Im Herbst nächsten Jahres wird Audi im Q7 das erste Hybrid-System des Unternehmens auf den Markt bringen. Allerdings soll das Fahrzeug zunächst nur in den USA angeboten werden, wo strengere Umweltauflagen die schweren SUV mit ihren nicht eben sparsamen Benzinmotoren immer stärker unter Druck setzen.
Das gemeinsam mit Volkswagen und Porsche entwickelte System ist als Vollhybrid in Parallelbauweise konzipiert: Motor, Trennkupplung und Synchronmaschine sind linear angeordnet. Damit unterscheidet es sich von dem bei Toyota und Lexus angewendeten leistungsverzweigten System mit E-Motor, separatem Generator und Planetengetriebe.
Der Benzinmotor, ein 3,6-Liter-Sechszylinder mit 206 kW/280 PS, liefert bereits 375 Nm Drehmoment. Der in den Antriebsstrang integrierte Elektromotor steuert 34 kW Leistung und 285 Nm bei. Er wurde zwischen dem V6-Triebwerk und dem Wandler des Automatikgetriebes platziert. Für den Spurt von null auf 100 km/h benötigt der 2,5-Tonner lediglich 7,6 Sekunden. Trotz sehr sportlicher Fahrleistungen liegt der Durchschnittsverbrauch des Hybrid-SUVs bei relativ moderaten 9,8 Litern. Zum Vergleich: Die ausschließlich durch den 3,6-Liter-Benziner angetriebene Variante benötigt 12,7 Liter Kraftstoff. Der CO2-Ausstoß sinkt von 304 auf 231 Gramm je Kilometer.
Als Vollhybrid kann der Q7 ähnlich wie beispielsweise der RX 400h von Lexus auch eine kurze Strecke von etwa zwei Kilometern rein elektrisch fahren. Die Ladung der Nickel-Metallhydrid-Batterien (NiMH) wird immer zwischen rund 30 und 75 Prozent der Gesamtkapazität gehalten, um sie langfristig in optimalem Zustand zu erhalten und eine Tiefenentladung zu verhindern. Die aus 240 Zellen bestehende Batterie wiegt 69 Kilogramm, das Hybrid-Modul mit dem Elektromotor kommt auf weitere 40 Kilogramm.
Audi plant, künftig weitere Modelle mit Hybrid-Antrieb anzubieten. Nach Angaben aus dem Unternehmen würde sich dazu die neue modulare Längsplattform gut eignen, auf der zunächst der A5 und der neue A4 stehen.
Ob der Q7 auch nach Europa kommen wird, steht noch nicht fest. Grundsätzlich sieht man bei Audi angesichts der hier gefahrenen Strecken und Geschwindigkeiten Deutschland nicht unbedingt als günstiges Land für den Hybrid-Einsatz. Zumindest nicht, solange man darunter eine Benzin-/Elektromotor-Kombination versteht. Bei dem vom PSA-Konzern bereits angekündigten Hybrid-Diesel sähe die Lage schon anders aus. Ob sich eine solche Kombination angesichts der hohen Produktionskosten allerdings jemals rechnen wird, weiß man auch in Ingolstadt nicht. Peter Eck/mid
Dienstag 28. August 2007