- durchzugsstarker Motor |
- leicht ruckelige Automatik |
- straff für europäische Ansprüche- spielfreie feste Lenkung |
- schick, viel Platz vorne und hinten |
- Kofferraum recht klein |
- für den preis extrem reicher Serienumfang |
- hohe Spritkosten zu erwarten |
Für europäischen Geschmack
Infiniti musste bisher die Wünsche amerikanischer Kunden erfüllen, was eine gewisse Weichheit von Fahrwerk und Lenkung mit sich brachte. Aber keine Angst: Für den Marktstart in Europa haben sich die Japaner ins Zeug gelegt. Je nach Modell wurden bis zu 480 Änderungen vorgenommen. Hauptsächlich geht es dabei natürlich um Fahrwerk, Bremsen und Lenkung. Die Feder-Dämpfer-Kombination kommt deutlich gestrafft nach Deutschland. Das adaptive Fahrwerk lässt sich per Knopfdruck noch härter machen. Auch die Lenkung wurde gestrafft und die Bremsen mussten einfach vergrößert werden, um mit dem erhöhten Verschleiß mitzuhalten. Schließlich wiegt der FX50S beinahe 2,2 Tonnen, die auf der Autobahn auch mal deutlich schneller unterwegs sein können als auf einem US-Highway. Kunden, die schon vorher in Europa mit Grauimport-Infinitis unterwegs waren, kennen das Problem der hierzulande schneller verschleißenden Bremsen.
Sportlich abgestimmt
Wir legen uns ambitioniert in den engen Kreisverkehr und drücken auf die Tube: Unser FX50S huscht um die Biege, neigt sich dabei nur moderat. Beim Wenden und rechtwinkligen Abbiegen fühlen wir zudem die aktive Allradlenkung, die ebenfalls serienmäßig mit dabei ist. Auch hier gilt: Wenn wir mit einer Vierradlenkung unterwegs sind, haben wir das Gefühl, besonders dynamisch um die Kurven ziehen zu müssen - was mit dem FX50S spielend erledigt ist. Die Federung macht sich spürbar straff, geht eindeutig in Richtung BMW. Mit Unebenheiten kommt das adaptive Fahrwerk gut zurecht. Und auch die Lenkung kann uns überzeugen, wir spüren keine Weichheit und kein verunsicherndes Spiel. Die Bremsen kommen uns ganz normal vor, bieten keinen Grund zur Klage.
Kraft-Überschuss
Kein Infiniti-Modell muss unter Schwachbrüstigkeit leiden. Als Einstiegsmodell dient die Limousine G37 mit 3,7-Liter-V6. 320 PS bringt das Aggregat mit. In unserem FX50S schnurrt leise ein V8 - mit 390 PS und einem maximalen Drehmoment von 500 Newtonmeter. Die 2,2 Tonnen Gewicht hin oder her: Der Motor ist immer unterfordert. Leichtfüßig treibt er den Wagen durch den Verkehr. In 5,8 Sekunden ist das SUV auf Tempo 100, bei 250 km/h wird elektronisch abgeregelt. 13,1 Liter Super jagen laut Hersteller pro 100 Kilometer durch den Tank, bei unserer Testfahrt waren es im Schnitt 15 Liter. Und hier ist auch das Problem von Infiniti: So gut der Motor auch seinen Job macht, es gibt für alle Modelle bisher nur hubraumstarke Benziner. Mit Diesel-Varianten ist frühestens ab Mitte 2010 zu rechnen.
Saubere Sieben
Für den anspruchsvolleren Europäer stattet Infiniti den FX50S mit einer Siebengang-Automatik aus. Diese lässt sich auch per Hand in einer manuellen Schaltgasse oder mithilfe von Schaltpaddles am Lenkrad einstellen. Die sichelförmigen Magnesium-Paddles kennt man übrigens aus dem Nissan 370Z. Manche Schaltvorgänge spüren wir mit einem kleinem Ruck, aber im Großen und Ganzen macht die Automatik einen guten Job.
Im Vergleich günstig
Der FX50S mit seinen 390 PS hat die führenden Modelle des Segments im Visier: Audi Q7 4.2 TDI (326 PS, 72.700 Euro), BMW X5 xDrive48i (355 PS, 70.900 Euro), Mercedes ML 500 (388 PS, 72.174 Euro) und Porsche Cayenne S Tiptronic (385 PS, 70.925 Euro). Mit seinen 71.500 Euro Einstiegspreis liegt der FX50S auf Augenhöhe mit seinen Konkurrenten. Allerdings ist er teilweise deutlich stärker als alle anderen genannten Fahrzeuge und sein Preis lässt sich auf maximal 72.500 Euro hochtreiben - Reserverad und Metallic-Lack sind für zusammen 1.000 Euro zu haben. Der Serienumfang des FX50S ist gigantisch: Volleder-Ausstattung, Zweizonen-Klimaanlage, 21-Zoll-Felgen, Allradlenkung, Abstandstempomat, Bose-Soundsystem, Touchscreen-Navi und das adaptive Fahrwerk sind nur Beispiele. Ausstattungsbereinigt ist der Infiniti mehrere tausend Euro günstiger als seine deutschen Konkurrenten. Und das mit ihm verbundene Service-Paket sucht auch seinesgleichen: In den ersten drei Jahren wird der Wagen für Inspektionen im Umkreis von 250 Kilometer abgeholt. Würde der Fahrer liegen bleiben, übernimmt Infiniti die weitere Reise mit Business-Class-Flügen und Übernachtungen. Bleibt der Infiniti-Inhaber mit einem Fremdfabrikat liegen, hilft der Hersteller trotzdem bei der Organisation der Weiterreise.
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