Dezent geliftet
Das Facelift soll den Wagen auch für Privatleute und Freizeitsportler attraktiver machen. Allerdings muss man schon sehr genau hinschauen, um die Veränderungen zu erkennen. Die Frontpartie präsentiert sich nun als stilisiertes "H" und der vordere einteilige Stoßfänger erhält eine auffälligere Optik. Der Grill und die Trapezform des unteren Lufteinlasses wurden etwas klarer herausgearbeitet. Zusätzlich bekommen die Frontscheinwerfer neue silberfarbene Einfassungen. Am Heck gibt es veränderte Leuchten und einen Ladegriff in Wagenfarbe. Auch die serienmäßigen 16-Zoll-Leichtmetallräder bei der gehobenen Toplands-Ausstattung wurden leicht modifiziert. Zusätzlich besteht beim modellgepflegten BT50 nun die Auswahl zwischen elf verschiedenen Außenfarben.
Gleicher Motor wie beim Vorgänger
Wie beim Vorgänger sorgt ein 143 PS starker 2,5-Liter-Common-Rail-Diesel für Vortrieb. Das Triebwerk generiert ein maximales Drehmoment von 330 Newtonmeter, das bei 1.800 U/min anliegt. In 12,5 Sekunden drängt der BT50 von null auf Tempo 100, bei ausreichenden 158 km/h stößt er an seine Leistungsgrenzen. Schneller möchten wir mit dem Ladewagen auch gar nicht unterwegs sein - und schon gar nicht unbeladen. Denn die hinteren Blattfedern und die starre Hinterachse sorgen dafür, dass Bodenwellen ungefiltert an die Passagiere weitergegeben werden. Nicht angeschnallt würden wir bei diesem Gehoppel sicher permanent mit dem Kopf ans Dach stoßen. Dieser konstruktionsbedingte Makel hat allerdings zwei Seiten, denn immerhin ist der Wagen für eine Zuladung von mindestens 1.115 Kilogramm bestimmt. Und wenn man den asiatischen Hauptmarkt des Pick-ups betrachtet, wo Fahrzeuge hoffnungslos überladen werden, verwundert diese Bauweise keineswegs.
Kein ESP erhältlich
Die Servolenkung ist Pick-up-typisch nicht zu direkt und so hat man auch offroad eine gute Kontrolle über das Fahrzeug. Außerdem sorgt der manuell zuschaltbare Allradantrieb für einen guten Grip auf unbefestigtem Terrain. Die Kraftübertragung erfolgt über ein Fünfgang-Schaltgetriebe, welches unsere Schaltbefehle ohne Rumzuzicken weitergibt. Negativ fällt auf, dass nach wie vor kein ESP - nicht einmal gegen Aufpreis - erhältlich ist. Serienmäßig werden aber alle BT50-Versionen mit einem Sperrdifferenzial an der Hinterachse mit begrenztem Schlupf ausgestattet. Bei Schlupf wird so die auf die Hinterachse wirkende Kraft nach Bedarf auf beide Seiten verteilt. Der BT50 gönnt sich 8,9 Liter Diesel auf 100 Kilometer, bei einem CO2-Ausstoß von stolzen 244 Gramm pro Kilometer.
Hohe Ladekante
Kommen wir zu einem wichtigen Kriterium bei der Wahl eines Pick-ups: die Größe der Ladefläche. Die Version Freestyle-Cab bietet gute Ladeabmessungen von 1,75 Meter Länge, 1,46 Meter Breite. Mit diesen Ausmaßen kann man getrost einen kompletten Heißluftballon transportieren. Der Doppel-Kabiner mit vier Türen stellt konstruktionsbedingt eine etwas kleinere Fläche von 1,53 Meter Länge zur Verfügung - eine Europalette lässt sich aber dennoch befördern. Damit liegt der Mazda auf Mitstreiter-Niveau. Bei einem Mitsubishi L200 in der Version Club Cab ist die Ladefläche 1,81 Meter lang und 1,50 Meter breit, beim Doppelkabiner passen auf den japanischen Konkurrenten gerademal Gegenstände mit einer Länge von 1,33 Meter. Die Ladekante beim BT50 ist mit 83 Zentimeter relativ hoch, der L200 allerdings toppt diesen Wert noch um 2,5 Zentimeter.
