- standesgemäße Fahrleistungen |
- etwas hakelige Schaltung |
- gute Straßenlage, souveränes Kurvenhandling |
- Cup-Fahrwerk für Alltag etwas zu straff |
- stylisch-dynamischer Auftritt |
- schlechte Sicht nach hinten, wenig Platz im Fond |
- günstiger als die Konkurrenz- ordentliche Serienausstattung |
Sport- oder Cup-Fahrwerk
Die direkt arbeitende Lenkung sowie die kurz abgestufte, manchmal allerdings etwas hakelige Sechsgang-Schaltung harmonieren gut mit dem schnell ansprechenden Antrieb. Der Mégane Coupé R.S. ist serienmäßig mit einem Sportfahrwerk ausgestattet, das einen gelungenen Kompromiss aus Dynamik und Alltagstauglichkeit darstellt. Wer es richtig straff mag oder auch gerne mal auf die Rennstrecke geht, der kann für 1.600 Euro das Cup-Paket ordern: Neben dem Cup-Fahrwerk mit deutlich härterer Feder- und Dämpferabstimmung beinhaltet es eine Differenzialsperre an der Vorderachse, schwarze 18-Zoll-Felgen, rot lackierte Bremssättel und geschlitzte Bremsscheiben. Für den Einsatz auf der Rennstrecke ist dieses Paket in der Tat empfehlenswert, wie wir uns selbst auf einem abgesperrten Rundkurs überzeugen durften. Auf öffentlichen Straßen, die zudem mit Unebenheiten und Schlaglöchern versehen sind, ist diese Abstimmung dann für längere Fahrten aber doch etwas zu hart.
Dreistufig einstellbares ESP
Auch das dreistufige ESP ist für eine äußerst sportliche Fahrweise ausgelegt. Wechselt man vom "Normal"- in den "Sport"-Modus, greift das Stabilitätsprogramm erst deutlich später ein. Gleichzeitig erlaubt die Traktionskontrolle zum zügigen Beschleunigen mehr Schlupf. Das Gaspedal spricht noch schneller an und das ABS greift später ein - das alles soll bessere Rundenzeiten ermöglichen. Auf Knopfdruck lässt sich das ESP auch komplett deaktivieren. Für eine standesgemäße Verzögerung sorgt eine Bremsanlage aus dem Hause Brembo: Vorne kommen innenbelüftete Scheiben mit einem Durchmesser von 340 Millimeter und Vierkolben-Bremssätteln zum Zuge, hinten verrichten 290-Millimeter-Scheiben und Einkolben-Bremssättel ihre Arbeit und packen ordentlich zu.
Standesgemäßer Auftritt
Von außen ist der Mégane Coupé R.S. an schwarzen Stoßfängern und einem großen Lufteinlass an der Front zu erkennen. Optional sind LED-Tagfahrlichter erhältlich. Der Heckdiffusor dient nicht nur einer sportlicheren Optik, sondern sorgt für einen verbesserten Anpressdruck. Laut Renault wird damit ein Heckflügel überflüssig. Ein zentral platziertes Auspuffendrohr unterstreicht den dynamischen Auftritt. Die ausgestellten Kotflügel lassen den kompakten Franzosen insgesamt 44 Millimeter in die Breite wachsen. Serienmäßig rollt der R.S. auf 18-Zoll-Alurädern, optional sind auch Felgen in 19 Zoll verfügbar.
Aufgewertetes Interieur
Im Innenraum sind bereits aus dem Clio R.S. bekannte Ausstattungsdetails auszumachen. So gibt es ein mit perforiertem Leder bezogenes Sportlenkrad mit Nullpunktmarkierung, Alupedale und einen gelb unterlegten Drehzahlmesser. Der im Mégane übliche Digitaltacho wird durch ein analoges Instrument ersetzt - was wir übrigens für die gesamte Baureihe empfehlen würden. Das serienmäßige Gestühl mit eingesticktem R.S.-Logo bietet guten Seitenhalt, die Sitzauflagen sind allerdings etwas kurz geraten. Noch besser umfassen die aufpreispflichtigen Schalensitze von Recaro den Körper.
Schlechte Sicht nach hinten
Die schicke Optik des Mégane Coupé R.S. zieht allerdings auch Nachteile nach sich: Die breite C-Säule und die kleine, erst sehr hoch ansetzende Heckscheibe machen den Dreitürer beim Rückwärtsfahren ziemlich unübersichtlich. Immerhin spendiert Renault serienmäßig Parksensoren für hinten. Das schräg abfallende Dach sorgt für Einschränkungen bei den Fond-Passagieren. Während die Beinfreiheit auf den hinteren Plätzen noch ausreichend ist, lässt die Kopffreiheit ab einer Körpergröße von etwa 1,75 Meter zu Wünschen übrig. Schlecht zugänglich ist zudem das 377 Liter fassende Gepäckabteil: Eine hohe Ladeschwelle und eine relativ schmale Öffnung erschweren das Beladen des Kofferraums.
Günstiger als die Konkurrenz
Ende November 2009 rollt das Mégane Coupe R.S. zu den Händlern. Immer mit an Bord sind dann eine Klimaanlage, ein MP3-fähiges CD-Radio sowie ein Tempomat. Mit einem Einstiegspreis von 26.650 Euro kostet der Sport-Mégane exakt so viel wie ein dreitüriger Golf GTI, der jedoch mit 40 PS weniger auskommen muss. Für den Golf R verlangt VW sogar 36.400 Euro und für den Scirocco R werden 33.475 Euro fällig. Auch die anderen Konkurrenten sind teurer als der Mégane R.S.: Für den Mazda 3 MPS sind mindestens 27.400 Euro anzulegen, für den Seat León Cupra noch einmal 590 Euro mehr. Die beiden letztgenannten sind jedoch ausschließlich als Fünftürer erhältlich.
Teilen Sie Ihr wissen
ADAC - Staumeldungen: