Durstige Fahrmaschine
Noch etwas lustvoller lässt sich der Hebel durch die Gassen der betont knackigen Sechsgang-Schaltung im CrossGolf jagen. Das passt wunderbar zum insgesamt sportlichen Charakter des Niedersachsen. Mit dem etwas lauteren und ruppigeren Pumpe-Düse-TDI dauert der 100-km/h-Sprint zwar 9,7 Sekunden, dafür endet der Vortrieb erst bei 202 km/h. Obwohl nicht ganz so antrittsschnell, vermittelt das Auto deutlicher als die anderen ein dynamisch-aggressives Fahrgefühl. Dazu trägt unter anderem das ab 1.750 Umdrehungen anliegende Drehmoment von 320 Newtonmetern bei. Allerdings erreichte diese spaßbetonte Fahrmaschine mit 8,6 Litern auch den höchsten Durchschnittsverbrauch im Test.
Bester Sprinter, aber laut
Im Caliber werkelt übrigens der gleiche Motor wie im Golf. Den Dieselantrieb haben die Amis kurzer Hand bei VW eingekauft. Obwohl mit 9,3 Sekunden für den 100-km/h-Sprint am antrittsstärksten, fuhren wir ihn mit 8,1 Litern sparsamer als den VW. Die Endgeschwindigkeit liegt mit 196 km/h etwas unterhalb der beiden Deutschen. Damit könnte der Caliber beim Antriebs-Kapitel eigentlich den Sieg einstreichen. Eigentlich. In der Praxis ist das Aggregat aufgrund schlechter Abkapselung einfach zu laut. Zudem dröhnt der Motor in manchen Drehzahlbereichen unangenehm. Trotz kurzer Schaltwege ist der Gangwechsel nicht so knackig wie im CrossGolf, und der Schalthebel selbst ist alles andere als ein Handschmeichler.
FAHRWERK / LENKUNG
Auch das Fahrwerk und die Lenkung sind beim Caliber weniger überzeugend. Der Amerikaner rollt recht trocken ab, könnte etwas sanfter dämpfen und die häufig polternde Hinterachse stört ebenfalls. Zudem bringen die Vorderräder die Kraft nicht sauber auf den Asphalt. Neben spürbaren Lenkeinflüssen beim Beschleunigen aus Kurven wirkt die Lenkung zudem mäßig präzise und synthetisch. Beim scharfen Einbremsen vor Kurven kommt Unruhe ins Volant und die Stopper hinterlassen einen stumpfen Eindruck. Wer allerdings nicht betont sportlich fahren will, könnte sich auch mit dem Fahrverhalten des Dodge anfreunden.
CrossGolf vermittelt viel Fahrspaß
Deutlich besser liegt der CrossGolf auf der Straße. Zwar bietet auch der Wolfsburger kein mustergültiges Komfortniveau, doch nervt er die Insassen keineswegs mit übertriebener Härte. Dafür lässt sich der relativ hoch bauende Frontriebler besonders präzise und agil dirigieren. Ein tolles Einlenkverhalten, geringes Kurvenwanken und ordentlich zupackende Bremsen vermitteln stets das Gefühl, den Wagen gut und sicher zu beherrschen. Und ein Schlechtwegefahrwerk ermöglicht sogar Ausflüge auf Schotterpisten.
B-Klasse überzeugender Alleskönner
Ebenfalls agil doch mit mehr Schlagseite geht die B-Klasse durch Kurven. Zwar bietet sie selbst eiligen Zeitgenossen genügend Reserven. Doch ganz so betont sportlich wie der CrossGolf fährt sich der Schwabe nicht. Flotter geht es mit dem optional bestellbaren Sportfahrwerk (im Sportpaket für 1.333 Euro enthalten) ums Eck. Unser Testwagen ohne diese Option gefiel dafür mit dem guten Komfort trotz einer bisweilen etwas rumpeligen Hinterachse und mit einem tadellosem Geradeauslauf bei Top-Speed. Der Stuttgarter ist ein höchst befriedigender Alleskönner. Wie der VW und der Dodge verfügt selbstverständlich auch die B-Klasse serienmäßig über die elektronischen Regelsysteme ABS, ESP und ASR.
INNENRAUM / PLATZ
Alle drei Testkandidaten sind ausschließlich mit fünf Türen und fünf Sitzplätzen zu haben. Obwohl mit 4,42 Meter der Längste im Trio, schneidet der US-Kandidat hinsichtlich der Raumökonomie am schlechtesten ab. Vorne sind die Platzverhältnisse gut, doch die höher bauenden Deutschen bieten mehr Kopffreiheit und ein insgesamt großzügigeres Raumgefühl. Der normal 352 Liter große Kofferraum im Dodge lässt sich durch das Umlegen der hinteren Rückbank auf 1.339 Liter erweitern. Das wars. Dafür ist im Caliber das Angebot an Ablagen und Staufächern üppig. So befindet sich in der Mittelkonsole ein spezieller Handy-Halter. Pfiffig ist auch das Getränkedosen-Regal im gekühlten Handschuhfach. Obwohl auf den ersten Blick recht ansehnlich gestaltet und mit einer Bildschirmnavigation sowie einer Lederausstattung aufgewertet, wirkt die Hartplastiklandschaft des Caliber unterm Strich nicht sonderlich wohnlich. Vieles wirkt einfach zu billig, wie zum Beispiel die Türöffner aus Plastik.
