Donnerstag Februar 28
München, 28. Februar 2008 - Isabel und Matthias sind eines unserer Auto-Paare. Sie wohnen zusammen in einer WG, interessieren sich beide für Autos und vor allem - sie diskutieren gerne. Grund genug, die beiden für unseren Mann-/Frau-Autotest ein Wochenende lang den aktuellen Ford Mondeo testen zu lassen. Dabei wird relativ schnell klar, dass die beiden ganz sicherlich nicht immer einer Meinung sind ...Isabel: "Ich wollte noch was zur Optik sagen. Wenn man dem Mondeo tief ins Gesicht schaut, könnte man fast meinen, da hätte ein Tuner seine Spuren hinterlassen. Die spitz-zulaufenden Scheinwerfer und der weit aufgerissene Kühlergrill schauen irgendwie böse aus."
Matthias: "Wenn du nur immer den Autos menschliche Züge verleihen kannst. Aber lass uns jetzt einsteigen und schauen, ob die dynamische Form auch hält, was sie verspricht."
Isabel: "Okay, aber dieses Mal darf ich zu erst ans Steuer. Oh, das hatten wir aber schon lange nicht mehr, ein Fünf-Gang-Auto. Ich dachte alle neuen Fahrzeuge wären mit sechs Gängen ausgestattet. Aber gut, back to the roots und los gehts."
Matthias: "Die Sitze sind soweit ganz bequem und geben einen guten Seitenhalt. Aber ist das Leder oder ein Imitat? Fühlt sich irgendwie billig und hart an."
Isabel: "Da bin ich absolut deiner Meinung. Die Passform ist ganz gut, aber das Material macht keinen guten Eindruck. Irgendwie erinnert mich der Sitzbezug an trashige Lederimitat-Sofas aus dem Möbel-Abholmarkt um die Ecke. Ich glaube aber Matthias, das ist in der Tat echte schwarz-gefärbte Tierhaut."
Isabel: "Und schau dir mal die Pseudoholz-Einlegeteile im Cockpit an. Richtig bad taste!"
Matthias: "Aber echt, das wirkt total aufgesetzt. Bei Mercedes, BMW und Audi lasse ich mir solche Holzelemente gefallen, aber in diesem Auto wirkt das nur aufgesetzt. So als wollte man mit den Großen mitspielen, scheitert aber kläglich daran. Außerdem passt das Braun überhaupt nicht zu den matt-chromen Tasten in der Mittelkonsole."
Isabel: "Hundert Punkte, Matthias! Aber, fahren tut er sich eigentlich ganz gut, der Mondeo. Der Schalthebel flutscht geschmeidig in die richtigen Gassen und auch der Knauf liegt sehr gut in der Hand. Nur ein bißchen mehr PS dürfte der Wagen meiner Meinung nach haben."
Matthias: "Um das beurteilen zu können, müsste ich ihn selbst einmal lenken. Fahr mal rechts ran, dann tauschen wir die Plätze."
Isabel: "Moment, ich möchte nur noch kurz den Tempomat ausprobieren."
Matthias: "Weißt du eigentlich, dass das Wort Tempomat ein geschützter Name der Daimler AG ist? Wenn man es ganz genau nimmt, müsstest du dazu Geschwindigkeitsregelanlage sagen."
Isabel: "Ach echt? Ist ja interessant -
das werde ich mir merken. Nun gut, die Geschwindigkeitsregelanlage funktioniert ganz einfach und lässt sich vom Lenkrad aus bedienen, ohne vorher in der Bedienungsanleitung nachlesen zu müssen. Das haben die Ford-Leute wirklich gut gemacht."
Matthias: "Würdest du jetzt bitte rechts ran fahren?!"
Isabel: "Oh, entschuldige, aber ich war gerade so schön im Fahrfluss."
Matthias: "Du meintest wohl im Redefluss, aber egal. Jetzt muss ich erst einmal den Sitz für normal-große Menschen einstellen."
Isabel: "Sehr witzig, vielen Dank. Dann bist du ja heute wieder einen deiner Kleine-Leute-Witze losgeworden. Apropos Sitzposition, auch ich als 1,60 Meter Frau konnte mir meinen Platz bequem einrichten. Das ist längst nicht bei allen Automodellen selbstverständlich. Oftmals kann ich als kleine Frau die Pedale gerade so erreichen, aber bequemes Fahren ist etwas anderes. Beim Mondeo hier ist das kein Problem, der Sessel lässt sich exakt nach meinen Wünschen einrichten. Das haben die Fordler sehr gut gelöst."
Matthias: "Was die Motorisierung angeht, so kann ich deine Forderung nach ein paar zusätzlichen PS jetzt durchaus verstehen. Aber prinzipiell ist er ausreichend mit Power ausgestattet und ich habe nicht dass Gefühl, dass er eine Anfahrschwäche zeigt. Außerdem müssen wir auch immer den Zweck eines Fahrzeuges im Auge behalten und der 145 PS starke Mondeo ist ja als solides Familienauto gedacht und nicht als sportliches Spaßmobil."
Isabel: "Ja, du hast ja recht. Von einer Limousine kann ich in der Tat nicht erwarten, dass es mich mit voller Wucht in die Sitze presst. Das wäre beinahe so, als würde ich davon ausgehen, dass man in einem Sportwagen Umzugskartons unterkriegt. Insofern relativiere ich meine Aussage und stelle fest, dass man mit dem Ford zügig und komfortabel fahren kann."
Matthias: "Sag mal Isabel, findest du nicht auch, dass der Blinkerhebel unverhältnismäßig groß ist und eine ungewöhnliche Form hat? Überdies fasst er sich nicht gut an."
Isabel: "Nein, beim Fahren ist mir das nicht aufgefallen, aber jetzt wo du es sagst: Der Schalter sieht echt seltsam und viel zu voluminös aus."
Matthias: "Und erinnerst du dich an das, was ich vorhin zu den getönten Scheiben meinte? Man sieht in der Tat schlecht hinaus. Theoretisch könnte ich mir den Schulterblick beim Abbiegen sparen."
Isabel: "Ich fasse also zusammen, die dunklen Scheiben sehen nicht nur daneben aus, sondern sie sind auch noch überaus ungeschickt. Da würde es mich interessieren, ob Ford sich diesen unnötigen Spaß auch noch gut bezahlen lässt."
Matthias: "Ich schätze mal schon. Aber bei aller Kritik muss man dem Mondeo eines lassen: Er hat einen außergewöhnlich großen Kofferraum. Und wenn man sich wieder die wahre Mission dieses Wagens vor Augen führt, dann schließt sich der Kreis, denn eines brauchen Familien-Limousinen ganz sicher, viel Platz für Gepäck."
Isabel: "Dieser Meinung schließe ich mich an. Ich werde zwar nie zu einem echten Ford-Fan werden, aber der Mondeo konnte meiner anfänglichen negativen Einstellung einiges entgegensetzen. Außerdem stimmt meiner Meinung nach mit 26.000 Euro auch das Preis-Leistungs-Verhältnis."
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