Munteres Trio unter der Haube
Zum Marktstart des Polo Dreitürers stehen sechs Motoren, jeweils drei Benziner und drei Diesel, bereit. In den nächsten Monaten ergänzen ein 1,2-Liter-TSI mit 105 PS und ein besonders sparsamer Polo BlueMotion die Palette. Angesichts der Tatsache, dass der Dreitürer als günstiges Einstiegsmodell fungiert, entscheiden wir uns für den Benziner mit 70 PS. Auch eine 60-PS-Maschine gibt es, allerdings nur als Lockangebot in der spartanischen Basisausstattung namens Trendline für 12.150 Euro. Für 525 Euro Aufpreis gibt es zehn PS mehr, zudem kann man bei Bedarf zur besseren Comfortline-Version greifen. Gleich nach dem Start gibt es beim 70-PS-Modell eine akustische Überraschung: Das Laufgeräusch erinnert stark an einen Diesel. Doch in Wahrheit ist es der knurrige Sound des Dreizylinder-Benziners mit 1,2 Liter Hubraum. Aufgrund der ungeraden Zylinderzahl arbeitet der Antrieb etwas rauer als ein Vierzylinder.
Ausreichend für den Alltag
Auf unserer Testfahrt überrascht der 70-PS-Benziner mit guter Laufruhe, selbst auf der Autobahn bei einer Geschwindigkeit von 120 km/h hält sich der Lärm in erträglichen Grenzen. Dafür sorgen neben guter Dämmung eine Ausgleichswelle sowie eine geräuschoptimierte Steuerkette und ein lang übersetzter fünfter Gang. Damit es im rund eine Tonne schweren Polo flott vorangeht, will das Euro-5-Aggregat aber mit Drehzahlen gefüttert werden, denn erst bei 3.000 Umdrehungen liegt das maximale Drehmoment von 112 Newtonmeter an. Dank der präzisen Schaltung wechselt man jedoch gerne die Gänge, besonders beim zügigen Überholen empfiehlt sich das Herunterschalten in die vierten Getriebestufe. Ob aber so der Werksverbrauch von 5,5 Liter erreicht werden kann, ist mehr als fraglich, zumal auf unserem Bordcomputer eine fette Sieben leuchtete.
Verbesserungswürdiges Fahrwerk
Größter Minuspunkt des Polo ist das Fahrwerk: Die straffe Abstimmung reagiert sensibel auf Unebenheiten und überträgt diese deutlich vernehmbar in den Innenraum. Zum Trost bleibt es weitestgehend bei Geräuschen, die Insassen bleiben körperlich verschont. Als Ausgleich können sich die Straßenlage und die präzise Lenkung sehen lassen.
Zwiespältige Preisgestaltung
Die Preise für den Polo Dreitürer mit 70-PS-Benziner starten bei 12.675 Euro für die Basisausführung. Hier ist aber weder eine Klimaanlage im Preis inbegriffen, noch können die Rücksitze geteilt umgeklappt werden. Beides bietet die nächsthöhere Variante Comfortline für 14.150 Euro serienmäßig, ebenso Einparksensoren hinten und eine Mittelarmlehne vorn. Will man den Trendline aufrüsten, schlägt die Aufpreispolitik von VW durch. So gibt es eine Klimaanlage nur im Paket für 910 Euro mit einem CD-Radio. Letzteres kostet im Comfortline 475 Euro zusätzlich. Für 14.320 Euro ist der Trendline auf das ungefähre Comfortline-Niveau gebracht, doch die noblere Ausstattung wartet noch mit diversen optischen Verfeinerungen im Innenraum auf. Unser Tipp daher: Comfortline plus Radio für 14.625 Euro. Wie bei VW üblich, kann der Preis noch durch eine Fülle von weiteren Extras in die Höhe getrieben werden. Da lohnt sich der Blick zur Konkurrenz: Seat verlangt für den dreitürigen Ibiza SC mit gleicher Motorisierung 13.550 Euro. Dafür gibt es die Ausstattung Style, in der Klima und Radio bereits enthalten sind. Hyundai ruft für den dreitürigen i20 1.2 Comfort mit 78 PS 13.480 Euro auf, auch hier gibt es kühle Luft und heißen Sound in Serie.
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