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Ganz schön aufgeblasen: VW Golf GT 1.4 TSI im Test

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Ganz schön aufgeblasen: VW Golf GT 1.4 TSI im Test
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VW Golf GT 1.4 TSI Twincharger
November 2006
22.700 Euro
Antrieb 100%
- effizient, charakter- und druckvoll, kultiviert
- fängt bei hoher Geschwindigkeit das Saufen an
Fahrwerk 95%
- schön straff, perfekt in Kurven, gute Bremsen
- verzeihliche Abstriche beim Komfort
Karosserie 95%
- großer Kofferraum, sehr viel Platz vorne
- hinten wenig Ablagen
Kosten 95%
- angesichts der Fahrleistungen gar nicht teuer
- braucht teures Super-Plus-Benzin
München, 22. November 2006 – Die Stark-Division der Golf-Baureihe hat einen weiteren kraftvollen Mitspieler: Dem GTI und dem R32 ist noch der GT zur Seite geeilt. Und das mit einem Kleinwagen-Hubraum von gerade einmal 1,4 Litern. Doch diese Zahl allein sagt wenig über die Leistung aus. Im Falle des GT kommt nämlich der neue TSI-Motor zum Einsatz, dem ein Turbolader und ein Kompressor zu phänomenaler Kraft verhelfen. Die zukunftsweisende Technik mobilisiert stolze 170 PS und begeistert mit viel Schub und Charakter.

Dezente optische Hinweise
Äußerlich kommt der GT fast wie jeder andere Golf daher. Merkmale sind der GT-Schriftzug im feiner gerippten Kühlergrill und eine Frontschürze mit drei großen Luftöffnungen. 17-Zoll-Alufelgen, breite Reifen und ein Doppelrohr-Auspuff sind weitere Besonderheiten der Hightech-Sport-Variante.

Hektischer Boost-Meter
Der Innenraum des GT hebt sich durch bequeme und langstreckentaugliche Sportsitze hervor, die in schnellen Kurven die Frontpassagiere zudem in angenehm aufrechter Position halten. Darüber hinaus blickt der Pilot auf ein Cockpit mit einem kleinen Zusatz-Rundinstrument – dem Boost-Meter. Spielt man bei laufendem Motor ein wenig mit dem Gaspedal, schlägt ein kleiner Zeiger hektisch aus und fällt sogleich in seine Ausgangsposition zurück. Dieses an sich überflüssige Instrument kündet zusammen mit einem turbinenhaften Gesäusel von dem, was den GT so begehrenswert macht: souveräner Kompressor-Schub von unten.

Kein Turboloch
Die neue Twincharger-Technik des TSI-Motors hat einen großen Vorteil. Trotz minimaler Anfahrschwäche ist kein Turboloch zu spüren. Das Einsetzen des Turboladers ab 2500 Touren wird nämlich durch den Kompressor überbrückt. Mit seiner Hilfe nimmt der GT bereits ab 1000 U/min ruckfrei Gas an. Dann schaltet sich der Turbolader hinzu und ist ab 3500 Umdrehungen allein für die Aufladung zuständig. Der Kompressor wird ab dieser Drehzahl zum Spritsparen von der Kurbelwelle abgekoppelt.

Starker Antritt, starker Durchzug
Um den Golf GT beim Ampelstart nicht abzuwürgen, empfiehlt es sich, mit etwas mehr Gas als üblich anzufahren. Bei ausgeschaltetem ESP bringt man die Vorderreifen dann leicht zum Quietschen. Zwischen 1500 und 4750 Umdrehungen zerren immerhin 240 Newtonmeter an ihnen. Bis in den Begrenzer, knapp jenseits der 7000er-Marke, arbeitet der Motor sauber, willig und mit enormer Elastizität.

Macht locker 220 Sachen
Vor allem bei Zwischenspurts auf der Autobahn sorgt das für viel Freude. Wechselt man von Teillast in Vollast, setzt der volle Schub zwar mit leichter Verzögerung ein, dann aber mit Vehemenz. Entsprechend kann man lästig wie eine Stubenfliege im Rückspiegel der Großen, Reichen und Schönen kleben. Für den 100-km/h-Sprint braucht der 1,3-Tonner nur 7,9 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 220 km/h. Auf unserer Testfahrt befand sich die Tachonadel gelegentlich jenseits der 240 km/h.

Bei Zurückhaltung sparsam
Trotz dieser Fahrleistungen verspricht VW ein hohes Sparpotenzial. Den Durchschnittsverbrauch geben die Wolfsburger mit bescheidenen 7,3 Litern an. Doch in der Praxis ist das eben so eine Sache. Mit viel Zurückhaltung kann der Verbrauch tatsächlich auf sechs Liter gedrückt werden. Möglich ist das. Doch wer den Fahrspaß des GT erleben will, wird über zehn Liter verbrauchen. Bei Vollgas-Autobahnetappen sind auch über 15 Liter kein Problem.

Sportlich abgestimmt
Fahrspaß bietet der GT durch seine insgesamt sportliche Auslegung. Die Bremsen packen kräftig zu. Der Schalthebel des Sechsgang-Getriebes flutscht extrem sauber durch die Gassen. Ähnlich wie beim GTI ist das Fahwerk des GT gegenüber den normalen Gölfen straffer abgestimmt. Mit geringer Untersteuerungs-Tendenz geht der Twincharger präzise und agil durch Kurven. Gegenüber dem Durchschnitts-Golf leidet unter dieser Auslegung jedoch der Komfort.

Fast ein Schnäppchen
22 700 Euro verlangt VW für seinen Hightech-Alltags-Sportler. Das sind zwar 7000 Euro mehr als für den Basis-Golf mit 80 PS. Dennoch ist der GT günstig. Nur Opel bietet mit dem Astra GTC 2.0 Turbo einen Kompaktwagen, der in unter acht Sekunden auf Tempo 100 sprintet und mit 22 645 Euro etwas weniger kostet. Doch bietet der durstigere GTC weniger Platz und weniger ausgewogene Fahreigenschaften als der Golf GT.
(mh)

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