Vier Sitze, kompakte Abmessungen und ein Metalldach zum Aufklappen: Was vor ein paar Jahren noch exotisch war, gehört heutzutage zum Standard in den Autohäusern. Der Glaubenskrieg zwischen harter Haube und weichem Tuch ist dabei längst entschieden: Hardtop wird immer mehr zur Regel, das Stoffdach ist die mal besonders sportliche, mal betont elegante Ausnahme. Peugeot hat das Metallklappdach bei kleinen und erschwinglichen Cabrios populär gemacht und will seine Vorreiterrolle jetzt mit dem 308 CC untermauern. Die Neuauflage des offenen Kompaktwagens steht ab dem 4. April zu Preisen ab 25 800 Euro bei den deutschen Händlern.
Zunächst bieten die Franzosen für das neue Cabrio nur einen Motor an: den 2,0-Liter-Diesel mit 103 kW/140 PS Leistung und 320 Nm Drehmoment bei 2 000 U/min zu Preisen ab 30 150 Euro. Dank hoher Laufkultur macht der Common-Rail-Vierzylinder in dem offenen Viersitzer eine gute Figur. Damit wäre auch die zweite Glaubensfrage geklärt: Cabrio und Diesel können tatsächlich zusammen harmonieren. Zumal der durchzugsstarke Selbstzünder gut zu der komfortbetonten Charakteristik des 308 CC passt, die sich auch an der Auslegung von Fahrwerk und Lenkung ablesen lässt. Der offene Franzose mag ein Auto für alle Jahreszeiten sein - vor allem aber ist er ein Auto für den Sonntagnachmittag, mit dem man entspannt und ohne Eile über Landstraßen gleiten kann. Sportliche Ambitionen werden dabei allerdings im Keim erstickt: Dafür fehlt es an Präzision, Direktheit und Konsequenz.
Zwei weitere Motoren - ein 1,6-Liter Diesel mit 82 kW/112 PS und ein 1,6-Liter-Benziner mit 88 kW/120 PS - sind ab Mitte des Jahres lieferbar, ein Turbo-Benziner mit 110 kW/150 PS folgt im Herbst. Hintergrund dieser Salamitaktik: Peugeot möchte in Deutschland nur Motoren anbieten, die bereits die ab Herbst geltende Euro-5-Abgasnorm erfüllen.
Bei der sonntäglichen Ausfahrt kann der Fahrer auch noch bis zu drei Begleiter mitnehmen. Längere Fahrten sollten den Fondinsassen dieses Viersitzers, der de facto eher ein 2+2-Sitzer ist, allerdings nicht zugemutet werden. Denn die ordentliche Ellbogenfreiheit vermag es nicht, die fehlende Beinfreiheit auf den Rücksitzen zu kompensieren. Genug Platz für Gepäck ist aber vorhanden: Weil sich das zweiteilige Metalldach noch kompakter in den Kofferraum faltet, bleiben 226 Liter Stauvolumen übrig. Ist das Dach geschlossen, fasst das Gepäckabteil sogar 403 Liter, 53 Liter mehr als bisher. Das Plus an Ladevolumen geht nicht zu Lasten der Ästhetik: Die Heckpartie, notorische Problemzone von Klappdachcabrios, wirkt dank einiger optischer Kniffe nun breiter, flacher und harmonischer als beim etwas pummeligen Vorgängermodell 307 CC.
Die Schokoladenseite des offenen Franzosen ist von außen allerdings gar nicht zu sehen: Es ist der Innenraum, der mit durchdachter Ergonomie, geschmackssicherer Gestaltung und hohem Verarbeitungsniveau glänzt. Der Begriff "Premium", den Peugeot für den 308 CC überstrapaziert, ist in diesem Zusammenhang gar nicht mal übertrieben, erst recht wenn man die optionale Volllederausstattung ordert, bei der auch das Armaturenbrett mit Leder bezogen ist. Zum Komfortcharakter des 308 CC passt, dass wegen der weit nach hinten gezogenen Windschutzscheibe bei hochgestellten Fensterscheiben und ausgestelltem Windschott kaum ein Lüftchen die Haare der Passagiere touchiert. Die neue Nackenheizung "Airwave" in den vorderen Kopfstützen kann man sich daher sparen. Peter Eck/mid
Bewertung:
Plus: hoher Fahrkomfort, drehmomentstarke Antriebe
Minus: Lenkung zu leichtgängig und indirekt, geringe Beinfreiheit im Fond
Technische Daten:
Coupé-Cabriolet mit Metallklappdach und vier Sitze, Länge/Breite/Höhe/Radstand: 4,40/1,82/1,43/2,61 Meter;
2,0-Liter-Dieselmotor mit 103 kW/140 PS, maximales Drehmoment 320 Nm bei 2 000 U/min, null bis 100 km/h in 10,8 Sek., Höchstgeschwindigkeit 208 km/h, Verbrauch 5,9 l/100 km, CO2-Ausstoß 155 g/km, Euro 5; Preis ab 30 150 Euro.
Dienstag März 24
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