Isuzu: Neuer Anlauf des japanischen Nutzfahrzeugspezialisten

Im dritten Anlauf will der japanische Nutzfahrzeughersteller Isuzu nun endgültig in Deutschland Fuß fassen. Mit den frisch überarbeiteten leichten Lastwagen der N-Serie und der Pick-up-Baureihe D-Max will der drittgrößte Nutzfahrzeughersteller der Welt vor allem preisbewusste Kunden gewinnen.

Obwohl Isuzu auf eine fast 100-jährige Geschichte zurückblicken kann und die Lkw der N-Serie seit rund 50 Jahren zu den weltweit erfolgreichsten Leicht-Lastwagen zählen, ist die Marke hierzulande kaum bekannt. Dabei versuchten die Japaner als ehemaliger Bestandteil des Imperiums von General Motors bereits 1987 den Golf-Rivalen Gemini in Deutschland zu etablieren. Dies allerdings vergeblich, vielleicht Grund genug für Isuzu, um kurz danach einen Neustart unter der Marke Opel zu versuchen. So waren die Opel-Offroader Frontera und Monterey und der Pritschenwagen Campo in den 90er-Jahren nichts anderes als Isuzu Trooper, Rodeo und TF unter neuem Logo.

Mit dem Ende der GM-Ära begann vor gut zwei Jahren die Isuzu Sales Deutschland GmbH in Flörsheim bei Frankfurt als Joint-Venture-Unternehmen zwischen der Mitsubishi Corporation und Isuzu Motors mit dem Import des Pick-ups "D-Max" sowie der Leicht-Lkw-Modelle "N-Serie" in Deutschland und Österreich. Über ein hierzulande allerdings noch nicht flächendeckendes Vertriebsnetz von 180 D-Max-Händlern und 77-N-Serie-Händlern wurden 2008 etwa 1 100 Pickups und 120 Lastwagen verkauft.

Das ist nicht mehr als ein Achtungserfolg, zumal Isuzu-Deutschland-Geschäftsführer Udo Emmerling seine ursprünglich ehrgeizigen Ziele angesichts der Autokrise deutlich nach unten korrigieren musste. Statt der ab 2010 avisierten 3 000 D-Max-Pritschenwagen und 1 000 N-Serie-Laster pro Jahr plant Emmerling für Österreich und Deutschland jetzt nur noch rund 1 300 D-Max und 150 N-Serien ab 2011 - dies aber über ein deutlich dichteres Vertriebsnetz. So sollen in Deutschland noch in diesem Jahr insgesamt 250 D-Max-Verkaufsstützpunkte und 90 N-Serie-Händler unter Vertrag stehen.

Mit rund 20 Modellvarianten in 12 unterschiedlichen Radständen, Gesamtlängen und Achslastverteilungen, einem Nutzlastspektrum von 1 035 bis 4 875 Kilogramm, als schmale und breite Einzelkabine sowie als Double Cab für drei bis sieben Personen und mit einer Vielzahl an Aufbauvarianten für spezielle Branchen setzt Isuzu mit der in Portugal gefertigten und jetzt überarbeiteten N-Serie ganz auf das Erfolgsrezept deutscher Wettbewerber. Dazu kommen vergleichsweise günstige Preise, die bei 19 990 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer für die Basisversion ohne Kofferaufbau starten. Die relativ starken und sparsamen 3,0-Liter- und 5,2-Liter-Diesel mit 110 kW/150 PS beziehungsweise 140 kW/190 PS Leistung genügen der Euro-4-Norm. Die Euro-5-Tauglichkeit wird vorbereitet, außerdem soll die N-Serie künftig auch mit Allradantrieb lieferbar sein.

Einstiegsmodell in die Isuzu-Nutzfahrzeugflotte ist die zuletzt 2007 aufgefrischte Pick-up-Reihe D-Max, für die zwei Motorisierungen zur Wahl stehen. Neben einem 2,5-Liter-Diesel mit 100 kW/136 PS steht ein 120 kW/163 PS leistender Drei-Liter-Selbstzünder im Angebot. Wie die meisten Wettbewerber im kleinen, dafür aber beständigen Pick-up-Segment gibt es auch den Isuzu in drei unterschiedlichen Kabinengrößen. Formal verzichtet der in Thailand gebaute D-Max auf Designexperimente, sondern richtet sich mit seiner klassischen Optik vor allem an Handwerker und mit dem Allradantrieb an Offroadfans. In der Einstiegsversion als Single Cab, die bei 15 546 Euro plus Mehrwertsteuer startet, verfügt der D-Max allerdings nur über zwei angetriebene Räder.

Als Nutzfahrzeug-Nischenanbieter mit vergleichsweise günstigen Preisen, aber dennoch vielfältigen Branchenlösungen und einem bald weitgehend flächendeckenden Händlernetz könnte es Isuzu gelingen, gegen die hierzulande marktbeherrschenden europäischen Hersteller zu bestehen und die jetzt nicht mehr allzu hoch gesteckten Verkaufsziele zu erreichen. Wolfram Nickel/mid

Montag März 23

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