Lisa Lilley spielt eine wichtige Rolle in der männerdominierten Welt der Formel 1Am besten fragen Sie sie nicht, ob Sie Ihnen einen Kaffee bringt...
Formel 1, da denkt man zunächst an Autos, Motorenlärm und Adrenalin. Die Boxengasse ist ein Macho-Revier mit Laptops, Schraubenschlüsseln und Präzisionstechnik. Da überrascht es kaum, zu hören, dass nur eine Handvoll Frauen eine wichtige Rolle im Fahrerlager spielen. Eine davon ist Dr. Lisa Lilley, Shells Technologie Managerin für Ferrari, verantwortlich für die Öle und Kraftstoffe, die bei den Formel-1-Boliden verwendet werden.
Sie ist daran gewöhnt, die einzige Frau in einer Männerwelt zu sein, nachdem sie an der Sheffield Universität zunächst „Science and Engineering" studierte, bevor sie ihren Doktor in Chemie (Verbrennungstechnik) erwarb, während sie bereits bei Shell arbeitete. "Ich merke es eigentlich gar nicht mehr, weil ich immer in einer männerdominierten Umgebung gearbeitet habe. Ich habe Wissenschaft und Ingenieurswesen studiert. Auf der Universität wurde ich von "British Steel" gesponsert - ein fast noch ausgeprägterer Männerclub als die Formel 1," so Lilley.
Ihre Philosophie: Sie sieht Menschen einfach als Menschen und beurteilt sie nicht nach Alter oder Geschlecht. Doch diese Philosophie wurde von neuen Kollegen nicht immer gleich geteilt. "Es war für manche, die mit mir zusammen arbeiten mussten, zunächst eher ein Schock. In der Formel 1 arbeiten wir sehr eng zusammen," erzählt Lilley. "Wir von Shell sind zu fünft oder sechst und wir arbeiten oft auf kleinstem Raum. Für manche, die es plötzlich mit einer Frau zu tun bekamen, war das vermutlich schon ein kleiner Schock."
Nicht, dass die Boxen-Crew ihr Verhalten geändert hätte, um einer Frau die Zusammenarbeit mit ihr zu erleichtern. "Man möchte das glauben, aber so war es überhaupt nicht," gibt sie zu. "Mit allen Jungs von Shell kann man perfekt zusammenarbeiten und auch das Ferrari-Team hat mich unglaublich gut aufgenommen. Da hatte ich nie irgendwelche Probleme. In mancher Hinsicht hilft es auch, eine Frau zu sein. Die Leute erkennen dich wieder und sie haben sich meinen Namen schneller gemerkt, als das bei einem Mann der Fall gewesen wäre. Doch letztlich bin ich einfach hier, um einen technischen Job zu machen und dabei musst Du Dir den Respekt Deiner Kollegen verdienen. Man muss hart arbeiten. Und wenn's darum geht, macht Ferrari keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen. Wir tragen alle dieselbe Uniform."
Lilleys Karriere war rasant - und sie ist erst in den frühen Dreißigern. Doch nur weil sie für ein multinationales Großunternehmen um die Welt reist, bedeutet das nicht, dass sie ihr Privatleben für die Karriere opfern musste. Sie lebt weiterhin in ihrer Heimatstadt Chester und besucht regelmäßig den lokalen Zoo, wo sie ihre Lieblingstiere, die Otter, finanziell unterstützt. "Ich liebe Chester sehr," sagt sie. "Ich wurde hier geboren und aufgezogen. Meine Familie lebt hier seit Hunderten von Jahren, es ist meine Heimat." Wenn sie also nicht gerade mit dem Ferrari-Team um die Welt reist, arbeitet sie in Shells Technologie-Zentrum, das sich praktischerweise in ihrer Heimatstadt befindet.
"Tatsächlich haben wir eine Menge Frauen bei Shell, die in Forschung und Wissenschaft arbeiten und an einigen der neuesten technischen Entwicklungen beteiligt sind. Frauen sind in all die verschiedenen Prozesse der Produktion von Shell V-Power involviert - inklusive der Arbeit in den Raffinerien, den Laboren und an der Rennstrecke."
Lisas eigener Job ist es, sicherzustellen, dass der Kraftstoff für die Ferraris präzise gemischt ist, um maximale Leistung zu erzielen, ohne die strengen Regeln zu brechen, die von der FIA, dem Motorsport-Weltverband, vorgegeben werden. "Wenn wir ein paar Verwarnungen bekommen, weil wir uns hart an der Grenze bewegen, ist das eine gute Sache. Denn es beweist, dass wir die Grenzen dessen, was möglich ist, bis ans Limit ausreizen," meint Lisa.
Ihr Beruf ist hochtechnisch - was aber manche nicht davon abhält, sie für ein Mitglied des normalen Teams zu halten. "Dieses Jahr in Australien ging ich ins Restaurant und holte mir einen Kaffee. Die Service-Mädels machten gerade Pause. Als ich aufschaute, stand da eine Schlange von 20 Menschen, die darauf wartete, dass ich ihnen Kaffee ausschenkte. Bei den ersten paar habe ich das auch gemacht. Ich sagte zu Ihnen: `Ich hab ja kein Problem damit, Euch eine Tasse Kaffee zu machen, aber vielleicht ist Euch nicht klar, dass ich die Shell Technologie-Managerin bin?´. Die guckten alle ganz beschämt. Das war ziemlich lustig..."
Frauen und Kraftstoff
Lisa Lilley ist eine von mehreren Frauen, die bei Shell in einer hohen Position arbeiten. Das sind einige der anderen...
Andrea Schütze (Wissenschaftlerin Kraftstoff-Entwicklung)
Andreas Team testet, ob der molekulare Mix, der für die Formel-1-Motoren funktioniert, auch für normale Motoren geeignet ist. Wenn die Tests erfolgreich sind, wird die Technologie, die zusammen mit Ferrari entwickelt wurde, für den normalen Straßen-Kraftstoff verwendet, mit dem der Verbraucher sein Auto betankt.
Mae Ascan (Wissenschaftlerin Kraftstoff-Anwendung)
Mae arbeitet als Kraftstoff-Wissenschaftlerin im Büro des Shell Forschungs- und Entwicklungs-Zentrums in Kuala Lumpur. Sie ist dafür verantwortlich, die perfekte Mischung von Shell V-Power für die Märkte in Asien und Afrika zu kreieren.
Anja de Rijk (Produktionsmanagerin)
Als erste weibliche Produktionsmanagerin in Shells Raffinerie in Deutschland, ist Anja für den Prozess verantwortlich, der 5,5 Millionen Tonnen Rohöl jedes Jahr in Shells Premium-Kraftstoff V-Power verwandelt.
Sydney Kimball (Marketing-Managerin Shell V-Power weltweit)
Shell V-Power wird weltweit in über 60 Märkten produziert. Sydney ist hauptverantwortlich für das globale Marketing dieser Premium-Kraftstoffe und für die Verbindung zu Shells technischen Partnern, Ferrari und Ducati.
