Schöne Offenheit für heiße Tage: Das neue BMW 3er Cabrio

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Schöne Offenheit für heiße Tage: Das neue BMW 3er Cabrio
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BMW 335i Cabrio
Januar 2007
50.750 Euro
Antrieb 95%
- souveräner Motor mit heißem Sound
- viel Leistung, viel Drehmoment vom Start weg
Karosserie 90%
- klassische Linie mit niedriger Brüstungslinie
- wenig Platz im Fond
Fahrwerk 90%
- sportlich abgestimmt mit dennoch viel Komfort
- direkte, leichtgängige Lenkung
Kosten 85%
- guter Wiederverkaufswert
- hoher Anschaffungspreis, teure Extras
Phönix/USA, 22. Januar 2007 – Als 1986 die offene Version der BMW Baureihe E30 auf den Markt kam, war der Startschuss für ein neues Traumcabrio gefallen. Heute ist dieser Viersitzer aus München ein begehrter Gebrauchtwagen mit der zuverlässigen Chance, ein Klassiker zu werden. Jetzt, 2007, stellt BMW bereits zum vierten Mal eine Cabrio-Limousine auf Basis der 3er-Reihe vor. Doch anders als die Vorgänger kommt der Bavarian Open erstmals mit variablem Blechdach. Wir sind den aufregenden 3er mit dem 306 PS starken Twin-Turbomotor gefahren.

Erstmals ein Hofmeister-Knick
Elegant und gewohnt schick steht der neue Offen-Bayer vor uns. Wir betrachten den Neuling genauer: Trotz Stahldach ist das Cabrio keine Kopie des Coupés. Die Unterschiede liegen in der fehlenden B-Säule. In den Seitenfenstern hinten fällt der „Hofmeister-Knick“ auf, eine Ecke, die seit vielen Jahren ein Erkennungszeichen von BMW-Modellen mit festem Dach ist und nach dem BMW-Designer Wilhelm Hofmeister benannt wurde. Auch das Hinterteil wurde mit einem flacheren Heckdeckel und integrierter dritter Bremsleuchte anders gestaltet und sieht richtig schnittig aus. Vorn schaut der 3er freundlich aber bestimmt mit Corona-Scheinwerfern, hinten leuchten LED-Lampen.

Flache Brüstungslinie
Kaum etwas unterbricht die schlanke Linie. Eine Stabantenne gibt es nicht mehr. Auch (und vor allem) in geöffnetem Zustand beeindruckt der schicke Münchner mit einer schnittigen Linie: Keine fetten Überrollbügel stören das Bild, keine überzogene A-Säule schnitzt einen Zacken in die Figur. Der Wagen habe, wie Projektleiter Michael Brachvogel betont, „keine Keilform“. Die Designer haben stattdessen eine flache Brüstungslinie gezeichnet. Das käme, so Brachvogel, vor allem dem Anblick der Insassen zugute: Nicht nur die Köpfe schauen heraus, sondern auch die Schultern – „wie bei einer Büste“, erklärt Brachvogel.

Hochwertiger Innenraum
Wir steigen ein: Der Innenraum des Testwagens empfängt uns mit Holzapplikationen, hellem Leder und hellen Teppichen. Straffe Sportsitze geben uns Seitenhalt. Das Interieur wirkt sehr hochwertig und aufgeräumt – sowie wir das von einem BMW erwarten. Wir gieren danach, den Himmel über uns zu sehen und das Cabrio-Feeling zu genießen. Ein Knopfdruck in der Mittelkonsole öffnet das Blechdach vollautomatisch. Insgesamt dauert es 22 Sekunden, bis die dreiteilige Mütze klein zusammengefaltet im Kofferraum verschwunden ist. Dort verringert sich dann das Gepäck-Volumen von 350 auf 210 Liter.

Durchlade-Luke und Klapp-Lehne
Schauen wir uns den Stauraum näher an: Ist das Top geschlossen, lässt sich eine Abdeckung mit der Hand anheben, um das Gepäck besser verstauen zu können. Eine so genannter Comfort Access ist optional zu haben. Diese Funktion hebt das Dach bei geöffnetem Wagen im Kofferraum an, um darunter liegendes Gepäck besser ein- oder ausladen zu können. Eine Neuheit gibt es mit der Rücklehne: Sie lässt sich umlegen und bietet so noch einmal die Möglichkeit, 110 Liter Staugut auf der Rückbank unterzubringen. Dafür gibt es sogar Ösen, um sperrige Gegenstände fixieren zu können. Zudem ist eine Durchlademöglichkeit für Skier vorhanden, die auch dann genutzt werden kann, wenn der Wagen mit vier Passagieren besetzt ist. Somit steht einem Winterurlaub nichts mehr im Weg. Wenn die Bank geklappt wird, offenbart sich eine 40 Zentimeter breite Öffnung – hier passen sogar dicke Golfbags durch.

