Schwer erreichbar
Die Drehbarkeit der Sitze bei Swivel n Go bietet noch einen entscheidenden Vorteil: Man gelangt bei leicht gedrehtem Sitz halbwegs unverrenkt zur dritten Sitzreihe. Halbwegs. Bei Stow n Go muss man ber einen umgeklappten Sitz der zweiten Reihe steigen und sich gleichzeitig unter dem Dach durchbcken: Dies ist fr einen Erwachsenen keine schne Aufgabe und setzt einiges an Sportlichkeit voraus. Aber ohnehin ist die dritte Reihe nur fr Kinder zu empfehlen. Erwachsenen sitzen die Kopfsttzen zwischen den Schulterblttern, so niedrig ist die Rcklehne. Wegen der schrgen Heckklappe berhrt der Kopf hier aber beinahe das Dach die dritte Sitzreihe knnen alle, die keinen professionellen Kindergeburtstag-Nachhausefahrservice betreiben, getrost vergessen.
Bitte Kopf einziehen
Noch ein wichtiger Punkt in Sachen Innenraumgestaltung: Verzichten Sie unbedingt aufs Schiebedach. Erwachsene haben nmlich in der zweiten Reihe erhebliche Probleme mit der Kopffreiheit, wenn ein Schiebedach die Kabine niedriger macht besonders, weil eine Dach-Mittelkonsole zustzliche Zentimeter in der Hhe raubt. Aus diesem Mitteltunnel klappen, gegen Aufpreis, fr die zweite und dritte Sitzreihe Monitore, die jeweils von einem eigenen DVD-Player mit Signalen versorgt werden. Zur Beschftigung von Gro und Klein lsst sich auch eine Playstation anschlieen. Wenn also zwei verschiedene Entertainment-Programme gebraucht werden, um im Wagen Ruhe zu erzeugen, mssen die zweite und die dritte Sitzreihe belegt werden was nur unter Einschrnkungen mglich ist, siehe oben. Die ntigen Kopfhrer sind brigens im Monitor-Lieferumfang enthalten.
Bequeme Sitze zwischen Hartplastik
Die Sitze im neuen Grand Voyager sind amerikanisch bequem. Sie sind so breit, dass auch etwas flligere Zeitgenossen locker Platz finden werden. Auf den in den Tren befindlichen Armlehnen ruht der Arm sehr gerne, vorne sind die guten Pltze. Die Innenraumverkleidung wurde, ebenfalls amerikatypisch, mit billigem Hartplastik vorgenommen. Dieses wirkt aber zumindest kratzfest. Ein Streifen Holzimitat ist Geschmackssache, nervt aber nicht zu sehr. Ungewhnlich: Die Lftungsdsen im Armaturenbrett lassen auch im vollstndig geschlossenen Zustand noch Luft durch, und die Ganganzeige des Automatikwahlhebels findet ausschlielich im Tachometer-Bereich statt. Rechts und links vom Hebel lsst unbeschriftetes Plastik den Fahrer uninformiert. Noch was Stylisches: In den Ausstattungen Touring und Limited erhellt das so genannte Halo-Paket die Kabine. Die Ambiente-Beleuchtung sorgt fr sehr hartes Licht, welches nur bei absoluter Dunkelheit bemerkbar ist. Dann schimmert um die Trgriffe und die Dach-Mittelkonsole ein blulicher Schein.
Nicht zu weich, nicht zu hart
Ein Minivan ist traditionell ein wenig hher als ein PKW und muss mit einem hheren Schwerpunkt eine hhere Wankanflligkeit hinnehmen. Allerdings kann man da mit Stabilisatoren und Fahrwerksanpassungen inzwischen so einiges tun. Und Chrysler hat was getan. Wir fahren ber verwinkelte Dorfstraen und steuern auf besagten Stausee zu. Ohne gro vom Gas zu gehen, nehmen wir eine kleine Spitzkehre und sind berrascht: Der Wagen wankt kaum. Kurvenfahren knnte also mit dem Grand Voyager richtig Spa machen wre da nicht die recht schwammige Lenkung. Diese bietet, besonders in der Mittellage, so einiges an Spiel. Die Bremsen sind hingegen wieder gut, mit klarem Druckpunkt bringen sie den Wagen auf kurzem Weg zum Stehen.
Braucht seine Ruhe
Als Herz kommt in unserem Grand Voyager der berarbeitete 2,8-Liter-Vierzylinder-Diesel von VM Motori aus dem italienischen Cento zum Einsatz. 163 PS und 360 Newtonmeter Drehmoment sind drin. Der gleiche Motor hat uns im neuen Jeep Cherokee viel Freude bereitet, dort ist er aber auf 177 PS und 460 Newtonmeter hochgepowert. Begeistert uns das Triebwerk nun auch im Chrysler? Ganz und gar nicht. Besonders an Anstiegen nrgelt sich der Motor geradezu an seine Arbeit. Mal kurz Gas geben und Beschleunigung spren ist nicht drin. Das Aggregat ist ein ausgemachtes Cruising-Aggregat. Immerhin hat es die vorbildliche Laufruhe mit dem strkeren Jeep-Bruder gemein, was zu einem ausgesprochen geringen Geruschlevel im Innenraum beitrgt. 9,3 Liter Diesel werden auf 100 Kilometer vernichtet. Mehr Spritzigkeit verspricht der 3,8-Liter-V6-Benziner mit 193 PS, welcher aber auf Grund seines Verbrauchs von 12,7 Liter auf 100 Kilometer disqualifiziert werden knnte.
Sechs automatische Gnge
Alle Chrysler Grand Voyager bekommen eine Sechsgang-Automatik. Und diese Automatik macht, diesmal ganz untypisch fr amerikanische Fahrzeuge, einen guten Job. Sauber flieen die Stufen dahin und das bei US-Autos bliche Jagen nach dem richtigen Gang bleibt auch am Berg aus. Die Schaltung passt gut zum ruhigen Motor sie ist ebenfalls bestens frs Cruisen geeignet.
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