Nur drei Meter lang und trotzdem genug Platz für drei Große

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Nur drei Meter lang und trotzdem genug Platz für drei Große
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Toyota iQ 1.0 VVT-i
November 2008
12.700 Euro
Antrieb 95%
- munterer Dreizylinder-Einstiegsmotor
- Handschaltung und CVT statt leidiger Smart-Halbautomatik
Fahrwerk 80%
- für die Klasse gut
- Nick- und Wankbewegungen
Karosserie 85%
- voraussichtlich 5 EuroNCAP-Sterne
- wenig Kopffreiheit im Fond, sehr kleiner Kofferraum
Kosten 85%
- hervorragende Ausstattung
- hoher Einstiegspreis
Mailand (Italien), 28. November 2008 - Das kleinste Auto auf dem Markt wird diesen Titel behalten: Die 2,70 Meter Länge des Smart Fortwo werden auch durch den neuen Toyota iQ nicht unterboten. Doch den zweiten Platz belegt ab dem 24. Januar 2009 der knapp drei Meter lange Stadtflitzer aus Japan. Drei Motoren werden angeboten. Der 1,0-Liter-Benziner mit drei Zylindern und 68 PS ist aus dem Aygo bekannt. Daneben gibt es einen 1,4-Liter-Diesel mit 90 PS, den man aus dem Yaris kennt. Im Juli 2009 soll noch ein neuer 1,3-Liter-Benziner mit 100 PS und Start-Stopp-Automatik folgen. Wir haben den Dreizylinder-Einstiegsmotor gefahren, der wohl der begehrteste Antrieb sein wird.

Dreizylinder mit 4,3 Liter Verbrauch
Der Ein-Liter-Vierventiler spurtet mit einem leichten "Rrrrr" los. Das minimal raue Motorgeräusch ist typisch für einen Dreizylinder, und wir geben zu, dass wir dieses Geräusch lieben. Dabei wirkt das Auto durchaus flotter als es die Spurtdaten vermuten lassen. Laut Datenblatt vergehen 14,2 Sekunden für die Beschleunigung auf Tempo 100. Die einlassseitige Nockenwellenverstellung VVT-i sorgt für ein maximales Drehmoment von 91 Newtonmeter bei 4.800 Touren. Laut Toyota verbraucht das für die Euro-5-Schadstoffnorm vorbereitete Aggregat 4,3 Liter auf 100 Kilometer. Das ist der gleiche Wert, den Smart für den 61 PS starken Einliter-Dreizylinder im Fortwo angibt. Beim Sprit sparen unterstützt den Fahrer eine serienmäßige Schaltpunktanzeige. Wir hielten uns nicht immer dran und standen auch auf unseren Testfahrten zeitweise im Stau. Der Bordcomputer zeigte danach Werte um die 6,9 Liter an.

Serienmäßige Schaltpunktanzeige
Diese Werte gelten sämtlich für die serienmäßige Fünfgang-Schaltung. Alternativ kann man ein stufenloses CVT-Getriebe namens Multidrive bestellen, was allerdings zu erhöhtem Verbrauch führt. Sowohl die Handschaltung wie die CVT-Automatik sind jedenfalls um Längen besser als das leidige automatisierte Schaltgetriebe des Smart.

Fronttriebler - im Gegensatz zum Smart
Anders als beim Smart sitzt der Motor im iQ nicht hinten, sondern vorne. Er wird aus Platzgründen etwas nach vorne gekippt eingebaut. Im Gegensatz zum Fortwo treibt das Aggregat auch nicht die Hinterräder, sondern die Vorderachse an. Das Fahrwerk hat es naturgemäß bei einem so kleinen Auto recht schwer. Der Radstand von genau zwei Meter ist eben doch klein, der Platz für die Radaufhängung sehr begrenzt. Ein Fahrwerk wie bei einem VW Golf darf man bei einem solchen Auto natürlich nicht erwarten. Auf holprigen Strecken fühlt sich der iQ hart an, und wer bei Tempo 100 mit dem Lenkrad schlenkert, der wird ihn zu weich finden. Auch kippelt der Winzling beim Gasgeben leicht nach hinten, um beim Bremsen wieder nach vorne zu nicken. So schlecht wie es klingen mag, fährt sich der iQ aber nicht, im Gegenteil, Smart-Fahrer werden ihn wohl lieben.

Nur mit Tricks passt alles rein
Wie beim Motor mussten die Toyota-Techniker auch beim Fahrwerk tricksen, um alle Komponenten in das kleine Auto hineinzubekommen. So wurde das Vorderachsdifferenzial vor den Motor verlegt, und das Lenkgetriebe befindet sich über dem Aggregat. Das Puzzlespiel setzt sich bei den anderen Komponenten fort. So liegt der Tank unter den Vordersitzen und wird deshalb besonders flach geformt. Auch bei der Klimaanlage wurden noch zwanzig Prozent Volumen eingespart, was Platz im Cockpit schafft. Im Innenraum haben die Ingenieure ihr Meisterstück abgeliefert. Für eine Gesamtlänge von knapp unter drei Meter ist das Platzangebot sehr respektabel.

Nicht viel Kofferraum
Der Kofferraum bietet zwar auf den ersten Blick kaum mehr Platz als für eine Stange Zigaretten. Zwischen den Rücklehnen der Fondsitze und der Heckklappe ist gerade mal eine Handbreit Platz. Exakter ausgedrückt: Man kann 32 Liter Gepäck unterbringen. Legt man die Sitze flach, vergrößert sich das Stauvolumen auf 238 Liter. Nicht schlecht, allerdings müsste man dazu das Auto bis unters Dach beladen. Auch bietet der Smart Fortwo bis zu 380 Liter. Einen Kühlschrank wird man mit iQ wohl kaum transportieren können, aber für den Singleeinkauf reicht es natürlich. Beim Beladen sollte man nur aufpassen, dass man sich nicht den Kopf an der Ladeklappe stößt, die nicht sehr weit nach oben aufgeht.

Ein echter Dreisitzer
Oft wird man den iQ wohl mit umgeklapptem Sitz hinter dem Fahrer sehen, denn dort kann ohnehin kaum jemand sitzen. So ist der Ausdruck Dreisitzer ehrlicher als die Toyota-Benennungen "3+1-Sitzer" oder gar "echter Viersitzer". Hinter einem mittelgroßen Fahrer findet auch ein Kind kaum Platz. Das ist allerdings beim viel größeren Mini genauso, und dort hat man auch auf der Beifahrerseite Schwierigkeiten, zwei Erwachsene hintereinander unterzubringen. Beim iQ steht es hier besser. Hier lässt sich der Vordersitz so weit vorschieben, dass auch zwei Große hintereinander Platz haben. Ein Problem ist nur die Kopffreiheit: Bei einem Unfall würden nur kleine Erwachsene mit dem Kopf auf die Kopfstütze aufprallen, die Köpfe von größeren Insassen würden die Decke treffen.

Hervorragende Sicherheitsausstattung
Womit wir beim Thema Sicherheit wären - bei einem Kleinstwagen ein wichtiges Thema. Toyota will mit dem iQ fünf Sterne in der Insassenwertung des EuroNCAP-Crashtests erzielen. Dafür wird das Auto mit sage und schreibe neun Airbags ausgestattet: Neben Front-, Seiten- und Kopfairbags gibt es noch einen Fahrer-Knieairbag, einen Anti-Submarining-Airbag für den Beifahrer und sogar einen Heckairbag. Der Letztgenannte deckt den Bereich um die Kopfstützen ab, sodass der Passagierraum vollständig nach hinten abgeschlossen wird. Auch ein ESP ist Serie - eine seltene Ausnahme bei Kleinstwagen.

Ab 12.700 Euro
Auch sonst verblüfft die Serienausstattung durch ihren Umfang. Alufelgen, ein CD-Radio, eine Klimaanlage und elektrisch einstellbare Außenspiegel sind bei der Basisversion namens IQ bereits eingeschlossen. Dergleichen erwartet man sonst frühestens im Golfklasse-Segment. Dafür muss man allerdings auch einen heftigen Einstiegspreis verdauen: Den iQ gibt es erst ab 12.700 Euro. Da erschrickt wohl so mancher, denn den Smart gibt es schon ab 9.850 Euro, also für fast 3.000 Euro weniger. Doch der Basis-Smart hat weder elektrische Fensterheber noch eine Servolenkung an Bord, ganz zu schweigen von den bereits erwähnten Komfortelementen. Die höherwertige Ausstattung IQ+ setzt noch Nebelscheinwerfer, ein schlüsselloses Zugangs- und Startsystem, eine Klimaautomatik, Licht- und Scheibenwischerautomatik sowie elektrisch anklappbare Außenspiegel drauf. Wir würden uns stattdessen von Toyota eine "IQ-Minus"-Ausstattung wünschen, ohne Alufelgen, Lederlenkrad und ohne viel elektrischen Firlefanz, dafür aber mit einem deutlich günstigeren Preis ...

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