Clever Fahren

Das geteilte Auto

Ein eigenes Auto ist unentbehrlich! Oder doch nicht? Wie wäre es denn, bei Bedarf mobil zu sein, aber die hohen Unterhaltskosten für Wartung und Versicherung zu sparen? Das geht und ist längst nicht mehr nur was für hartnäckige Ökos, sondern eine richtig clevere Idee, die immer mehr Anhänger findet. Der Name: CarSharing.

Die Grundidee ist denkbar einfach: Verschiedene Personen nutzen gemeinschaftlich den "Fuhrpark" eines CarSharing-Unternehmens, ohne sich selbst ein eigenes Gefährt anschaffen oder unterhalten zu müssen. Natürlich könnte man sich auch mit Nachbarn oder Freunden ein Auto teilen. Doch dann muss man die Reparaturen selber vornehmen, Versicherungen zahlen und das Ganze organisieren. Der eine oder andere Streit ist da schnell entbrannt. All diese Probleme fallen beim CarSharing weg.

Und so geht's
Etwa 100 Unternehmen mit entsprechenden Angeboten gibt es in Deutschland. Um die Fahrzeuge zu nutzen, müssen Sie Mitglied werden, einen Rahmenvertrag abschließen und in vielen Fällen ein einmaliges Aufnahmeentgelt bezahlen. Einige Anbieter erheben auch einen regelmäßigen Mitgliedsbeitrag oder eine Kaution. Haben Sie sich einmal erfolgreich angemeldet, bekommen Sie Code oder Zugangsmedium und können jederzeit (Tag und Nacht) die zur Verfügung stehenden Autos nutzen. Allerdings nur, wenn Sie vorab telefonisch oder im Internet gebucht haben. Das geht viele Tage im voraus, aber auch ganz kurzfristig. Natürlich muss auch gerade ein Auto zur Verfügung stehen. Doch das ist, zumindest statistisch gesehen, in neun von zehn Fällen der Fall. Die Fahrzeuge finden Sie auf festen Parkplätzen oder in Garagen. Meist gibt es mehrere Stellplätze über die Stadt verteilt, sodass Sie nicht erst lange unterwegs sind, bevor die eigentliche Fahrt beginnt. Wenn Sie das Fahrzeug nicht mehr brauchen, stellen Sie es auf dem selben Platz bzw. in derselben Garage wieder ab.

In der Regel ist eine Buchung ab einer Stunde Fahrzeit möglich. Aber auch mehrtägige Urlaubsfahrten können mit einem CarSharing-Auto bestritten werden - einige Anbieter haben für diesen Fall auch Rabatte im Angebot. Sie selbst legen individuell bei der Buchung fest, für wie lange Sie das Fahrzeug haben wollen - und bezahlen auch nur für diese Zeit. Der Gesamtpreis richtet sich nach gebuchter Zeit und gefahrenen Kilometern. Eine Vollkaskoversicherung ist inklusive. Wenn Sie einen Unfall verursachen, werden Sie mit einer Selbstbeteiligung zur Kasse gebeten. Der Kraftstoff ist meist im Preis enthalten, bezahlt wird an der Tankstelle z.B. mit einer Card oder per Abrechnung im Nachhinein.

Für wen lohnt sich CarSharing?
Klingt ja alles ganz großartig - warum kauft sich dann überhaupt noch jemand ein eigenes Auto? Die Gründe liegen auf der Hand: Für Vielfahrer ist das Konzept zu teuer, es lohnt sich nicht. Ideal ist es dagegen für alle, die nur gelegentlich einen fahrbaren Untersatz benötigen. Mal eben zu Ikea, ein Ausflug an den See oder die Fahrt zu den Eltern so alle vier Wochen - wenn so Ihr "Nutzerprofil" aussieht, sollten Sie "CarSharer" werden. Denn dann lohnt es sich richtig und Sie tun nebenbei noch was für die Umwelt. Letzteres deswegen, weil erstens fürs CarSharing in der Regel Neuwagen genutzt werden, die auf dem neusten Stand der Umwelttechnik sind und zweitens ein CarSharing-Auto etwa vier bis acht private PKW ersetzt und damit den Bedarf von Verkehrsflächen in der Stadt verringert. Zudem planen CarSharer ihre Fahrten rationaler und ökonomischer, weil Sie für jede Fahrt separat bezahlen und deswegen eher mal günstigere Alternativen wie Bus, Bahn, Fahrrad oder die eigenen Füße nutzen.

Auch kleine bis mittlere Unternehmen sollten über das Auto-Teil-Modell nachdenken. Oft werden Firmenwägen nur selten und unter der Woche genutzt und stehen ansonsten "geldfressend" auf dem Parkplatz. Mit einem Carsharing-Platz in der Nähe kann also einiges gespart werden.

Wo gibt es CarSharing?
Sie heißen Cambio, Stadtmobil oder StattAuto. In rund 260 Städten und Gemeinden stehen zur Zeit CarSharing-Angebote zur Verfügung. Besonders in größeren Städten nimmt die Zahl der Anbieter und der Nutzer langsam aber stetig zu. Das liegt vor allem daran, dass dort der öffentliche Personennahverkehr besser ausgebaut ist, so dass man nicht für jede Fahrt aufs Auto angewiesen ist. Auf der Homepage des Bundesverbandes CarSharing unter www.carsharing.de können Sie per Eingabe von Postleitzahl oder Ort Ihren nächstgelegenen Anbieter suchen und finden. Wenn Sie CarSharing außerhalb Ihres Heimatstandortes nutzen wollen, ist das normalerweise auch kein Problem. Denn viele Anbieter haben untereinander so genannte Quernutzungsvereinbarungen abgeschlossen, so dass Sie auch Fahrzeuge anderer Anbieter fahren können.


Foto: www.carsharing.de