Hinten nicht üppig Platz
Auf den Fondplätzen wurde das Platzangebot in puncto Schulter- und Kniefreiheit im Vergleich zu den Vorgängern verbessert. Dennoch laden die steile Rückenlehne und das nach wie vor nicht üppige Raumangebot nicht zu übermäßig langen Fahrten ein.

Vier Benziner, ein Diesel
Neben dem bereits aus dem Coupé bekannten Twin-Turbomotor in unserem Testwagen werden drei weitere Benziner mit 170, 218, und 272 PS angeboten. Ergänzend steht ein 231 PS starker Dieselmotor in der Aggerate-Liste. Premiere feiert der Direkteinspritzer-Vierzylinder im 320i: Der Zweiliter ist mit einer automatischen Verstellung Doppel-Vanos für die Einlass- und Auslassnockenwelle ausgerüstet und verfügt als weiteres Highlight über eine Start-Stopp-Automatik. Als weiteres Novum erzeugt der Motor nur im Schubbetrieb und beim Bremsen Strom fürs Bordnetz. Das schafft beim Gasgeben mehr Motorleistung herbei.

335i: Satter, grummelnder Klang
Satteln wir die Pferde: Der Dreiliter-Reihensechszylinder im 335i erwacht mit einem satten, grummelnden Klang zum Leben. Mit dem ersten Gasgeben beeindruckt der Motor mit jeder Menge Vortriebswillen. Ein Turboloch gibt es praktisch nicht, das maximale Drehmoment von satten 400 Newtonmetern steht zwischen 1.300 und 5.000 Touren zur Verfügung. Mit mächtig viel Dampf zieht der Viersitzer nach vorn. Nach nur 5,8 Sekunden streift die Tachonadel über die 100er-Marke, die Spitze ist bei 250 km/h erreicht. Zwischenspurts machen besonders viel Spaß, denn im mittleren Drehzahlbereich scheint Kraft ohne Ende anzuliegen. Klar, auch die knackige Sechsgang-Schaltung leistet ihren Teil zum einem sportlichen Vorankommen: Die Gänge können auf kurzen Wegen und exakt gewechselt werden.

Fahrwerk sportlich abgestimmt
Das Fahrwerk passt zum starken Motor und ist mehr straff als komfortabel abgestimmt. Kurze Bodenwellen werden zwar nach innen gemeldet, aber insgesamt ist der Wagen recht gut gefedert. Richtig Freude kommt auf, wenn eine Serpentinenstraße lockt und man den Boliden dank der direkten Lenkung exakt wie einen Sportwagen durch die Biegungen zirkeln kann. Dank der hohen Verwindungssteifigkeit ist kein Wackeln der Karosserie zu spüren.

Windgeschützt auch bei offenem Dach
Apropos Frischluft: Im Inneren sitzen wir bei offenem Dach recht zugfrei. Wer die Scheiben schließt und das optionale Windschott über den Fondsitzen installiert, bekommt vom Fahrtwind noch viel weniger mit. Das ermöglicht, auch bei niedrigen Temperaturen noch ohne Dach fahren zu können. Das Schott hat noch eine praktische Eigenschaft: Es lässt sich so klappen, dass man schnell abgelegte Sachen auf den Rücksitzen erreicht.

Leise bei geschlossenem Dach
Ebenso schnell, wie es geöffnet hat, faltet sich das Dach wieder nach vorn und schließt den BMW dicht ab. Innen ist es dann sehr leise, Wind- oder Fahrgeräusche sind nicht lauter zu hören als bei einem Auto ohne Vario-Mütze. Das hat den Vorteil, dass man den Wagen auch uneingeschränkt im Winter nutzen kann – die Zeiten mit Zweitwagen und Saisonkennzeichen sind also vorbei.

Roll-Over-Sensorik
Betrachten wir die Sicherheitsausstattung: Sie umfasst die dynamische Stabilitätskontrolle inklusive Traktionsmoduns und Bremsenkontrolle. Zur passiven Ausrüstung gehören Front- und Kopf-Thorax-Airbags. Neu ist auch eine Roll-Over-Sensorik. Sie erfasst permanent die Vertikal- und Horizontalbewegungen des Wagens. Sobald ein Überschlag droht, fahren hinter den Fond-Kopfstützen blitzschnell platzierte Überrollbügel aus. Weiterhin sind Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer an Bord.

Ab 39.900 Euro
Und hier noch die Antwort auf eine der meist gestellten Fragen: Der von uns getestete 335i ist ab 50.750 Euro zu haben. Zugegeben: Das ist viel Geld, aber wer nicht unbedingt den superstarken Topmotor braucht, kann ab 39.900 Euro in den Frischlüfter 320i einsteigen. Ab Werk sind bereits das Sportlenkrad, 17-Zoll-Aluräder und eine elektrische Sitzverstellung an Bord. Gewiss, diese Anschaffung ist nicht billig, aber das war sie bei einem BMW in der Regel noch nie.

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