Geisterparker: Einparkassistent im Toyota Prius im Test

Geisterparker: Einparkassistent im Toyota Prius im Test
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Münsing, 26. April 2006 – Wem das Auto fahren Spaß macht, aber das Einparken nicht, dem verspricht Toyota seit Januar 2006 Abhilfe: Das Hybridauto Prius soll mit dem intelligenten Park Assistenten IPA fast selbstständig in Parklücken steuern. Wir haben getestet, ob der Prius tatsächlich ein Mittel gegen Einparkstress ist.

Der Computer lenkt
Der intelligente Park Assistent IPA basiert zunächst auf einer Rückfahrkamera, wie sie auch an manchen anderen Autos zu finden ist. Schon diese Systeme geben Empfehlungen für den richtigen Lenkeinschlag, der passgenau in die Lücke führt. Der Parkassistent geht noch einen Schritt weiter: Statt des Fahrers lenkt der Computer und das Lenkrad dreht sich beim Rückwärtsfahren von alleine.

Eingabe der Parkposition auf dem Touchscreen
Zunächst muss das Auto an die Parklücke herangefahren werden. Legt der Fahrer nun den Rückwärtsgang ein, erscheint die Umgebung hinter dem Auto auf dem Farbbildschirm im Armaturenbrett. Per Fingerdruck kann der Fahrer angeben, wo die Parklücke liegt: rechts oder links vom Auto, quer oder längs zur Fahrtrichtung. Ein Rechteck, das mit grünen Linien über das Bild gelegt wird, zeigt die Maße des Autos an. Dieses Rechteck kann der Fahrer auf dem Touchscreen in die anvisierte Parklücke ziehen und mit Pfeilen genau hineinrangieren.

Assistent mit Schwächen
Damit diese Eingaben möglich sind, müssen der Rückwärtsgang eingelegt und die Vorderräder in Geradeausstellung sein. Dabei sind gutmütige Naturen gefragt: Das Auto piepst nervtötend, solange der kleine elektronische Schaltknüppel in R-Position steht. Klarer Fehler des Systems ist, dass ein überdurchschnittliches Vorstellungsvermögen für Räume und Abstände nötig ist, um das zweidimensionale Bild in die Wirklichkeit übersetzen zu können. Wem es daran mangelt, der parkt besser ohne den Assistenten ein.

Die Verantwortung trägt der Fahrer
Ist das Eingabeprozedere erledigt, muss der Fahrer per Fingerdruck bestätigen, dass er den Parkvorgang aufmerksam verfolgt. Und das ist wichtig: Einparksensoren hat der Parkassistent nicht. Stoppen muss der Fahrer auch selbst: Toyota begründet das mit europäischem Recht. Der Fahrer muss das Manöver jederzeit abbrechen können. Toyota hat das so gelöst, dass die Bremse genau so gelupft werden muss, dass der Prius – elektrisch angetrieben – losrollt. Geht der Fahrer ganz von der Bremse oder gibt er gar aus Ungeduld Gas, wird die Unterstützung automatisch abgebrochen. Laut Toyota sind europäische Bestimmungen auch der Grund für das Fehlen sämtlicher Einparksensoren am Auto. Folge: Der Assistent verhindert keinen Parkunfall, wenn sich der Fahrer verschätzt hat.

Zentimetergenau in die Lücke
So weit die Theorie. In der Praxis scheiterten die ersten beiden Einparkversuche auf einem ruhigen Parkplatz, weil sich das System erst stur stellte und dann ganz abstürzte. Nach einer erneuten Eingabe der anvisierten Parklücke funktionierte der Assistent ohne Fehler: Den Fuß leicht auf der Bremse, rollten wir gemächlich in die Lücke, das Lenkrad drehte sich wie versprochen von ganz alleine. Allerdings brachte dieser erfolgreiche Versuch Beobachter ins Schwitzen, als der Prius im Zentimeterabstand an einem rostigen Golf vorbeirollte. Schuld an der Beinahe-Feindberührung war allerdings kein Sehfehler, sondern ein Eingabefehler: Die Parklücke lag zu nah am Nachbarauto. Wo jeder Fahrlehrer die Bremse getreten und nach Korrektur verlangt hätte, lenkte die Automatik, ohne zu zögern in die vorher berechnete Richtung.
(ao)

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