- super starker Motor mit viel Druck von unten |
- dürfte gerne noch kerniger klingen |
- adaptives System: sehr komfortable Abstimmung möglich- hervorragende, sichere Kurvenlage |
- bequeme Sportsitze; unauffällige Optik außen |
- etwas billig wirkende Instrumenteneinfassung |
- gute Serienausstattung mit Xenon und Klima |
- viele Fahrwerkfeatures nur gegen Aufpreis |
Zurückhaltender Auftritt
Wie bereits die Vorgänger bestechen sowohl S4 Limousine als auch der Avant durch einen eher zurückhaltenden Auftritt. Das heißt nicht, dass sie unauffällig sind: Vorn leuchten die modernen Tagfahr-Wings, hinten grüßen vier Abgas-Enden, die unserer Meinung nach auch auf zwei reduziert werden könnten. Längsstreben im grauen Kühlergrill, 18-Zöller und die typischen S-Schriftzüge verraten den durchtrainierten Sportler im edlen Maßanzug.
Straffe Sitze, schickes Interieur
Wir sitzen eingebettet in straffen Sportsitzen mit integrierten Kopfstützen. Diese optionale Bestuhlung bietet ausreichenden Halt für Oberkörper und Oberschenkel. Das schicke Interieur passt zum Sportler: Am Lenkrad und in den Uhren prangt das S4-Logo. Weiße Zeiger auf grauen Zifferblättern geben die wichtigsten Informationen preis. Die Instrumente ruhen allerdings in einer grauen Plastikeinfassung, die billig wirkt. Ansonsten gibt es nichts auszusetzen: Trotz aller Sportlichkeit fehlt es in unserem Testwagen an nichts, was man sich in einem eleganten Mittelklässler vorstellt. Ein Navigationssystem mit großem Display, das Audi-Bedien-System MMI, eine Rückfahrkamera, einen Totwinkel-Warner und ein Abstandstempomat sind an Bord.
Roots-Gebläse als Kompressor
Schauen wir uns nochmal kurz den Motor an, dessen Eckdaten wir bereits eingangs verraten hatten. An den vorderen Kotflügeln des S4 fallen die Schriftzüge "V6 T" auf. Das T steht in diesem Fall nicht mehr für Turbo, sondern für Aufladung generell. Das Prinzip der Druckluft-Zufuhr ist rein mechanisch: Ein so genanntes Roots-Gebläse dient als Kompressor. In seinem Inneren rotieren zwei Drehkolben gegenläufig zueinander und pressen so den Ladedruck in die Brennräume. Anders als ein Turbolader vom Abgasstrom wird der Kompressor über einen Keilriemen vom Motor angetrieben. Damit wird der volle Schub bereits vom Start weg bereitgestellt.
Kehliges Hicksen beim Gaswegnehmen
In der Praxis heißt das: Wir treten das Gas durch und der S4 spurtet wie am Gummiband gezogen mit souveränem und brachialem Druck nach vorn. Die Maschine hängt satt und gierig am Gas. Der V6 läuft dabei so kultiviert, wie man es von einem Motor in Autos dieser Klasse erwartet. Der unterdrückte, aber dennoch präsente Sound passt zum Anspruch des S-Audi: Kein Krawallo, sondern ein wohlerzogener Athlet soll er sein. Ein kehliges Hicksen, das beim Gaswegnehmen aus Richtung Auspuff kommt, ist ein klangvolles Gimmick. Für unsere Bedürfnisse könnte der S4 insgesamt gern noch ein wenig heiserer klingen, aber Geschmäcker sind bekanntlich verschieden.
Knackige Hand-Schaltung
Bei unseren Testfahrten rund um Palma de Mallorca probieren wir sowohl die Schaltgetriebe-Variante, als auch das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe S tronic aus. Die Schaltung ist knackig, die Gänge lassen sich Audi-typisch präzise und auf kurzen Wegen sortieren. Das DSG wechselt die Gänge automatisch butterweich beim Cruisen oder auch rasant schnell und spürbar im Sport-Modus. Per Lenkrad-Wippen oder am Schalthebel können wir sequenziell auch selbst schalten.
Neues Sportdifferenzial
Auf einer abgesperrten Rennstrecke testen wir den Allradantrieb quattro und das optionale Sportdifferenzial. Es variiert die Kraft zwischen den Hinterrädern und schickt das Drehmoment beispielsweise beim Beschleunigen in der Kurve automatisch an das kurvenäußere Rad. Durch die variable Momentenverteilung wirkt das System dem Unter- oder Übersteuern blitzschnell entgegen. Es funktioniert wie ein umgekehrtes ESP: Die Korrektur im Grenzbereich wird nicht durch Motor- und Bremseneingriff erreicht, sondern durch die Umverteilung der Antriebskräfte. Die Folge: Wir können auf dem Kurs extrem schnell unterwegs sein, die Kurven nahezu wie auf Schienen durchwedeln. Neutral und ohne groß mit der Karosserie zu zucken durcheilt der Mittelklasse-Bolide die Wegbiegungen. Nur mit viel bösem Willen und sehr hohem Tempo gelingt es uns, den Audi aus der Bahn zu bringen. Im Straßenalltag würde ein vernünftiger Fahrer diesem Grenzbereich nicht einmal nahe kommen.
Fahrwerk in vier Stufen verstellbar
Wer sich einen Wagen wie den S4 kauft, will keinen Mittelklässler von der Stange. Deshalb kann auch "Audi select" geordert werden. Dieses Fahrdynamiksystem debütierte im A4. Es ermöglicht, auf Knopfdruck die Modi "Comfort", Auto" und "Dynamic" einzustellen. Ein Tastendruck wirkt sich dann, je nach Vorhandensein, auf die geschwindigkeitsabhängige Dynamik-Lenkung, die adaptive Dämpfung, die Schaltpunkte der S tronic und auf die Spontanität der Gasannahme aus. Die Unterschiede sind durchaus fühlbar: In der Komfort-Einstellung wird der Unterbau des starken Ingolstädters so gut gedämpft, wie man sich das fürs wohlige Cruisen vorstellt. In einem Individual-Modus kann aber auch jeder selbst festlegen, welche Parameter sich nach Tastendruck ändern.
Ab 50.950 Euro
Der neue S4 soll im ersten Quartal 2009 zu den Händlern kommen. Der Viertürer wird 50.950 Euro, der Avant 52.600 Euro kosten. Serienmäßig sind der quattro-Antrieb, 18-Zöller, eine Klimaautomatik, elektrische Sportsitze, ein Sportfahrwerk und Xenon-Plus-Scheinwerfer verbaut. Die konkreten Preise für die Optionen stehen noch nicht fest, allerdings kann man sich an der Preisliste des A4 orientieren. Dort finden sich beispielsweise das Setup-System Audi drive select für 300 Euro, die adaptive Dämpferregelung für 835 Euro und die Dynamiklenkung für 1.000 Euro. Das Sportdifferenzial für den S4 soll für unter 1.000 Euro zu haben sein.
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