Volvo hat mit dem XC60 nun auch ein Kompakt-SUV

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Volvo hat mit dem XC60 nun auch ein Kompakt-SUV
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Volvo XC60 D5 AWD
September 2008
35.800 Euro
Antrieb 85%
- relativ sparsames Triebwerk
- Automatikgetriebe dreht recht hoch
Fahrwerk 80%
- bleibt in engen Kurven lange neutral
- für die Stadt zu straff gefedert
Karosserie 80%
- geräumiger Kofferraum
- gewöhnungsbedürftige Seitenansicht
Kosten 85%
- im Vergleich zur Konkurrenz günstig
- umfangreiches Sicherheitspaket serienmäßig
Valencia, 25. September 2008 - "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben." So will es zumindest der Volksmund. Der neue Volvo XC60 ist beileibe kein Vorreiter einer neuen Generation. In seinem Revier tummeln sich bereits so arrivierte Kandidaten wie der BMW X3, der Nissan Qashqai und der Toyota RAV4. In Kürze gesellen sich noch der neue Audi Q5 und der Mercedes GLK zu der illustren Runde der Kompakt-SUVs. Keine leichte Aufgabe also. Ob das Leben den XC60 bestraft oder der flotte Schwede durch sein umfangreiches Sicherheitspaket des Volkes Stimme Lügen straft, lesen Sie in unserem Testbericht.

S-förmige Heckleuchten
Der jüngste Coup der Schweden ist von vorne, zumindest auf den ersten flüchtigen Blick, ein verkleinertes Abbild des XC90. In der Seitenansicht fällt der ansteigende muskulöse Seitenschnitt auf. Er verleiht dem 4,62 Meter langen XC60 ein etwas pummeliges Hinterteil. Besonders markant sind die S-förmigen Heckleuchten mit LED-Technik. Bauartbedingt hat der Volvo eine hohe Ladekante. Hinter der hohen Hürde verstecken sich 495 Liter Stauraum, bei umgeklappter Rückbank sind es 1.455 Liter. Der BMW X3 misst 4,57 Meter und fasst ein Volumen von 480 Liter. Der ebenfalls 4,62 Meter lange Audi Q5 bietet ein Fassungsvermögen von 505 Liter. Das Stuttgarter Pendant Mercedes GLK misst 4,52 Meter und im Kofferraum finden 450 Liter Platz.

Schlicht, aber funktionell
Das schlichte Cockpit unseres Testlings überzeugt hauptsächlich durch seine Funktionalität. Die scheinbar frei schwebende Frontkonsole ist zum Fahrer hin ausgerichtet und beherbergt erstmals in einem Volvo den Bildschirm des Navigationssystems. Geblieben ist die umständliche Bedienung mittels zweier Knöpfe hinter dem Lenkrad oder über die mitgelieferte Fernbedienung.

In 9,9 Sekunden auf Tempo 100
Auf Motorenseite stehen drei Triebwerke zur Auswahl. Die Einstiegsmotorisierung bildet das 163 PS starke 2.4-D-Aggregat. Stärkster Selbstzünder ist der D5-Fünfzylinder mit einer Leistung von 185 PS. Die Speerspitze der Motorenpalette bildet der T6-Reihenmotor. Der Sechszylinder generiert aus 2.953 Kubikzentimeter Hubraum 285 PS. Unser Testwagen ist mit dem großen Dieselmotor ausgestattet. Wie sein kleiner Bruder, schöpft er die Kraft aus 2,4 Liter Hubraum. Geschaltet wird in unserem Volvo mit dem optionalen Sechsgang-Automatikgetriebe. Dies kostet den XC60 beim 100-km/h-Sprint einige Federn. Während die Schaltvariante 9,5 Sekunden braucht, vergehen mit dem Automaten 9,9 Sekunden. Auch subjektiv fühlt sich der Sprint nicht sonderlich spritzig an. Zum Vergleich: Der BMW X3 xDrive20d schafft es in der 177 PS starken Automatikversion in 9,2 Sekunden bis auf Landstraßentempo. Auch bei der Höchstgeschwindigkeit muss der Schwede der Konkurrenz aus Bayern den Vortritt lassen: 200 versus 205 km/h. Je 100 gefahrener Kilometer genehmigt sich der XC60 8,3 Liter Dieselsaft.

