Viel Platz im Fond, Kofferraum etwas knapp
Der Platz im Fond ist für ein Kompaktfahrzeug üppig: Sowohl vor den Knien als auch über dem Kopf bleibt genüg Raum zum Wohlfühlen. Im Vergleich zum coupéartigen X6 fällt die deutlich höhere Kopffreiheit auf. Die Rücksitze lassen sich im Verhältnis 40 zu 20 zu 40 umklappen. Dabei ergibt sich eine fast ebene Ladefläche, auf der bis zu 1.350 Liter Gepäck Platz finden. In normaler Konfiguration passen Koffer und Taschen mit 420 Liter Gesamtvolumen in den X1. Ein VW Tiguan bietet nicht viel mehr, genauso wie der 3er Touring und der X3. Wer wirklich mehr Laderaum braucht, wird etwa beim Toyota RAV4 fündig. Der ist zwar etwa kürzer, bietet aber 586 bis 1.752 Liter.
Sportlich ausgelegter Allradantrieb
Die Stärken des X1 liegen also nicht im Nutzwert, sondern eher in der Sportlichkeit. Das Auto fährt sich denn auch dynamisch wie ein Kombi oder eine Limousine. Wankbewegungen in der Kurve halten sich in engen Grenzen. Auch das Allradsystem xDrive ist sportlich ausgelegt, begünstigt also die Hinterachse. Schon in der Grundeinstellung gelangen 60 Prozent des Antriebsmoments nach hinten. Bei Kurvenfahrten schickt die elektronisch geregelte Lamellenkupplung noch mehr Kraft auf die hintere Achse, um die Wendigkeit zu erhöhen und Untersteuern zu verhindern. Optional gibt es eine so genannte Performance Control, ein elektronisches System, das in der Kurve das Schieben über die Vorderräder unterdrücken soll: Wenn es kritisch wird, wird dazu das kurveninnere Hinterrad gebremst. In der Praxis wirkt das Auto handlich und wendig, ohne bei flotter Kurvenfahrt giftig zu werden.
Fünf Motorisierungen
Zum Marktstart am 24. Oktober 2009 werden nur drei Motoren angeboten: der 20d, der 23d sowie auf der Benzinerseite der 28i. Der Einstiegsdiesel 18d folgt im Dezember 2009, der 18i erst im Frühjahr 2010. Alle Aggregate erfüllen die Euro-5-Abgasnorm.
Allrad- und Hinterradantrieb
Neben einem Allradantrieb xDrive wird auch ein Zweiradantrieb angeboten - bei BMW ist es natürlich ein Hinterradantrieb, und die entsprechenden Versionen tragen den Zusatz sDrive. Ausschließlich als Allradler verfügbar sind die Topversionen auf Benziner- und Dieselseite, der 18i wird stets als sDrive ausgeliefert. Die übrigen Versionen gibt es wahlweise mit beiden Antrieben. Über die genannten fünf Aggregate hinaus werden wohl bald noch weitere angeboten. Alle aus dem 1er bekannten Triebwerke sind laut BMW denkbar - Konkreteres war nicht zu erfahren.
177 PS starker Zweiliterdiesel
Die von uns gefahrene Version xDrive20d verfügt über einen 177 PS starken Zweiliterdiesel. Mit der serienmäßigen Sechsgang-Schaltung - optional gibt es eine Sechsgang-Automatik - gelingt der Sprint auf Tempo 100 in 8,4 Sekunden. Das maximale Drehmoment von 350 Newtonmeter liegt zwischen 1.750 und 3.000 Touren an. Das klingt nicht schlecht, und der Vortrieb ist auch ordentlich, doch subjektiv hätten wir uns einen 177-PS-BMW noch etwas ungestümer vorgestellt. Bei hohem Tempo hemmt den X1 die im Vergleich zum 3er Touring ungünstigere Aerodynamik. So schafft der X1 xDrive20d ein Höchsttempo von 205 km/h, während der gleich motorisierte 320d xDrive 222 Stundenkilometer schafft.
Niedriger Spritverbrauch
Zu den Pluspunkten des X1 gehört der Spritverbrauch. BMW beziffert den Durst unseres xDrive-Testwagens auf 5,8 Liter pro 100 Kilometer. Der Verzicht auf den Allradantrieb bringt einen halben Liter Ersparnis. Aber auch so liegt der X1 mehr als nur gut - die xDrive-Version ist das sparsamste SUV seiner Klasse. Der vergleichbare VW Tiguan 2.0 TDI mit 170 PS und Allradantrieb verbraucht laut Werksangabe gleich 6,6 Liter auf 100 Kilometer, also deutlich mehr. Dasselbe gilt für den Toyota RAV4 2.2 D-CAT mit 177 PS und einem Herstellerverbrauch von 6,7 Liter.
EfficientDynamics-Spritsparmaßnahmen
In der Praxis genehmigt sich unser X1 wie immer etwas mehr, als vom Normverbrauch suggeriert: Auf unserer Ausfahrt zeigte der Bordcomputer immer noch moderate 6,4 bis 7,2 Liter an. Zum geringen Spritdurst tragen beim X1 die Sparmaßnahmen bei, die auch der 3er hat, darunter eine Start-Stopp-Automatik, eine Bremsenergierückgewinnung und eine Schaltpunktanzeige.
Einstiegspreis für den X1: Knapp 30.000 Euro
Der Einstiegspreis für den X1 liegt bei knapp 30.000 Euro, wofür man den sDrive18d erhält - billiger wird es, wenn der 18i startet. Unseren xDrive20d gibt es für 34.400 Euro. Damit ist das Auto deutlich günstiger als der entsprechende X3 für 38.300 Euro. Der Toyota-Konkurrent RAV4 mit Allradantrieb und 177-PS-Diesel kostet mit 34.150 Euro fast genauso viel. Etwas günstiger ist ein vergleichbarer VW Tiguan für 31.950 Euro.
Umfassende Ausstattung
Die Serienausstattung unseres BMW ist schon recht vollständig. Dazu gehören sechs Airbags und ESP, eine fernbediente Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber vorn und hinten, elektrisch einstellbare Außenspiegel, eine Klimaanlage und ein CD-Radio. Außen hat der Basis-X1 Nebelscheinwerfer und 17-Zoll-Aluräder. Sinnvolle Extras wären die Metallic-Lackierung für 660 Euro, die Beifahrerairbag-Deaktivierung für 40 Euro, die Performance Control für 150 Euro, die geschwindigkeitsabhängige Servolenkung Servotronic für 250 Euro und eine elektronische Einparkhilfe fürs Heck für 450 Euro.
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