Ein Auto, zwei Meinungen: Der VW Tiguan 2.0 TDI im Mann-/Frau-Test

München, 28. August 2008 - Julia und Michael sind eines unserer Auto-Paare. Sie wohnen zusammen in einer WG, interessieren sich beide für Autos und vor allem - sie diskutieren gerne. Grund genug, die beiden für unseren Mann-/Frau-Autotest ein Wochenende lang das Lifestyle-SUV VW Tiguan testen zu lassen. Dabei wird relativ schnell klar, dass die beiden ganz sicherlich nicht immer einer Meinung sind ...

Michael: "Cool, es ist wieder Zeit für einen neuen Autotest."

Julia: "Ich freu mich auch schon darauf, denn dieses Mal ist es wieder ein Fahrzeug, das mir auch selbst gut gefällt."

Michael: "Ja, der Tiguan von VW ist wirklich ein gelungenes Lifestyle-SUV. Und derzeit sogar der meistverkaufte Geländewagen auf dem Markt."

Julia: "Ach echt? Aber warten wir mal ab, bis der flotte Audi Q5 und der kantige GLK von Mercedes kommen. Vielleicht ändert sich das ganz schnell."

Michael: "Ich weiß nicht, immerhin ist der Tiguan preislich sehr attraktiv. Der Einstiegsbenziner mit 150 PS kostet in der Basisversion 27.200 Euro. Das ist bedeutend weniger Geld, als man für einen GLK oder für einen Q5 hinlegen müsste. Mercedes gibt dir erst ab 43.554 Euro die Schlüssel für den kleinsten Benziner und beim Ingolstädter Kompakt-SUV sieht es kaum besser aus, für den Wagen will Audi 42.3350 Euro haben."

Julia: "Ui, das ist natürlich ne ganze Menge Holz. Aber bei den beiden Firmen muss man halt auch den Namen zahlen. Was die Kohle angeht, ist man mit dem Tiguan definitiv besser bedient."

Michael: "Kannst du dich noch an die TV-Werbung mit Seal und Heidi Klum erinnern? Der Spot wurde ja so richtig gehypt. Dabei steckt dahinter nur ein einfaches Kalkül: Seal konnte seine neue Platte promoten, Heidi das tun, was sie am besten kann, in die Kamera grinsen und VW den Tiguan präsentieren."

Julia: "Sei doch nicht so bissig, so läuft das halt im Bigbusiness. Da wäscht eine Hand die andere. Außerdem hat mir die Hintergrundmusik von Seal wirklich ganz gut gefallen."

Michael: "Also ging der Deal für den Musiker und VW auf! Aber mal was anderes, schau mal Jule, die Autoreifen gehen dir fast bis an die Hüfte. Echt krass."

Julia: "Stimmt, die Schlappen sind ja der Wahnsinn! Was für ne Übergröße ist das denn?"

Michael: "Wart mal, auf dem Zettel von VW steht was von 235er-Gummis. Ich möchte gar nicht wissen, was die Reifen kosten!"

Julia: "Ich auch nicht. Willst du eigentlich erst fahren, oder soll ich?"

Michael: "Ne, ich fahre. Das Innenleben gefällt mir äußerst gut. Schönes helles Leder und die Bedieneinheit ist sehr übersichtlich. Das mag ich aber auch an VWs so gern. Man muss nicht unnötig lange suchen, die Schalter sind dort, wo sie sein sollen. Toll, der Wagen hat sogar ne Rückfahrkamera an Bord."

Julia: "Super, halt bitte nochmal an! Ich möchte mal schauen, wie das aussieht, wenn ich mich vor das Objektiv stelle. Und? Kann man mich erkennen?"

Michael: "Also bei dir ist der Knall schon extrem ausgeprägt! Ja, man kann dich erkennen, sogar gut. Ich muss zugeben, das war ne witzige Idee. Aber jetzt steig wieder ein und lass uns losfahren."

Julia: "Komme schon. Der Motor hört sich an wie ein Traktor."

Michael: "Naja, das ist ja wohl ein wenig übertrieben. Das Triebwerk ist ein 2,0-Liter-TDI mit 140 PS. Generell sind Dieselmotoren immer ein wenig lauter als Benziner. Dafür haben die so genannten Selbstzünder aber auch ein bulligeres Drehmoment."

Julia: "Bulliges Drehmoment, was immer du sagst. Kannst du das auch in verständlichem Deutsch ausdrücken?"

Michael: "Naja, ich würde es mal mit einer kräftigeren Schubkraft umschreiben. Technisch erklären kann ich das leider auch nicht."

