Leverkusen, 22. Juli 2009 - Eine Zeit lang war es nicht klar, ob der bereits im Januar 2009 vorgestellte neue Mazda RX-8 überhaupt nach Europa kommt. Jetzt ist die Entscheidung zugunsten der hiesigen Wankel-Fans gefallen: Auf der IAA (17. bis 27. September 2009 in Frankfurt am Main) stellt sich der Wagen dem prüfenden Blick des Publikums.
Auf Präsens getrimmt
Optisch kommt der neue RX-8 bulliger daher: Breite Xenon-Scheinwerfer, auf doppelte Größe anschwellende Ölkühler-Luftöffnungen rechts und links sowie ein neu gezeichneter Frontschweller prägen das Antlitz des Japaners. Die erweiterten Lüftungslöcher helfen, das Öl im Volllastbetrieb um sechs Grad kühler zu halten als bisher. Zeitgemäß strahlen die Rückleuchten jetzt mit LEDs, der Heckspoiler wurde neu geformt und zwei größere Endrohre schicken ihren Gruß auf die Straße.
Kabine aufgewertet
Im Innenraum des RX-8 will Mazda einen höherwertigen Eindruck hinterlassen. So wurden die Oberflächen überarbeitet und die sonst bei den RX-8-Sondermodellen vorhandenen schwarzen Klavierlack-Applikationen in Mittelkonsole und Lenkrad kommen jetzt serienmäßig in den Wagen. Neu: Der rote Bereich des Drehzahlmessers ist variabel ausgelegt, wandert also bei wärmerem Motor in höhere Regionen. Bekannt ist diese Technik beispielsweise vom BMW M5. Als Ausstattung sind Rekaro-Sportsitze für vorne, eine Blutooth-Freisprecheinrichtung, ein Licht- und Regensensor, ein Anschluss für externe Audiogeräte und eine Bose-Soundanlage mit dabei.
Lenkung und Dämpfung aufgefrischt
Um das Fahrverhalten des RX-8 zu verbessern, wurde die Karosserie des Wankel-Wagens versteift: Laut Mazda steigt die Verwindungssteifigkeit um 5,4 und die Biegesteifigkeit um 8,7 Prozent. Dafür zuständig ist unter anderem eine Domstrebe über der Vorderachse. Bilstein-Stoßdämpfer sollen für eine konstantere Dämpfung gut sein. Ein direkteres Lenkgefühl wird laut Mazda durch einen modifizierten vorderen Hilfsrahmen erreicht. Neu designte 19-Zoll-Alufelgen mit einer 225/40-R19-Bereifung stellen den Kontakt zur Straße her.
Endlich: Ergonomischer Ölmessstab
Die Leistungswerte des Wankelmotors bleiben gleich: 231 PS und 211 Newtonmeter Drehmoment sorgen für eine Höchstgeschwindigkeit von 234 km/h, der Sprint auf Tempo 100 ist in 6,4 Sekunden erledigt. Kleinere innermotorische Maßnahmen sollen aber die ohnehin prächtige Drehfreudigkeit des Kreiskolben-Aggregats erhöhen. So wurden die mechanischen Ölpumpen gegen elektromagnetische ausgetauscht. Und eine Änderung wird RX-8-Freunde aufatmen lassen: Das Ende des Ölmessstabs ist gut greifbar nach oben auf die Motorabdeckung gewandert. Bisher saß das Messgerät seitlich neben dem Motor, versteckt unter einem Wust von Kabeln und Schläuchen - ein Ärgernis bei einem Fahrzeug, wo bei jedem Tankstopp eine Kontrolle des Ölstandes angesagt ist.
Neues Getriebe
Die Kräfte des RX-8 werden nach wie vor mit einem manuellen Sechsgang-Getriebe eingeteilt. Aber dieses Getriebe ist komplett neu. Ursprünglich für die dritte Generation des MX-5 entwickelt, haben die Mazda-Ingenieure das Räderwerk an den Wankelmotor angepasst. Alle sechs Gänge sind kürzer als bisher übersetzt. Ob sich der bisher so hakelige Rückwärtsgang beim neuen Modell geschmeidiger einlegen lässt, müssen die ersten Tests zeigen. Mazda spricht jedenfalls in Sachen Vorwärtsgänge von besseren Durchzugswerten und weißt auch noch auf die jetzt um 30 Prozent verwindungssteifere Kardanwelle hin.
Nur in der Top-Ausstattung
Wer einen neuen RX-8 haben will, hat keine Wahl: In Deutschland lässt sich nur die Toppausstattungsvariante mit 231-PS-Motor ordern. Das so genannte Sports-Line-Modell schlägt mit 38.180 Euro zu Buche und kann ab sofort bestellt werden.
Mittwoch Juli 22
Teilen Sie Ihr wissen
ADAC - Staumeldungen: