- kräftiges Aggregat für den Hochdach-Van- Anfahren am Berg ist kein Problem |
- für Campingplatz-Untergründe geeignet- fast keine Wankneigung |
- geringe Parkmaße, gut ausgenutzter Raum |
- Kletterkünste fürs obere Stockwerk nötig |
- Möblierung ist Serie |
- hoher Einstiegspreis |
Millimeter-Ausnutzung
Auf Schritt und Tritt merkt man, dass der zur Verfügung stehende Platz bestens genutzt wurde. Und das an Orten, an die man gar nicht gedacht hätte. So sind in dem großen, weit öffnenden Heckdeckel zwei Aluminium-Klappstühle untergebracht. In der seitlichen Ich-Nerve-Morgens-Meine-Zeltplatznachbarn-Schiebetür (deshalb: Eine Schiebetür haben ist gut, neben einer campen ist schlecht) steckt ein Alu-Klapptisch. In der linken Möbelzeile verbergen sich zwei Eckschränke, die mit einer seitlich öffnenden Alu-Jalousie verschlossen sind. Auch im Heck, am Ende des oberen Bettes, befindet sich noch ein nach unten öffnendes Fach. Die Beladung ist gerade bei Reisemobilen ein Thema. Überladung mag zwar die Polizei nicht, viel schlimmer wiegt jedoch eine falsche Beladung. Schwere Gegenstände wie Bücher oder Bierkisten gehören nach unten, möglichst direkt über die Achsen. Oben haben nur Luft oder sehr leichte Gegenstände was zu suchen. Ein hoher Schwerpunkt ist nämlich Gift für jede Straßenlage.
Der Turm fährt
Jetzt ist es an der Zeit, unser emporragendes Fahrzeug mit straffer Geschwindigkeit in ein paar enge Kurven zu legen. Auf die bei Vans übliche Wankneigung machen wir uns instinktiv gefasst. Die Kurve wird immer enger, wir streben nach außen, aber unser aufrechtes Häuschen denkt nicht daran, zu kippeln. VW muss ganz enorme Quer-Stabilisatoren verbaut haben, um den Wagen in eine lotrechte Position zu zwingen. Hier hat der California in der Familie der Vans die Nase vorn. Am Rest des Fahrwerks gibt es wenig zu tippen. Untergründe aller Art, auch der holperige Wiesengrund eines Campingplatzes, stellen kein sonderliches Problem dar. Nur ganz üble Kanten an Landstraßen-Baustellen werden hart pariert, was man dem fleißigen Reisemobil aber nicht verübeln kann.
Die Kraft zum Reisen
Seine Tatkraft entspringt bei unserem California einem 2,5-Liter-Dieselmotor mit umweltschonendem Partikelfilter. 174 Pferde schickt dieser vor den neuzeitlichen Planwagen. Damit geht der hohe Reisevan mit Schaltgetriebe in 13,7 Sekunden von null auf 100. Wenn eine Automatik den Job übernimmt, sprintet das Mobil sogar in 13,1 Sekunden zur magischen Marke. Und so können wir auch nach unserem Heizöl-LKW-Stopp locker wieder in die Wand gehen. Am Steilhang starten wir ganz problemlos und ohne Handbremsen-Einsatz durch, vor Anfahren am Berg braucht sich also niemand zu fürchten.
Hohe Sparsamkeit
Wer möchte, legt bis zu 174 lange Urlaubs-Kilometer in der Stunde zurück. In der Stadt werden für den Vortrieb 10,8 Liter auf 100 Kilometer aufgerufen. Auf der Autobahn begnügt sich der Große dann aber mit 7,8 Litern Diesel. Dabei klingt das Triebwerk nicht übermäßig dieselmäßig. Der recht zivile Sound wird auch auf längeren Strecken keinen nerven. Die manuelle Sechs-Gang-Schaltung findet sich gut im Getriebe zurecht, ohne den Motor zu kernig wirken zu lassen.
(gh)
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