Testbericht Suzuki Swift Sport
Mittwoch April 25
Optisch macht der Suzuki Swift Sport auf Krawallkiste. Doch wie sportlich ist der kleine Japaner wirklich? Der Motorvision-Fahrbericht gibt die Antwort.
Dezent sieht anders aus: Der Swift Sport ist ein japanischer Giftzwerg mit serienmäßiger Kriegsbemalung. Laut Suzuki liegen seine Wurzeln im Rallyesport. Drehfreudiger Sechzehnhunderter-Motor, straffe Fahrwerks-Abstimmung, Frontantrieb - die Parallelen zum Schotterboliden Suzuki Swift Super 1600, der im Suzuki Rallye-Cup dem Nachwuchs als Sportgerät dient, sind eindeutig. Doch wie viel Rallyeauto steckt wirklich unter der martialischen Hülle des Swift Sport?
Den Sprint von Null auf Hundert absolviert der Japaner angeblich in unter neun Sekunden. De facto kommt aber locker eine halbe Sekunde dazu. Trotz des geringen Leergewichts von 1.100 Kilo enttäuscht der drehmomentschwache Motor in punkto Fahrleistungen. Aber der Swift ist kein Langweiler. Sportfahrwerk, direkte Lenkung und knackige Fünfgangschaltung sorgen für Fahrspaß. Ab Tempo 150 brüllt der Motor leider wie am Spieß, die rechte Hand tastet verzweifelt nach dem nicht vorhandenen sechsten Gang. ESP gibt's dafür serienmäßig, genau wie den hohen Spritverbrauch. Wer Bleifuß fährt, kommt unter 8,6 Litern Super Plus nicht weg, ruhigere Fahrer schaffen es mit einem halben Liter weniger. Dafür punktet der Kleine mit seinem Kaufpreis: 17.500 Euro - eine Kampfansage an die Konkurrenz.
Zubehör braucht es nicht. Der Swift Sport ist ein harter Brocken für die Tuningbranche: Kühlergrill wie ein überdimensionaler Staubsauger, Nebelscheinwerfer, Pseudo-Lufteinlässe, riesige 17 Zoll-Felgen. Was die "Tiefer, breiter, stärker-Fraktion" gerne nachrüstet, gibt's im Swift serienmäßig. Höhepunkt der Muskelschau: Der Dachspoiler und die Doppelrohr-Auspuffanlage. Optisch und akustisch macht der Kleine auf ganz dicke Hose. Auch der rot-schwarz gehaltene Innenraum wirkt sportlich. Die Verarbeitungsqualität ist ok, das Lederlenkrad liegt gut in der Hand. Serienmäßig verbaut sind Klimaautomatik, CD-Player und Navi. Das Radio-Navi ist allerdings nicht erste Wahl.
Ein Rallyewagen ist der Swift Sport nicht. Fahrwerk und Handling überzeugen beim Kurvenräubern, doch dem Motor fehlt Dampf. Gerade im Großstadteinsatz kann der Kleine überzeugen. Kaufargumente für den Suzuki: Preis, serienmäßige Vollausstattung und Handling. Enttäuschend sind drehmomentschwaches Triebwerk und hoher Verbrauch. Trotzdem: Wer gern dick aufträgt, findet mit dem Swift Sport einen serienmäßigen Hingucker.
Mehr zum Suzuki Swift Sport sehen Sie in Motorvision, Folge 177, am Mittwoch (25. April), 20:30 Uhr im DSF.
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