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Über Stock und Stein: Mazdas Packesel BT-50 im Test

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Über Stock und Stein: Mazdas Packesel BT-50 im Test
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Mazda BT-50
November 2006
26.600 Euro
Antrieb 85%
- vor allem im unteren Drehzahlbereich sehr kraftvoller Motor
- ab 120 km/h wird der Motor leiser
Fahrwerk 70%
- verträgt auch eine hohe Zuladung
- Schwächen im Fahrverhalten bei unbeladener Ladefläche
Karosserie 80%
- die Front erinnert optisch nicht an ein Nutzfahrzeug
- große Ladefläche
Kosten 80%
- günstiger Grundpreis
- auch gegen Aufpreis gibt es kein Navigationssystem
Athen, 28. November 2006 – Der Markt für Pick-ups ist in Deutschland nicht sonderlich groß. Doch zumindest die private Nutzung durch Freizeitsportler, die ein passendes Gefährt zum Transport ihrer Sportgeräte suchen, hat in den letzten Jahren zu genommen. Traditionell beliebt sind sie eher in den landwirtschaftlich geprägten Ländern Südeuropas. Wir haben den Mazda BT-50 auf den Straßen rund um Athen auf Herz und Nieren für Sie getestet.

Fahrendes Trampolin
Bereits auf den ersten Metern nach dem Parkplatz am Athener Flughafen offenbart der BT-50 seine größte Schwäche: Das fehlende Gewicht auf der Hinterachse. Werden die nur wenige Zentimeter hohen, geschwindigkeitsbegrenzenden „Speed Bumps“ nach amerikanischem Vorbild noch von der Einzelradaufhängung an der Vorderachse geschluckt, sorgen die Blattfedern an der Hinterachse dafür, dass man auf seinem Sitz ordentlich durchgeschüttelt wird. Freilich ist dieser Mangel konstruktionsbedingt, schließlich ist der neue Mazda für eine Zuladung von 1.225 Kilogramm gewappnet.

Vorsicht mit dem Gaspedal in Kurven!
In einer der ersten, zugegebenermaßen recht forsch angefahrenen Kurven zeigt sich dann auch sofort der zweite Nachteil des fehlenden Gewichts auf dem Hinterteil. Der ESP-lose BT-50 verfügt über einen Heckantrieb mit zuschaltbarem Frontantrieb. Fährt man ihn im herkömmlichen 2WD-Modus, und gibt dann in der Kurve zu viel Gas, bricht das Heck ziemlich unvermittelt aus. Kennt man das Manko, lässt es sich mit einer angepassten Fahrweise aber recht gut in den Griff bekommen. Zudem sollte sich das Problem der schlechten Dämpfung an der Hinterachse und des Ausbrechens bei beladener Pritsche ohnehin nicht stellen.

Kraftvoller Motor bei niedrigen Drehzahlen
Ansonsten konnte uns Mazdas neuer Packesel durchaus überzeugen. Vor allem der 2,5-Liter-Dieselmotor erwies sich als überzeugendes Arbeitstier. Der Common-Rail-Motor wurde vollkommen neu entwickelt und leistet im Mazda Pick-up 143 PS. Für das Ziehen schwerer Lasten und für Offroad-Exkursionen bescherten die Mazda-Ingenieure dem Triebwerk ein Drehmoment von 330 Newtonmetern bei einer Umdrehungszahl von 1.800 Umdrehungen pro Minute. Das relativ hohe Drehmoment lässt den 100-km/h-Sprint subjektiv schneller als die angegebenen 12,5 Sekunden verstreichen. Seine Höchstgeschwindigkeit erreicht der BT-50 bei 158 km/h.

Freestyle-Türen à la RX-8
Die Front des Pritschenwagens wirkt durch die einteilige Kühlergrill- und Stoßfänger-Einheit fast wie ein SUV. Vorbei sind die Zeiten, als ein Pick-up nur nach funktionellen und weniger nach optischen Gesichtspunkten designt wurde. So verstärken die Trittbretter mit Chromumrandung die muskulöse Ausstrahlung des BT-50. Auf der 1,75 Meter langen und 1,45 Meter breiten Ladefläche lassen sich auch große Möbelstücke oder Ähnliches transportieren. Sollte die Ladung mal etwas kleiner ausfallen, kann sie mithilfe diverser Ösen auf der Ladefläche verzurrt werden.

Zwei Karosserievarianten erhältlich
In Deutschland sind die Karosserievarianten Double Cab mit vier Türen und fünf Sitzplätzen und Freestyle Cab und 2+2-Sitzplätzen erhältlich. Ein echter Eyecatcher an der von uns getesteten Freestyle-Cab-Variante sind die gegenläufig öffnenden Türen. Die nach Vorbild des Sportwagens Mazda RX-8 verbauten Türen sollen das Einsteigen in die zweite Sitzreihe erleichtern. Aus Sicherheitsgründen entriegeln sich die hinteren Türen erst, nachdem auch die Vordertüren geöffnet wurden.

Von wegen Nutzfahrzeug
Der schicke Innenraum des Pick-ups beweist, dass die Mazda-Designer die Zeichen der Zeit erkannt haben und dem BT-50 mehr optische Alltagstauglichkeit als seinem Vorgänger spendierten. Der Mazda besitzt für ein Nutzfahrzeug ein recht luxuriöses Audio-System mit Sechsfach-CD-Wechsler, Servolenkung, wärmedämmende Colorverglasung, Nebelscheinwerfer und ein Werkzeugfach unter den hinteren Notsitzen. Leider gibt es auch für viel Geld kein integriertes Navigationssystem zu kaufen. Es wird von Mazda nicht als Sonderausstattung angeboten.

Gute Figur auch im tiefen Schlamm
Dass der BT-50 allerdings noch mehr als das Pkw-Design und die große Ladefläche zu bieten hat, sieht man beim ersten Blick auf die Mittelkonsole. Dort thront neben dem Schaltknüppel der Hebel für den zuschaltbaren Allradantrieb. Reicht auf befestigter Straße und bei wenig Ballast normalerweise der Heckantrieb, empfiehlt sich in schwerem Gelände oder bei Ausnutzung der vollen Zuladung die Zuschaltung des Frontantriebs. Genügt auch das noch nicht, lässt sich eine Geländeuntersetzung zuschalten. Eine kurze Testrunde in radnabenhohem Schlamm zeigte, dass sich unser Testling mit dem Sperrdifferenzial an der Hinterachse im Gelände durch nichts aus der Ruhe bringen lässt und selbst die rutschigsten Anstiege und tiefsten Schlammfurten bravourös meistert.

BT-50 kostet ab 23.800 Euro
Im Vergleich zur Konkurrenz Toyota Hilux Double Cab, Nissan Navara Double Cab und Mitsubishi L 200 ist der Mazda BT-50 in der Grundversion deutlich günstiger. Er kostet in der Einstiegsvariante Midlands 23.800 Euro, während man für den Toyota mindestens 25.346 Euro, für den Mitsubishi 26.490 Euro und für den Nissan immerhin 27.600 Euro zahlt. Das von uns getestete Modell in der hochwertigeren Ausstattungsvariante Toplands hat einen Grundpreis von 26.600 Euro. Als Sonderausstattung hatte unser Testwagen lediglich eine Klimaanlage für 1.250 Euro verbaut.
(os)

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