Kein Reisegefährt
Im Innenraum finden wir verhältnismäßig bequeme Sitze vor. Der Seitenhalt ist durchaus kommod und die Polsterung fängt die harten Stöße der Bodenwellen gut ab. Die Sessel beider Ausstattungslinien verfügen nun über einen karierten, schimmernden Stoff in der Sitzmitte. Auch über die Platzverhältnisse können wir uns nicht beklagen. In unserem Doppelkabiner-Testwagen haben vier erwachsene Personen Platz. Erstaunlicherweise ist die Kopf- und Beinfreiheit für alle Passagiere recht passabel. Obwohl man anmerken muss, dass sich der BT50 in voller Besetzung sicherlich nicht als Reisegefährt eignet.
Zahlreiche praktische Ablageflächen
Die Bedienelemente sind puristisch gehalten. Viel Zeit für Schnickschnack oder schickes Design haben die Mazda-Designer bei der Cockpit-Gestaltung nicht aufgewendet. Dafür bietet der BT50 zahlreiche Ablageflächen. Über dem Handschuhfach ist eine ausziehbare Ablage integriert, welche Gegenstände von bis zu zehn Kilogramm aufnehmen kann. Flaschen können in den Türen und vor dem Schaltknauf eingestellt werden. Für größeren Krimskrams wie Hammer, Schraubendreher oder eine Packung Nägel befindet sich ein weiteres geräumiges Ablagefach an der Mittelkonsole. Der Innenraum ist praktisch und gut. Lediglich die Verarbeitung der Drehschalter für Lüftung und Heizung geben uns Grund zur Kritik - bei genauerer Betrachtung wackeln sie gehörig in ihrer Verankerung hin und her. Neu hinzu kommt im Zuge der Modellpflege ein AUX-Anschluss für den Anschluss externer MP3-Player bei beiden Ausstattungslinien.
Absolut geländetauglich
Bei unserer Testfahrt durch das Umland von Dubrovnik hatten wir Gelegenheit, den Wagen auch auf seine Geländetauglichkeit hin zu überprüfen. Beim Durchqueren des eigens für uns Journalisten präparierten Offroad-Parcours stellten wir fest, dass der BT50 mit seinem zugeschalteten Allradantrieb keineswegs ausgelastet ist. Souverän gräbt er sich durch kleinere und größere Schlaglöcher, auch eine voluminöse Pfütze meistert der Japaner ohne Murren. Die einzigen Klagen kommen von unseren Mägen, welche bei der Geländefahrt ordentlich durchgeschüttelt wurden.
Einstiegspreis: 25.000 Euro
Mazda bietet den BT50 in der Basisversion Midlands als L-Cab für 25.000 Euro an, für das XL-Cab wollen die Japaner 26.900 Euro haben. Serienmäßig mit an Bord sind hier ABS, elektrisch einstellbare und beheizbare Außenspiegel, eine Sitzheizung für beide vorderen Sitze, eine wärmedämmende Colorverglasung sowie ein Audiosystem mit Radio-CD-Spieler und ein AUX-Anschluss. Die gehobene Ausstattung Toplands kostet 29.100 Euro in der Freestyle-Cab-Variante und 30.900 Euro als Doppel-Kabine. Hier gehören zusätzlich eine Klimaanlage, Nebelscheinwerfer, 16-Zoll-Alus, seitliche Trittbretter, abgedunkelte Scheiben hinten sowie ein Lenkrad, Schaltknauf und Handbremsgriff in Leder zur Serienausstattung.
Die Mitstreiter
Preislich liegt der BT50 unter seinen Konkurrenten. Nur der Toyota Hilux bewegt sich auf einem ähnlichen Niveau: als Xtra-Cab 24.990 Euro und als Double Cab 26.656 Euro. Der Mitsubishi L200 Club Cab ist für 25.690 Euro und als Double Cab für 27.290 Euro erhältlich. Der Ford Ranger, mit welchem sich der BT50 die Basis teilt, schlägt mit 26.121 Euro für die Extrakabine und mit 27.251 Euro als Doppel-Kabine zu Buche.
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