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Der kleine MPS: Mazda bringt den 3 mit Zweiliter-Diesel

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Der kleine MPS: Mazda bringt den 3 mit Zweiliter-Diesel
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Mazda 3 2.0 MZR-CD Top
April 2007
24.800 Euro
Antrieb 100%
- kräftiger, Benziner-ähnlicher Durchzug
- sehr leise bei allen Drehzahlen
Fahrwerk 95%
- gute Dämpfung auf allen Wegen
- sportliches Kurvenverhalten
Karosserie 90%
- schick, auf europäischen Geschmack getrimmt
- im Fond recht knapp für Große
Kosten 90%
- guter Serienumfang
- nur als Fünftürer
Wernberg/Köblitz, 23. April 2007 – Er wird einfach nicht laut. Nur wenn ich zur Höchstgeschwindigkeit aufschließe, kommt ein ganz feines, knirschiges Brausen zum ruhigen Motorbrummen hinzu. Das klingt ein wenig nach dem 260-PS-Sportler Mazda 3 MPS. Zu Recht? Um diese Parallele zur Mazda Performance Series zu überprüfen, teste ich den Mazda 3 mit dem neuen Zweiliter-Diesel.

Mazda 3 nicht für drei
Wer einen dreitürigen Mazda 3 auf der Straße sieht, weiß eins ganz genau: Da steckt kein Zweiliter-Diesel drin. Den bauen die Japaner nämlich nur in die fünftürige Variante namens „Sport“ ein. Außerdem gibt es den großen Diesel nur für die Ausstattungslinien Active und Top, wobei Active ein Sondermodell und Top die hochpreisigste Version ist. Ansonsten ist der Mazda 3 2,0 MZR-CD ein ausgesprochen schicker Wagen, der mit seinen serienmäßigen Xenon-Lichtern neugierig in die Welt guckt.

Hightech und Komfort
Einen auffälligen Punkt teilen sich Ex- und Interieur beim Mazda 3: die Top-Verarbeitung. Die Maße stimmen, nichts klappert oder wackelt und die Kunststoffoberflächen sind zwar keine Sensation, aber sie wirken gefällig und kratzunempfindlich. In dieser Beziehung liegt der kompakte Mazda um Längen vor seinem japanischen Konkurrenten Toyota Auris. Dessen glatte Flächen lassen sich schon mit einem Buch zerkratzen und die Mittelkonsole kann man beliebig nach rechts und links schieben. Im Gestühl des Mazda 3 sitzt es sich bequem und langstreckentauglich. Allerdings widerspricht der mittelprächtige Seitenhalt der sportlichen Attitüde. Auch hinten wird komfortabel geplatzt, aber für Leute mit langen Beinen wird es eng. Unterhaltungen sind im Mazda kein Problem: Die allerorten verbaute Geräuschdämmung macht einen guten Job. Und wer konstante Geschwindigkeiten liebt, der lässt die Gaszufuhr vom Tempomaten steuern, der im Serienumfang enthalten ist.

Ein Schuss MPS
Die MPS-Modelle bilden die Spitze der Mazda-Motorengruppe. Sowohl Mazda 6 MPS als auch 3 MPS mussten sich ein paar Modifizierungen gefallen lassen, um die enormen Triebwerkskräfte verarbeiten zu können. Der Dritte, der in den Genuss von gezielten Verstärkungen kommt, ist unser 2,0-Liter-Diesel-Modell. So wurde die Aufnahme der Federbeine verbessert. Außerdem kommt ein kräftigerer Träger in den Mitteltunnel. Das Fahrwerk arbeitet jetzt mit größeren Querstabilisatoren und auch die Feder- und Dämpferraten wurden vollkommen neu abgestimmt. Wie wirkt sich das im Alltagsbetrieb aus?

