Clever Fahren

Von der Rennstrecke auf die Straße

Finden Sie heraus, wie jeder normale Autofahrer von Shells technischer Partnerschaft mit Ferrari und anderen Giganten der Motorsportwelt profitieren kann

Der Glamour des internationalen Motorsports scheint Meilen entfernt von einem verregneten Vorplatz am Rand einer Bundesstraße - doch Sponsoring in der Formel 1 ist viel mehr als nur Werbung. Für Shell ist es eine technische Partnerschaft und derjenige, der letztlich davon profitiert, ist der Autofahrer. Er kann mit seinem Wagen im guten Bewusstsein vom Hof rollen, dass auch in seinem Tank ein kleines bisschen Formel-1-Technologie steckt.

Seit mehr als einem halben Jahrhundert besteht die technische Partnerschaft zwischen Shell und dem Formel-1-Team von Ferrari. Es ist eine Partnerschaft, die maßgeblich dazu beitrug, dass Ferrari zehn Formel-1-Weltmeisterschaften gewinnen konnte und Michael Schuhmacher einen Grand-Prix-Sieg nach dem anderen einfuhr. Sie hat aber auch dazu beigetragen, die Kraftstoffe zu entwickeln, die wir im Alltag für unsere Autos nutzen.

Stuart Humm, Global Sponsorship Activation Manager bei Shell, erklärt: "Shell und Ferrari teilen die Leidenschaft für Leistung seit über 60 Jahren. Es ist damit die dauerhafteste Partnerschaft in der Formel 1-Geschichte. Dies bringt uns eine hoch entwickelte technische Partnerschaft - nicht nur in Sachen Formel 1, sondern gerade in Bezug auf das Auto auf der Straße. Man bedenke, was wir durch unsere Formel 1-Partnerschaft gewonnen haben: Wir verfügen heute über jahrelange Erfahrung für unsere Produkte, für Shell V-Power Kraftstoffe und Shell Helix Ultra Motoröle, die auf den besten Teststrecken der Welt gesammelt wurden. Das ist unser Weg um herauszufinden, wie wir effektiv die optimalen Produkte für den Verbraucher entwickeln."

Im Wesentlichen ist das Benzin, dass in der Formel 1 verwendet wird, dasselbe, das wir an der Tankstelle kaufen können. Es wird in (relativ) kleinen Mengen in den Shell Forschungs- und Entwicklungs-Anlagen, hergestellt - im Gegensatz zur Produktion in den kommerziellen Raffinerien - aber im Grundsatz bleibt es der gleiche Kraftstoff.

Humm: "Die Shell V-Power Kraftstoffe sind dem Kraftstoff, den der Verbraucher an der Shell Tankstelle bekommt, sehr ähnlich. So wird die aktuelle Mischung der Kraftstoffe auch von der FIA, dem Automobil-Weltverband, vor dem Verkauf erst genehmigt."

Doch das war nicht immer so. Shell Technologie-Managerin Lisa Lilley erklärt, dass die gegenwärtigen FIA-Regularien die Formel 1 weg von den so genannten "Raketen Kraftstoffen" bewegen, die in den 1980ern verbreitet waren. "Das hatte für den Normalverbraucher überhaupt keine Relevanz," so Lilley. " Deshalb legen die Regeln heute fest, dass die Komponenten, die wir in der Formel 1 verwenden, denen sehr ähnlich sein müssen, die wir für kommerzielle Kraftstoffe einsetzen. Also muss Formel-1-Kraftstoff im Grunde aussehen wie kommerzieller. Als wir z. B. anfingen, Shell V-Power in Großbritannien zu verkaufen, hatte wir einen Ferrari in der Formel 1 mit "Straßen-Kraftstoff" am Start. Genauso kann ich Ihnen auch Formel-1-Kraftstoff geben, mit dem Sie Ihr Auto betanken können, zumindest solange es kein Diesel ist. Es wird funktionieren."

