Dienstag Februar 26
Während Autofahrer langsam ihre Sommerreifen aus dem Keller holen, bereitet sich die Reifenindustrie schon auf die nächste Wintersaison vor. Denn nur so können die Pneus noch auf Eis und Schnee getestet und die Ergebnisse rechtzeitig vor dem nächsten Wintereinbruch veröffentlichet werden. Continental hat nun die neue Reifenkollektion der drei zum Konzern gehörenden Marken Conti, des Regenreifen-Spezialisten Uniroyal und des österreichischen Herstellers Semperit in der Alpenstadt Grenoble getestet:Der neue Winterreifen des Marktführers Continental heißt "Conti Winter Contact TS 830". Er zeichnet sich durch eine besondere Seitenwandkonstruktion und neue Polymermischungen im laufrichtungsgebundenen Profil aus. Im Vergleich zum Vorgängerreifen sollen sich Schnee- und Eisgrip um bis zu sieben Prozent verbessert haben. Die Nässe- und Trockeneigenschaften sind um bis zu fünf Prozent gesteigert und die Laufleistung ist zehn Prozent höher als bisher. Der Rollwiderstand entspricht laut Hersteller dem eines Sommerreifens. Der "TS 830" steht in 18 Dimensionen als Reifen für Kleinwagen und die untere Mittelklasse für 15 und 16 Zoll große Felgen zur Verfügung. Er ist bis zu einer Geschwindigkeit von 240 km/h freigegeben. In der gängigsten Größe 195/65 R 15 H kostet er etwa 100 Euro.
Die Conti-Tochter und ursprünglich österreichische Marke Semperit wirbt mit "alpenbewährten Winterreifen". Der neue "Semperit Master Grip" trägt Indikatoren auf der Lauffläche. Sie signalisieren, wann die für den sicheren Winterbetrieb notwendige Profiltiefe von vier Millimetern unterschritten wird. Die spezielle Netzlamellen-Technik hat Semperit hier erstmals bei einem preisgünstigen Kleinwagenreifen angewendet. Der Master Grip ist in 31 Größen zwischen 13 und 15 Zoll bis zu einer Geschwindigkeit von 190 km/h erhältlich und voraussichtlich nicht teurer als sein Vorgänger Winter-Grip. In 165/70 R 14-Format kostet er etwa 55 Euro.
Ebenfalls zum Continental-Konzern gehört der Regenreifenspezialist Uniroyal. Der bereits erhältliche Mittel- und Oberklasse-Reifen "MS plus 66" wird als Regenreifen für den Wintereinsatz bezeichnet. Er soll sich im Vergleich zum Vorgänger allein beim Aquaplaning-Verhalten um mehr als zwanzig Prozent verbessert haben. Die momentan verfügbaren Dimensionen decken 93 Prozent des Bedarfs ab. Zum kommenden Winter soll es noch weitere Größen geben. Der ADAC hat den "MS plus 66" bereits getestet und ihn als "empfehlenswert" eingestuft. Die Preise liegen auf Vorgänger-Niveau. Die gängigste Größe 205/55 R 16 kostet etwa 120 Euro.
Die Winterreifen der drei Hersteller tragen alle das bekannte Schneeflockensymbol. Es besagt, dass die Pneus beispielsweise auf Schnee mindestens sieben Prozent besser bremsen als M+S-Reifen. Da es darüber hinaus keine Definition gibt, ist diese Kennzeichnung das einzige Indiz für hohe Wintertauglichkeit. Bei Winterreifen zählt nicht etwa die Grobstolligkeit, sondern der raffinierte Schnitt des Profils. Ebenso wichtig ist die Gummimischung. Sie muss auch bei extremen Minusgraden flexibel bleiben.
Neben dem Winterreifenprogramm hat bei Uniroyal und Semperit der Sommerreifenverkauf bereits begonnen. Der "Uniroyal Rain Sport 2" ist ein sportlicher Sommerpneu mit exzellenten Nässeeigenschaften. Besonderes Merkmal dieses Hochleistungsreifens mit einer Freigabe bis 300 km/h ist sein pfeilförmiges, laufrichtungsgebundenes Profil. Erstmals wurde hier ein Reifen mit sogenannten Achseinstellungsindikatoren versehen. Das sind jeweils drei Lamellen auf beiden Reifenschultern, die bei ungleichmäßigem Verschleiß auf fehlerhafte und die Laufleistung verringernde Spur- oder Sturzeinstellung hinweisen. Den "Rain Sport 2" gibt es in 51 Größen zwischen 14 und 19 Zoll. In 225/40 ZR 17-Größe kostet er etwa 175 Euro.
Der Sommerreifen "Semperit Speed-Life" wird vom Hersteller als High-Tech-Reifen bezeichnet, ist aber im mittleren Preissegment angesiedelt. Der Reifen für die Mittel- und Oberklasse ähnelt mit seinen vier tiefen, umlaufenden Rillen im laufrichtungsgebundenen Profil einem Regenreifen der Formel 1. Im Vergleich zum Vorgänger soll er auf Nässe um bis zu neun Prozent kürzere Bremswege ermöglichen. Den "Speed-Life" gibt es in 34 Dimensionen zwischen 15 und 19 Zoll mit Freigaben zwischen 240 und 270 km/h. In der Größe 235/45 R 17 werden circa 140 Euro fällig. Holger Glanz/mid
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