Leckere Mischung
Ich fahre mit dem Mazda 3 mit Zweiliter-Diesel durch Stadt, Land und über die Autobahn. Immer das gleiche Ergebnis: Das gesamte Fahrverhalten wirkt auf den ersten Blick einlullend familientauglich, aber nach ein paar Minuten brechen die Sportler-Gene des Japaners durch. Die Lenkung spricht direkt an und kommt mir sogar etwas weniger schwergängig als beim MPS-Modell vor, wobei das Lenkrad an sich ruhig ein bisschen dicker sein könnte. In die Kurve legt sich der Wagen, ohne mit einem abrupten Lastwechsel zu schocken. In stabiler Schräglage zieht er um die Ecken. Die im Vergleich zu den anderen Mazda-3-Varianten (außer 3 MPS) vergrößerten Bremsen verzögern das Fahrzeug gleichmäßig und optimal. Dabei weigert sich die Karosserie zu nicken. Unebenheiten aller Art werden weggedämpft, nur akustisch dringen sie bis zu den Insassen durch. Mazda ist hier eine anziehende Mischung aus Komfort und Sportlichkeit gelungen.

Der fehlte noch
Wer es mit dem Mazda 3 sportlich krachen lassen will, der greift zum MPS-Modell, welches im Moment ein halbes Jahr im Voraus bestellt werden muss. Wer bei sportlicher Anmutung auch noch ein bisschen sparen wollte, der guckte bis jetzt in die Röhre. Um auch diesen Fahrern zu helfen, hat Mazda jetzt den aus dem Mazda 5 und dem Mazda 6 bekannten 2,0-Liter-Turbodiesel ins Kompaktmodell gepflanzt. Beim Tritt aufs Gas spurtet der Wagen erfrischend los. Weder von der Soundkulisse noch vom Anzug her meint man, von einem klassischen Diesel gezogen zu werden. Schnell und ruhig sind die Prädikate, die dem Selbstzünder zustehen. Kein Vergleich mit dem schmerzhaft nach Traktor klingenden Zweiliter-Diesel des Toyota Auris. In 9,9 Sekunden überfährt die Mazda-Maschine die 100-km/h-Linie. Der Anzug stuft sich perfekt bis zum sechsten Gang durch. Erst hier, ab zirka 180 km/h wird es ein bisschen gemütlicher. Aber immerhin geht es noch bis zur Maximalgeschwindigkeit von 203 km/h weiter.

Dreht stark
Die Japaner haben in Sachen Diesel aufzuholen. Entwicklungsarbeit, die Peugeot zum Beispiel schon vor Jahren geleistet hat, wird erst in jüngster Zeit in Angriff genommen und belastet natürlich das Budget. Die gute Kehrseite der Medaille: Am Ende kommen sehr moderne Diesel heraus. Das Zweiliter-Aggregat legt zum Beispiel ein Drehmoment von 360 Newtonmetern an die Kurbelwelle. Der VW 2.0 TDI muss da mit 40 Newtonmetern weniger auskommen. Eine verstärkte Antriebswelle war nötig, um das Drehmoment zu handlen. 143 PS galloppieren aus den vier turbobedrückten Zylindern. Trotz aller Kraftprotzerei: Der Diesel geht recht sparsam zur Sache: 6,0 Liter des preisgünstigen Kraftstoffs gönnt er sich auf 100 Kilometern.

Selbst zünden, selbst schalten
Auch die manuelle Sechsgang-Schaltung des Diesel-Modells mit dem großen Selbstzünder basiert auf der Getriebeeinheit des Performance-Modells MPS. Sie ist dermaßen direkt und präzise, dass ein Verschalten unmöglich erscheint. Für Hakler ist kein Platz in der Schaltungswelt unseres Testwagens. Exakt und chirurgisch sauber erfolgt die Einteilung der Momente, wobei der sechste Gang, wie bereits erwähnt, der gemütlichste ist. Wer das Haar in der Suppe sucht: Der Schaltknüppel könnte ebenso wie das Lenkrad ruhig noch ein paar Gramm zulegen, damit sein Umfang ein wenig anschwillt. Über eine Automatik wird bei Mazda im Moment nachgedacht, allerdings ist sie in den nächsten zwei Jahren definitiv noch nicht verfügbar.

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