Einen Kraftstoff für die Formel 1 zu entwickeln, bedeutet, an die Grenzen zu gehen. Es heißt zunächst, die FIA-Regeln zu studieren und dann innerhalb dieser strengen Parameter das absolute Maximum an Leistung herauszuholen. "Wenn wir die Genehmigung von der FIA erhalten, streben wir danach, uns exakt an der Grenze zu bewegen," erklärt Lilley. "Wenn wir also ein paar Verwarnungen bekommen, weil wir die Grenze überschritten haben, ist das etwas Gutes. Denn das sagt uns, dass wir die Grenzen dessen ausreizen, was wir tun dürfen. Der wahre Unterschied zwischen Formel-1-Kraftstoff und kommerziellem ist, dass Formel-1-Kraftstoff maßgeschneidert ist. Er sorgt für die höchstmögliche Leistung eines bestimmten Fahrzeug. Wenn wir dagegen einen kommerziellen Kraftstoff herstellen, muss er in jedem Baujahr, Modell oder jeder Marke funktionieren. Deshalb braucht es ein breiteres Produkt."

Doch die Anforderungen in der Formel 1 sind doch sicher komplett verschieden von denen eines Alltagsfahrers, für den Kraftstoff-Wirtschaftlichkeit wichtiger ist als Leistung? Nicht so sehr, verrät Lilley: "Wirtschaftlichkeit ist auch in der Formel 1 entscheidend. Leistung ist natürlich unser oberstes Ziel - doch an zweiter Stelle steht Wirtschaftlichkeit. Besonders ab nächstem Jahr, wenn es kein Nachtanken mehr geben soll, wird die Wirtschaftlichkeit weiter in den Vordergrund rücken."

Überraschenderweise ist Effizienz keineswegs eine Größe, die ausschließlich die Entwickler schlichter Kleinfahrzeuge beschäftigt. Ferraris neuer 458 Italia hat die Fachpresse mit seinem umwerfenden Look (es ist der vielleicht bestaussehende Ferrari seit 20 Jahren) und der angekündigten Leistung begeistert. Doch er ist auch bis dato Ferraris umweltfreundlichstes Superauto. Humm dazu: "Ferrari ist aufgerufen, die europäischen Emissionsvorgaben zu erfüllen - und gleichzeitig nicht das Herz seiner Marke, den obersten Leitsatz zu verraten: Kraft und Leistung. Der Ferrari 485 Italia wird in der Tat Ferraris kraftstoffeffizientestes Fahrzeug sein. Doch ebenso wird es führend in seiner Klasse in Sachen Kraftstoff-Wirtschaftlichkeit sein. Sie haben eng mit uns bei Shell zusammengearbeitet, um die Kraftstoffe und Motoröle zu entwickeln, die ihnen helfen, diese Ziele zu erreichen."

Was so eine Edel-Wagen oder ein F1-Bolide in punkto Kraftstoff benötigt, ist überhaupt nicht so verschieden von dem, was Ihr Durchschnittswagen braucht. Shell investiert ungefähr 18.000 Stunden im Jahr in Forschung und Entwicklung, um Ferrari in der Formel 1 auf der Höhe des Wettbewerbs zu halten. Doch Shells Engagement, den Motorsport als ultimative Teststrecke für seine Kraftstoffe zu nutzen, geht über die Verbindung zu Ferrari hinaus Audi hat in diesem Jahrhundert das Ausdauer-Rennen in Le Mans mit einem Fahrzeug, das exakt die gleiche Zusammensetzung des Shell V-Power Diesel, den Sie auch an den Zapfsäulen finden tankt. Eine vergleichbare Partnerschaft hat Shell mit Ducati beim MotoGP. Und diese hat den Zweiradfahrern
einen vergleichbaren Nutzen gebracht, wie die Ferrari-Partnerschaft all jenen, die auf vier Rädern unterwegs sind.

Nächstes Mal, wenn Sie ein Shell Logo bei einem Motorsport-Event sehen, werden Sie realisieren, dass das mehr bedeutet, als reines Sponsoring.