- enorm durchzugsstarkes Aggregat- passende Automatik |
- verstellbares Sportfahrwerk- gierige Bremsen |
- kein übermäßiges Rumgeprotze- viel Innenraum |
- hoher Einstiegspreis- hohe Unterhaltskosten |
Das Magnetfeld richtet es
Das optionale "Sportfahrwerk plus" (950 Euro) des RS6 ist verstellbar - mithilfe eines magnetorheologischen Fluids. Was ist das? Eine Flüssigkeit, die unter Einsatz eines Magnetfeldes ihre Viskosität, also Zähflüssigkeit, ändert. Dieses Fluid wabert im Stoßdämpfer und fließt je nach Viskosität leichter oder behäbiger durch Ventile im Dämpfer-Inneren. Über den Wahlknopf für "Comfort", "Normal" und "Sport" ändern wir das Magnetfeld und somit die Dämpfung. Dabei macht der Komfort-Modus wirklich Komfort: Nur die Fiesen unter den Schlaglöchern hauen zu uns durch. Und die Seitenneigung hält sich bereits in der Bequem-Einstellung zurück. Über "Normal", eine Einstellung, die wir kaum brauchen, geht es zu "Sport". Den Unterschied zum "Comfort" merkt jetzt auch der Unempfindlichste: Umgehend wird der RS6 zum Bügeleisen - null Wanken oder Nicken, aber auch genauso hart.
Standfeste Keramik
Lenken lässt sich unser Sport-Schiff ohne Spiel mit genau der richtigen Präzision und Kraft. Und genauso verhält es sich mit dem Stillstand: Unsere 8.200 Euro teure Keramik-Bremsanlage zieht den Wagen gnadenlos und definiert auf null runter, auch wenn die Tachonadel kurz vorher noch am Ende der 200er-Scala schwirrt.
Ganz oben: 580 PS
Zehn Kolben rasen in zehn Zylindern, die wiederum zusammen 5,0 Liter Hubraum umfassen. 580 PS kommen am Ende raus und ein Drehmoment von maximal 650 Newtonmeter - welches bereits bei 1.500 U/min anliegt. Und genauso fährt sich der 2,0-Tonnen-Wagen auch: Mit gemäßigter Gaspedal-Bewegung trübt der RS6 kein Wässerchen. Klar, er klingt ein bisschen aggressiver als die anderen Verkehrsteilnehmer, gleitet aber ohne überhartes Sportwagen-Getue unauffällig durch die Stadt. Auf der Autobahn reißt es dann in unserem Gasfuß, bis wir nicht mehr dagegen ankämpfen können - wir treten voll durch. Die dunkle Seite des Wagens klappt auf. Ein kräftiges Ziehen geht sowohl durch den Wagen als auch durch unseren Magen. Wir sind umgeben von kernigem Röhren und einer Außenwelt, die zu Streifen verformt an uns vorbeiwischt - wahrscheinlich hinterlassen wir gerade Beulen im Raum-Zeit-Kontinuum. Ruckzuck steht die Tachonadel bei Tempo 280 und wir fühlen uns kein bisschen unsicher. Der RS6 ist für die ganz großen Geschwindigkeiten gemacht. Im Serienzustand regelt das Aggregat bei 250 km/h ab, für 1.600 Euro wird die Abregelung auf 280 hochgeschoben und ein Karbon-Designpaket verschönert zusätzlich den Motorraum.
Es geht auch moderat
In 4,5 Sekunden ballert der RS6 von null auf 100 km/h. Eine Beschleunigung, die wir trotz des luxuriösen Wagens als sehr real empfinden. Und was gönnt sich der Motor dabei? Zehn hungrige Mäuler sind zu stopfen, da kann man nur als ehrlicher Verbraucher dastehen. 18,2 Liter Super haut sich unser Wagen bei ambitionierter Fahrt pro 100 Kilometer rein - lassen wir es gesittet angehen, sinkt der Konsum auf 13,0 Liter. Audi gibt den Durchschnittsverbrauch mit 13,9 Liter an.
Die Automatik kümmert sich
Hinter dem mächtigen Motor hängt eine Sechsstufen-Automatik, die schon auf Grund des immensen Drehmoments nicht viel falsch machen kann. Und so ist es auch: Ohne Ruckeln oder nerviges Dröhnen flutschen die Gänge dahin. Das Schaltwerk bleibt souverän - sowohl beim anständigen Cruisen als auch beim hitzigen Jagen.
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