Mit Sportwagenanleihen: Der Alfa MiTo im Test

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Mit Sportwagenanleihen: Der Alfa MiTo im Test
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Alfa Romeo MiTo 1.6 JTDM 16V
Oktober 2008
17.950 Euro
Antrieb 90%
- agiles Triebwerk
- sparsamer Verbrauch
Karosserie 80%
- schicke Optik
- zu hohe Ladekante
Fahrwerk 85%
- im D-Modus flotte Kurvengeschwindigkeiten möglich
- Lenkung könnte noch straffer ausgelegt sein
Kosten 85%
- fairer Grundpreis
- umfangreiche Grundausstattung
Hamburg, 28. Oktober 2008 - Noch vor dem offiziellen Marktstart des jüngsten Alfa-Sproßes gab es einen großen Wirbel um den Kleinwagen namens MiTo. Das lag zum einem an der Tatsache, dass es bislang von Alfa noch kein Fahrzeug in dieser Klasse gab und zum anderen an der Namensfindung. Zuerst trug das Auto den internen Arbeitstitel "Junior", dann ließen die Italiener ihre getreuen Anhänger im Internet über den Namen abstimmen. Die Alfisti waren sich einig: Ihre Wahl fiel auf "Furiosa". Letztendlich kam alles ganz anders und das Modell heißt nun "MiTo". Der Name setzt sich zusammen aus "Mi" für Milano (Mailand) - die Stadt der Mode, in der das Fahrzeugdesign entwickelt wurde - und "To" für Torino (Turin), die Stadt der Technik, in der es gebaut wird. Wir sind den MiTo in der Dieselvariante 1.6 JTDM 16V gefahren.

Anlehnungen an den 8C
Optisch haben die Italiener den MiTo stark an den Sportwagen 8C Competizione angelehnt. Vor allem Scheinwerfer, Rückleuchten, Kotflügel sowie Elemente der Frontpartie und der Fensterlinie folgen dem Design des Supersportlers. So sieht der nur 4,06 Meter lange Zwerg äußerst sportlich aus.

Zwei verschiedene Charaktere
Das Selbstzünder-Triebwerk in unserem Testwagen leistet 120 PS und generiert ein Drehmoment von zunächst 280 Newtonmeter. Wie auch der Turbobenziner verfügt der Diesel über einen so genannten D.N.A.-Schalter in der Mittelkonsole. Mit ihm kann der Fahrer mittels dreier Programme auf Motor, Getriebe, Lenkung und Fahrwerk Einfluss nehmen. Der Name setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der drei Stufen Dynamic, Normal und All Weather zusammen. Vor allem im Dynamic-Modus macht der kleine MiTo richtig Laune: Hier wird das Drehmoment auf 320 Newtonmeter gesteigert und so stellen auch flotte Zwischensprints den Italiener vor keinerlei Probleme. Den Normspurt absolviert er in 9,8 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist bei 185 km/h erreicht. In der Normal-Einstellung gibt sich der MiTo deutlich ziviler, ist aber dennoch nicht schwach auf der Brust. Der Verbrauch beläuft sich dann auf magere 4,8 Liter.

Flexibel wie ein Chamäleon
Passend zum sportlichen Auftritt des Triebwerks ist auch das Fahrwerk des Südländers straff abgestimmt worden. Im Dynamic-Modus lädt der Alfa dank geringer Wankneigung und erstaunlicher Kurvengeschwindigkeiten zur schnellen Fortbewegung ein. Stellt man den D.N.A.-Schalter auf "N" wie Normal, ändert der MiTo seinen Charakter hin zum komfortablen Stadtflitzer. Der für schlechte Witterungsbedingungen vorgesehene All Weather-Modus bewirkt eine besonders sanfte Annahme von Gaspedalbewegungen und Lenkbefehlen. Außerdem greifen das Stabilitätsprogramm VDC und die Traktionskontrolle ASR entsprechend früh ein. Die Unterschiede der Modi sind deutlich zu spüren und machen in ihrer Ausprägung definitiv Sinn. Um ein Höchstmaß an Sicherheit zu gewähren, verfügt der MiTo serienmäßig über ein so genanntes "Electronic Q2"-Sperrdifferential. Das speziell für Fronttriebler entwickelte Antriebsystem bremst auf Fahrbahnen mit unterschiedlichen Haftreibungswerten ein einzelnes Rad ab und bewahrt es so vor dem Durchdrehen.

DST meistert auch schwierige Situationen
Je nach Stellung des D.N.A.-Schalters verändert sich auch die Lenkung. Die Wirkung ist allerdings nicht so gravierend wie bei Motor und Fahrwerk. Den ungenauesten Eindruck hinterlässt die Lenkung im "A"-Modus, am meisten Direktheit verleiht die "D"-Einstellung und Kurven lassen sich zielgenau meistern. Speziell für schwierige Situationen, in denen das Fahrzeug übersteuert, verbaut Alfa einen Lenkassistenten namens "Dynamic Steering Torque". Anhand der Informationen des Stabilitätsprogrammes erkennt DST eine Gefahrensituation und lenkt mit der elektronisch geregelten Servounterstützung gegen.

Eine Alternative naht
Bislang gibt es Alfas Kleinsten ausschließlich mit Sechsgang-Schaltung. Einziges Manko des ansonsten leichtgängigen und präzisen Getriebes sind die langen Wege durch die Schaltkulisse, die nicht so recht zum flotten Charakter des MiTo passen wollen. Doch mit dem hauseigenen Doppelkupplungsgetriebe bietet Alfa ab Mitte 2009 eine Alternative an.

Äußerst hohe Ladekante
Trotz seiner geringen Abmessungen bietet der MiTo, zumindest für Fahrer und Beifahrer, ausreichend Platz. Die Sitze orientieren sich am flotten Gemüt von Motor sowie Fahrwerk und bieten erstaunlich viel Seitenhalt. In der zweiten Reihe und im Kofferraum muss der MiTo seinen Zwergen-Maßen Tribut zollen. Ab 1,85 Meter Körpergröße empfiehlt es sich, den Kopf einzuziehen oder ganz tief in den Sitz zu rutschen. Dies scheitert allerdings meist an der fehlenden Kniefreiheit. In das Gepäckabteil passen 270 Liter Staugut. So weit, so gut. Problematisch wird es erst, wenn die Dame des Hauses versucht, die Wocheneinkäufe in den Kofferraum zu hieven. Durch die unangenehm hohe Ladeschwelle wird dies schnell zum Kraftakt.

Billiger als ein Mini Cooper D
Alfa rühmt sich, mit dem MiTo zehn Prozent billiger als die Konkurrenz von Mini zu sein, dem die Italiener einen Teil des Kuchens wegschnappen möchten. Ob dies gelingt, sei dahingestellt. Fakt ist aber, dass der 95 PS starke Benziner Mini One für 16.150 Euro beim Händler steht und der Einstiegs-MiTo mit einer Leistung von ebenfalls 95 PS dagegen nur 14.700 Euro kostet. Vergleicht man die Diesel-Preise, stehen die 17.950 Euro für den italienischen 110-PS-Bello den 19.900 Euro für den 120 PS starken Mini Cooper D gegenüber. Wir sind der Meinung, dass der Alfa jedoch nicht nur wegen seines günstigeren Preises eine interessante Alternative zum Bayern-Winzling ist.

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