170 PS aus zwei Litern oder aus 1,4 Litern
Nicht ganz so krass ist der Verbrauchsunterschied bei anderen Konkurrenten. Der Peugeot 307 braucht mit 177-PS-Motor 8,4 Liter auf 100 Kilometer. Am besten in diesem Vergleich schneidet der
Renault Mégane 2.0 Turbo mit 163 PS
und einem Verbrauch von 7,7 Litern ab
aber auch das ist noch ein halber Liter
mehr als beim GT. Und alle diese Konkurrenten
brauchen für eine Leistung von rund 170 PS zwei Liter Hubraum, während der VW das mit ganzen 1,4 Litern erledigt.
Viel Drehmoment
Bei dem Mini-Hubraum könnte man Schwächen beim Drehmoment vermuten. Dem ist aber nicht so. Die Zahlen sind imposant: Der Motor erreicht im Drehzahlbereich von 1.750 bis 4.500 Umdrehungen ein maximales Drehmoment
von 240 Newtonmetern kaum weniger als der Zweilitermotor des Opel Astra 2.0 Turbo. Und so kommt der Benziner-GT gut aus dem Drehzahlkeller. Allerdings lang nicht so
schwungvoll wie die ebenfalls 170 PS starke TDI-Variante im GT.
Kompressor dichtet Turboloch ab
Positiv fällt auf, dass es kein spürbares
Turboloch gibt. Dies liegt am Konzept der doppelten Aufladung. Da Turbolader bei niedrigen Drehzahlen wenig effektiv arbeiten, setzt VW hierfür einen Kompressor ein. Der arbeitet im Bereich bis 2.000 Touren permanent. Bei etwas höheren Drehzahlen schaltet sich der Turbolader dynamisch zu,
und ab 3.500 U/min ist der Turbo alleine
für die Aufladung zuständig. Der Kompressor wird dann durch eine Magnetkupplung von der Kurbelwelle abgekoppelt, so dass er nicht mehr mitläuft und keinen zusätzlichen Sprit
verbraucht.
Gleichmäßige Leistungsentfaltung
Von dem ganzen Prozess bekommt der Fahrer nichts mit: Die Leistung entfaltet sich gleichmäßig. VW stopft also das Turboloch mithilfe eines Kompressors. Den zweiten Nachteil der Turbobenziner hat VW dem TSI noch nicht ausgetrieben: das Pfeifen.
Im GT ertönt es deutlich, und zwar parallel
zum Ausschlag der roten Boost-
Anzeige im Cockpit.
Ab 22.500 Euro
Eine weitere Besonderheit des GT ist das Lederlenkrad mit GT-Logo. Außerdem besitzt er Sportsitze vorne, eine Klimaanlage, ein Sportfahrwerk und 17-Zoll-Aluräder. Die übrige Ausstattung entspricht der Golf-Basisversion Trendline. Den Golf GT 1.4 TSI gibt es als Dreitürer für 22.500 Euro. Auf den ersten Blick viel Geld, aber der Astra GTC 2.0 Turbo ist mit 21.940 Euro auch
nicht viel günstiger. Außerdem spart der GT nicht nur beim Tanken, sondern wegen des kleinen Hubraums auch bei der Steuer. Insgesamt hat uns der TSI-Golf überzeugt: Er fühlt sich etwa so wie ein Zweiliter-Benziner an und weist ähnliche Fahrleistungen auf. Der
Verbrauch bleibt aber weit darunter.
Touran TSI mit 140 PS
Nicht ganz so sportlich wie der Golf GT ist die zweite Neuvorstellung mit TSI-Motor: der Touran TSI mit 140 PS. Hier hat VW den Schwerpunkt anders gelegt nämlich auf das Drehmoment. Beim Touran TSI liegt es bei beeindruckenden 220 Newtonmetern. Und die
stehen in einem breiten Bereich an, nämlich von 1.750 bis 4.000 U/min. Dagegen besitzt
der gleich starke Opel Zafira 1.8 mit 175 Newtonmetern ein deutlich niedrigeres
Drehmoment, das auch erst ab 3.800 Touren bereitsteht.
Spritsparen? Beim Touran TSI Fehlanzeige
Auch beim Spurt ist der Touran TSI (9,8 Sekunden auf Tempo 100) runde
anderthalb Sekunden schneller als der Opel (11,5 Sekunden). Viel Sprit sparen kann man allerdings mit dem Touran TSI nicht. Mit 7,4 Litern auf 100 Kilometer ist er hier nur um 0,2 Liter besser als der Opel. Aufgrund der niedrigeren Leistung kann der Touran
natürlich nicht ganz so viel Spaß machen wie der Golf GT. Uns stört aber etwas
anderes, nämlich dass VW hier den Akzent nicht auf den Spritverbrauch legt. Viele Familien müssen aufs Geld achten, und da wäre ein sparsamer Motor willkommener als ein kraftvoller. Beim Preis liegt der Touran TSI
mit 22.590 Euro immerhin nur wenig über dem Opel-Konkurrenten Zafira 1.8, der 22.045 Euro kostet.
TSI-Karriere noch nicht beendet
Mit den beiden nun vorgestellten TSIModellen
ist die Karriere der neuen Motorengeneration noch nicht beendet. So soll es ab Juli 2006 den Jetta mit dem 170-PS-TSI geben, und ab 2007 auch den Touran. Auch größere Motoren mit TSI-Technologie kann man sich bei VW
vorstellen. So könnten vielleicht einmal
Sechszylinder mit doppelter Aufladung
die Achtzylinder aus dem Feld schlagen mit einem positiven Effekt für den Verbrauch. Doch ob es dahin kommt, hat zunächst allein der Käufer in der Hand.
(sl)
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