignia kommt zunächst als Stufen- und als Fließheckmodell auf den Markt. Beide Karosserievarianten gleichen sich äußerlich wie ein Ei, lediglich der Heckscheibenwischer deutet beim Fließheck auf die große Heckklappe hin. Insgesamt trägt der auf stolze 4,85 Meter gewachsene Mittelklässler leichte Coupézüge: ein nach hinten abfallendes Dach, kleine Fensterflächen und ein kurzes Heck mit sportlicher Luftabrisskante. Im Blech der Vordertüren findet sich eine sichelförmige Sicke, die künftig alle neuen Opel zieren soll. Wenig auffällig zeigt sich die Frontpartie, die mit dem in der Mitte platzierten Chromkühler und den beiden weit auseinander stehenden Scheinwerfern ein wenig an den Toyota Avensis erinnert. Gelungen und eigenständig kommt jedoch das Heck daher, das genau wie die Motorhaube die Marken-typische Bügelfalte trägt. Neu gestaltet ist der Innenraum, in dem vor allem das sehr schräg stehende Armaturenbrett auffällt. In dessen Mitte finden sich auch die neu angeordneten Bedienelemente. Ein Kombi ergänzt Anfang 2009 das Angebot.
Motorseitig steht ab dem Start eine reichhaltige Auswahl zur Verfügung. Sämtliche Triebwerke sind mit manuellen oder automatischen Sechsgang-Getrieben gekoppelt. Die Benziner waren sämtlich schon für den Vectra im Angebot, wurden aber zum Teil hinsichtlich Verbrauch und Leistung überarbeitet. Den Einstieg markiert ein 1,6-Liter-Saugmotor mit 85 kW/118 PS Leistung. Darüber rangiert der 1,8-Liter-Sauger mit 103 kW/140 PS. Ein per Turbo aufgeladener Vierzylinder-Motor mit 162 kW/220 PS sowie ein 191 kW/260 PS starker Sechszylinder-Turbo runden das Angebot ab. Die beiden Top-Motoren sind auf Wunsch mit einem Allradantrieb kombinierbar, der per Haldex-Kupplung das Drehmoment ständig optimal unter den Achsen verteilt. Auf der Dieselseite steht ein 2,0-Liter-Aggregat in den drei Leistungsstufen 81 kW/110 PS, 96 kW/130 PS und 118 kW/160 PS zur Wahl. Ein Allradantrieb soll in den kommenden Monaten folgen. Angekündigt ist darüber hinaus für das Frühjahr eine speziell auf Sparsamkeit ausgelegte Version. Auch eine besonders leistungsstarke OPC-Variante wird das Angebot ergänzen.
Auf der Optionsliste finden sich unter anderem ein Kamerasystem zur Verkehrszeichen-Erkennung, um zum Beispiel beim Überschreiten eines Tempolimit den Fahrer zu warnen. Der Spurverlassenswarner macht sich beim unabsichtlichen Überfahren der Fahrbahn-Mittelmarkierung bemerkbar. Für gute Sicht bei Dunkelheit soll eine weiterentwickelte Version des bereits im Vorgänger angebotenen AFL-Lichtsystems sorgen, das den Kegel der Frontscheinwerfer an die Fahrsituation anpasst, je nachdem, ob man in der Stadt, auf der Autobahn oder auf kurvigen Landstraßen unterwegs ist. Ebenfalls weiterentwickelt wurde die automatische Dämpferregelung; nun können neben dem Fahrwerk auch Automatik, Gasannahme und die Lenkung in einigen Punkten an die eigenen Wünsche angepasst werden. Zudem stehen nun drei statt zwei voreinstellbare Fahrstufen zur Wahl: Sport, Normal und Komfort. Holger Holzer/mid
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