Julia: "Okay, ist ja auch egal. Das Fußball-Abseits habe ich bis heute nicht kapiert und lebe trotzdem noch."

Michael: "Sowas musst du auch nicht wissen. Es reicht, wenn du weißt, wie man leckere Lasagne macht."

Julia: "Ich habe schon auf einen deiner Machosprüche gewartet. Schön, dass wir das für heute abgehakt haben. Oder willst du einen weiteren frauenfeindlichen Kalauer los werden?"

Michael: "Nö, jetzt nicht. Vielleicht später, wenn du am Steuer sitzt."

Julia: "Ha ha ha, ich mach mal das Glasdach auf, damit dein Hirn wieder durchblutet wird. Toll, und die Sonne scheint auch noch."

Michael: "Gute Idee. Na das ist ja eine riesige Öffnung. Schick. Man hat beinahe das Gefühl, in einem Cabrio zu sitzen."

Julia: "Da gebe ich dir recht. So, jetzt bist du aber genug gefahren, ich bin dran."

Michael: "Okay, okay, bevor du mich schlägst. Aber lass uns erst noch die hinteren Plätze checken!"

Julia: "Michi, das könnte man jetzt aber falsch verstehen."

Michael: "Nein, so habe ich das natürlich nicht gemeint. Ich möchte nur mal schauen, wie die Platzverhältnisse im Fond sind und ob es sich dort gemütlich reisen lässt."

Julia: "Wow, hier hinten ist ja massenhaft Platz."

Michael: "Das stimmt allerdings. Schau mal, ich kann meine Beine fast komplett ausstrecken. Das habe ich auf einer Auto-Rückbank selten erlebt."

Julia: "Ja, die Beinfreiheit ist wirklich phänomenal. Hast du die tollen Tischchen an den vorderen Sitzen schon gesehen? Das ist wie in einem Flugzeug.

Michael: "Stimmt. Es fehlt nur, dass ne Stewardess kommt und uns Essen und Trinken reicht. Komm, wir fahren wieder los."

Julia: "Ich sehe auf dem Fahrersitz ein bisschen verloren aus. Man merkt gleich, dass es nicht mein Auto ist. Ich passe halt doch besser in einen Sportwagen."

Michael: "Naja, ich finde ja, dass dir unser letzter Testwagen, der Dacia Sandero, ganz gut gestanden hat. Ich meine von den Größenverhältnissen und vom Geldbeutel aus betrachtet."

Julia: "Danke du Fiesling. Hast übrigens gesehen, dass wir einen Parkassistenten an Bord haben? Das ist was für dich, du bist ja nicht so der Einpark-Profi."

Michael: "Jetzt gibst du es mir aber zurück! Ich bin wirklich schon sehr gespannt darauf, wie der Parklenkassistent funktioniert. Wollen wir es gleich mal ausprobieren?"

Julia: "Au ja, dafür lass ich dich gerne wieder ans Steuer."

Michael: "Nun müssen wir, laut Bedienungsanleitung, mit geringer Geschwindigkeit an Lücken vorbeifahren. Das System erkennt dann, ob der Tiguan in den Parkplatz passt. Hier ist es okay. Jetzt erscheint im Display die Aufforderung, dass ich den Rückwärtsgang einlegen und meine Hände vom Lenkrad wegnehmen soll."

Julia: "Wow, das ist ja ganz schön unheimlich, wenn das Auto von selber lenkt. Außerdem sieht das an der Front ganz schön knapp aus. Aber es funktioniert. Sehr gut sogar."

Michael: "In der Tat. Wichtig ist, mit Gefühl Gas zu geben und immer das Bild der Rückfahrkamera im Auge zu behalten. So akkurat könnte ich selber nie im Leben einparken. Toll, jetzt stehen wir absolut korrekt in der Parklücke."

Julia: "Weißt du eigentlich, wie teuer der Einpark-Spaß ist?"

Michael: "Ja, ich habe vorhin mal in die Preisliste geschaut. Das System samt Rückfahrkamera kostet rund 1.040 Euro. Kein günstiges Vergnügen."

Julia: "Nein, das nicht, aber für Leute mit Einpark-Phobie ist das eine gute Sache. Und Michi, was ziehst du für ein Fazit? Wäre der Tiguan was für dich?"

Michael: "Naja, im Prinzip schon. Mir gefällt der Wagen innen und außen sehr gut. Auch der Preis spricht für den VW. Wenn ich eine Familie hätte und vor der Entscheidung stünde, ein neues Auto zu kaufen, wäre der Tiguan ne Überlegung wert. Und was sagst du?"

Julia: "Ich bin da, wie fast immer, ganz deiner Meinung."

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