Viel Premium im VW
Mercedes und VW bieten hingegen Premium-Flair. So sind zum Beispiel die Türgriffe jeweils aus elegantem Metall. Der Wolfsburger gefällt zudem mit einem sehr übersichtlichen wie hochwertigen und sauber verarbeiteten Interieur. Sehenswert sind die peppigen, zweifarbigen Sitzbezüge. Das straff gepolsterte Gestühl bietet zudem eine gute Seitenführung. Auch hinten sitzt man im Golf bequem. Da sich die Fondsitze längs verschieben lassen, bleibt die Wahl, ob dem Gepäck oder der Schwiegermutter mehr Platz eingeräumt werden soll. Um 16 Zentimeter kann man die Möbel verrücken. Je nach Sitzposition ergeben sich so in der fünfsitzigen Konfiguration 395 bis 505 Liter Kofferraum. Die Rücksitzlehnen fallen mit dem Zug an einer Schlaufe einfach nach vorn. Die Polster gleiten gleichzeitig nach unten, so dass sich eine ebene Ladefläche ergibt. Maximal fasst der CrossGolf dann 1.450 Liter. Kein schlechter Wert.
Raumwunder B-Klasse
Doch den überzeugendsten Innenraum bietet der Benz. Er beeindruckt mit einer durchweg sehr guten Qualität und einem hohen Sitzkomfort. Außerdem trumpft der 4,27 Meter lange Sternträger mit dem mit Abstand größten Strauraum auf. Das Gepäckabteil fasst in der Normalkonfiguration bis zur Fensterlinie 544 Liter. Hierin enthalten ist das Volumen einer Mulde, die sich unterm Kofferraumboden verbirgt. Um mehr Gepäck zu befördern, können zunächst die Sitzpolster nach vorn in die Senkrechte gekippt und die Lehnen nach vorne geklappt werden. Die Klappe am Kofferraumboden lässt sich in zwei Stellungen bringen. In der oberen Position sorgt sie für eine völlig ebene Ladefläche. Wer will, kann dann auch noch die Beinauflageflächen ausbauen. Sie passen in den Laderaum unter der Klappe. Bei dachhoher Beladung lassen sich so 1.530 Liter unterbringen. Für den Einkauf beim Baumarkt kann man außerdem die Lehne des Beifahrersitzes serienmäßig umklappen. So passen bis zu 2,95 Meter lange Gegenstände ins Auto. Wem der serienmäßige Laderaum der B-Klasse noch nicht reicht, kann das aufpreispflichtige Easy-Vario-System bestellen (298 Euro). Dann sind zusätzlich noch die Sitzlehnen im Fond ausbaubar. Sie passen allerdings nicht mehr in den Innenraum, sondern müssen zwischengelagert werden. Zusätzlich lässt sich noch der Beifahrersitz herausnehmen. Ist alles ausgebaut, kommt die B-Klasse auf ein Gepäckvolumen von stattlichen 2.245 Litern. Dabei ist der Raum neben dem Fahrer bis zur Fensterlinie mitberücksichtigt.
AUSSTATTUNG / PREISE
Mit seinem Verbrauch und seiner Sprintstärke kann der Dodge überzeugen. Doch ansonsten fährt er den deutschen Kontrahenten hinterher. Hierfür gibt es einen entscheidenen Grund: Für ihre Premium-Qualität verlangen Mercedes und VW richtig stolze Preise. Der B 200 CDI in der Basisversion kostet üppige 29.750 Euro. Ebenfalls noch hochpreisig ist der Wolfsburger Testkandidat für 27.801 Euro. Jedoch handelt es sich beim CrossGolf eigentlich um eine hochwertige Ausstattungsvariante des Golf Plus. Wer also keinen Wert auf die auffällige Cross-Optik legt, kann den zivilen Golf Plus mit 2.0 TDI bereits ab 23.287 Euro bekommen. Das sind aber immer noch gut 5.000 Euro mehr als für den Diesel-Dodge verlangt werden. Dieser bietet bereits eine umfangreiche Basisausstattung. In der Top-Version SXT kostet der Caliber 2.0 CRD nur 20.790 Euro. Wer dann noch zusätzlich das umfangreiche Luxury-Paket für 2.700 Euro bestellt, bekommt fast schon eine Vollausstattung. Preislich liegt der Dodge dann aber erst auf dem Niveau vom Golf Plus 2.0 TDI in der Basisausstattung. Zwischen den Einstiegsversionen von Caliber und B-Klasse klaffen sogar stolze 11.500 Euro. Obwohl die B-Klasse mit einer guten Serienausstattung aufwartet, wird dieser Abstand ausstattungsbereinigt sogar noch größer.
Gesamtkosten-Vergleich
Vergleicht man jedoch die Gesamtkosten* (Quelle: www.adac-autokosten.de), sind die finanziellen Unterschiede weniger gravierend. Nach dieser Autokostenberechnung muss man für den Caliber in der Basisversion pro gefahrenem Kilometer 30,1 Cent zahlen. An zweiter Stelle steht der Mercedes mit 31,2 Cent. Am teuersten ist der Kilometer im CrossGolf mit 32,2 Cent. Nimmt man hingegen statt der Cross-Version den Golf Plus mit dem 2.0-TDI-Motor, kann der VW mit nur 29,9 Cent dieses Kapitel für sich entscheiden.
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Daihatsu Cuore - Video
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Halbe Raten für die 6 neuen Familienmodelle: z.B. der neue Renault Clio Grandtour ab 44,- |
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| Durchschnittspreis | 1.326 | 1.409 | 1.41 | 1.491 |
| Günstigster Preis | 1.289 | 1.366 | 1.366 | 1.426 |