Wehrt sich vehement gegen die Fliehkraft
Serienmäßig ist der Volvo mit einem permanenten Allradantrieb ausgerüstet. Um die Kraftverteilung des quer eingebauten Motors kümmert sich eine elektronisch geregelte Haldexkupplung. Die elektronische Fahrdynamikregelung DSTC (Dynamic Stability and Traction Control) registriert neben möglichen Differenzen zwischen Fahrtrichtung und Lenkvorgabe auch die Seitenneigung der Karosserie. Das System kann dadurch in Grenzsituationen durch frühzeitiges Eingreifen die Fahrstabilität und Kontrollierbarkeit erhalten. In der Praxis funktioniert das erstaunlich gut. Bei unseren Testfahrten im kurvigen Hinterland von Valencia mühte sich das Crossover mit aller Kraft, den Gesetzen der Physik zu widerstehen. Ganz gelingt ihm dies jedoch nicht: In zu schnell gefahrenen Kurven schiebt es über alle vier Räder und neigt sich letztendlich doch zur Seite. Subjektiv erhöhen auch die rutschigen und wenig Seitenhalt bietenden Sitze das Wankgefühl. Ansonsten zeigt sich der Volvo eher von straffer Natur und vermittelt den Insassen ein direktes, beinahe schon sportliches Fahrgefühl. Schlaglöcher werden auf dem Weg zu den Hinterteilen der Insassen nur wenig gemildert. Für den harten Geländeeinsatz ist der XC60 damit eher ungeeignet.

Pro Modell eine Weltpremiere
Besonders stolz sind die Ingenieure von Volvo auf das neue Sicherheitssystem City Safety. Getreu der selbst auferlegten Verpflichtung, "bei jedem neuen Modell eine Weltpremiere", verbauen die Schweden im XC60 ein Feature, das typische Stadtunfälle bei niedriger Geschwindigkeit und im Stop-and-go-Verkehr vermeiden soll. Wir haben es getestet, es funktioniert: Fährt man mit einer Geschwindigkeit mit bis zu 15 km/h auf ein stehendes Hindernis zu, leitet das System im letzten Moment eine Notbremsung ein und bringt das Fahrzeug komplett zum Stehen. City Safety funktioniert bis zu einer Geschwindigkeit von 30 km/h. Zwischen Tempo 15 und 30 liegt der Hauptfokus des Systems darauf, die Aufprallgeschwindigkeit so weit wie möglich zu verringern. City Safety reagiert auf die Signale eines optischen Lasers im oberen Bereich der Frontscheibe. Auf Basis der ermittelten Distanz und der eigenen Geschwindigkeit wird fünfzig Mal pro Sekunde die Stärke einer möglicherweise erforderlichen Bremskraft berechnet, die zur Verhinderung des Unfalles nötig wäre. Übersteigt dieser Wert ohne Reaktion des Fahrers eine definierte Grenze, wird automatisch das Antriebsmoment verringert und die Bremse aktiviert.

Günstiger als Konkurrenz
35.800 Euro sind zweifelsohne viel Geld. Soviel will Volvo für den XC60 D5 AWD in der Basisversion haben. Betrachtet man das Angebot der Konkurrenz, rückt der Preis der Skandinavier in ein etwas anderes Licht. Der Audi Q5 2.0 TDI kostet in der Grundausstattung 38.300, ebenso viel verlangt BMW für den X3 xDrive 20d. Etwas aus der Reihe tanzt der Mercedes GLK 220 CDI in der Basisversion. Der Schwabe wird 40.341 Euro kosten, allerdings mit serienmäßiger Automatik.

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