Sie glauben, dass Ihre heimischen Straßen schlecht sind? Wir nennen Ihnen die zehn gefährlichsten Straßen der Welt - von Bolivien bis China.
Wir alle kennen Straßen, die als "gefährlich" gelten. Schlecht beleuchtete Spuren, Wege voller Schlaglöcher, Autobahnabschnitte, die die Möchtegern-Schumis der Gegend anziehen und dergleichen mehr. Aber welche Straßen gelten im Ausland als die schlechtesten? Wir haben die Top Ten der gefährlichsten Straßen der Welt (aufgeführt in umgekehrter Reihenfolge), zusammengestellt von der Association for Safe International Road Travel (Gesellschaft für internationale Reiseverkehrssicherheit).
Auf diesen Straßen fahren Sie zwischen Wolken, auf bröckelnden Felsüberhängen über 3500m-Abgründe, über lebensgefährliche Flüsse, durch Banditengebiete und mehr. Mit einem Mal werden Ihnen die Straßen daheim längst nicht mehr so stressig vorkommen...
10) Grand Trunk Road (Indien)
Die "GT", wie sie oft genannt wird, wurde vor über 500 Jahren gebaut, um die östlichen mit den westlichen Regionen des indischen Subkontinents zu verbinden. Rudyard Kipling [Autor von "Das Dschungelbuch"] nannte die Strecke den „Fluss des Lebens". Aber für heutige Fahrer ist sie der reinste Alptraum. Die 2500 km lange Straße ist voller Laster und klappriger Busse, von Fahrern gefahren, die sich wenig um ihr eigenes oder um Ihr Leben scheren. Und dann sind da noch die Fahrradfahrer, Fußgänger, Händler, Ochsenwägen, Kühe, Büffel... Sie können es sich sicher vorstellen.
9) Patiopoulo-Perdikaki Road (Griechenland)
Diese Strecke führt von Patiopoulo nach Perdikaki hinunter, in die Agrafa-Region Griechenlands. Sie ist steil, stark befahren, voll großer Schlaglöcher und durch den Kiesbelag extrem rutschig. Zudem ist sie stellenweise sehr eng und hat weder Straßenmarkierungen noch Leitplanken an der Seite. Das ist nicht gerade ideal, bedenkt man den tiefen Abgrund auf BEIDEN Seiten. Der Großteil der Unglücksfälle ereignet sich hier in der Nacht. Kein Wunder...
8) A44 (UK)
Der Großteil der A44, die von Oxford in Südengland nach Aberystwyth ins westliche Wales führt, ist ziemlich harmlos. Aber ein 40 km langer Abschnitt zwischen Leominster und Worcester hat eine Menge toter Winkel. Ein Viertel der Unfälle geschieht, weil Autos von der Straße abkommen. Frontalzusammenstöße sind noch häufiger. Mithilfe engagierter Kampagnenbetreiber wurde erreicht, dass die Höchstgeschwindigkeit auf 65 km/h reduziert wurde. Zusätzlich wird die Strecke von Amtseite intensiv überwacht. Dennoch ist sie bei rasenden Motorradfahrern noch immer beliebt.
7) Luxor-al Hurghada Road (Ägypten)
Ägyptens gefährlichste Straße verbindet zwei Touristenorte: das antike Luxor im Süden und Hurghada, Sitz vieler Tauchschulen an der Küste des Roten Meeres. Die Strecke ist bekanntes Banditengebiet, auf dem sich die Reisenden einem hohen Risiko von Hinterhalten und Entführungen aussetzen. Um bei Nacht nicht erkannt zu werden, entscheiden sich die meisten Fahrer dafür, ihre Scheinwerfer nicht einzuschalten. Und das hat einen vorhersehbaren Nebeneffekt...
6) Cotopaxi Vulkan (Ecuador)
Die 40 km lange Piste, nur eine der zahllosen gefährlichen Straßen Ecuadors, verbindet den Pan American Highway mit dem Cotopaxi Vulkan Nationalpark, der sich des höchsten aktiven Vulkans der Welt rühmen kann. Diese heimtückische Straße ist mit Löchern gespickt, aber das Highlight der Reise ist erreicht, wenn Sie einen Fluss überqueren müssen - ohne Brücke. Während einer Sturzflut ist dies besonders gefährlich...und Sturzfluten scheinen auch schon bei den geringsten Niederschlägen aufzutreten. Das wird in keinem Reiseführer erwähnt.
5) Küstenstraßen (Kroatien)
Die kroatischen Küste (ja, sehr allgemein ausgedrückt) schafft es wegen der engen und gewundenen Beschaffenheit ihrer Straßen, des generellen Fehlen von Markierungen, Standstreifen und Leitplanken auf die Liste der gefährlichsten Straßen. Für Touristen ist die Bewältigung dieser Straßen ein besonders beängstigendes Unterfangen, wenn auch noch die rasant fahrenden Kroaten unterwegs sind. Die Landschaft an der rauen Küste ist zwar atemberaubend schön. Aber wenn Sie unterwegs sind, sollten sie sichlieber darauf konzentrieren, wo sie hinfahren. Und drücken Sie die Daumen, dass die anderen das auch tun.
4) Pan American Highway (Costa Rica)
Der Pan American Highway, die längste befahrbare Straße der Welt, erstreckt sich über unglaubliche 48.270 km von Alaska bis zu den tiefer liegenden Gebieten Südamerikas. Einige Abschnitte gelten als durchaus "knifflig", aber der berüchtigtste Abschnitt ist der Cerro de la Muerte, eine hochgelegene Passstraße im Gebirge, die in Costa Rica von San Isidro de El General nach Cartago führt. Sie ist steil, eng, gewunden, voller Schlaglöcher und für Sturzfluten und Erdrutsche anfällig. Erwähnten wir bereits, dass der Streckenname übersetzt "Todeshügel" heißt?
3) Sichuan-Tibet Highway (China)
China hat sehr viele Einwohner, dennoch lesen sich die Zahlen der Verkehrsunfälle wie ein Krimi. Denn sie besagen, dass mindestens 100.000 Menschen pro Jahr auf chinesischen Straßen sterben - oder anders gesagt: alle fünf Minuten ein Mensch. Tatsächlich verzeichnen die Regionen mit der geringsten Bevölkerungsdichte die höchsten Todeszahlen. Wenn Ihnen das Sorgen bereitet, sollten Sie den 2000 km langen, (aber nicht sehr breiten) Sichuan-Tibet Highway vermeiden. Er überquert mindestens ein Dutzend verschiedener Berge mit einer Durchschnittshöhe von 4000 bis 5000 m. Die enorme Höhe bedeutet, dass Sie durch die Wolken fahren. Zusätzlich besteht ein hohes Risiko für Erdrutsche und Lawinen.
2) BR-116 (Brasilien)
Brasiliens zweitlängste Straße führt über 1550 km von Porto Alegre nach Rio de Janeiro. Der mittlere Abschnitt, die rund 400 km lange Strecke von Curitiba bis São Paulo, ist berüchtigt für ihre hohe Unfallrate. Offiziell heißt sie Rodovia Régis Bittencourt, unter Einheimischen ist sie jedoch als 'Rodovia da Morte', Todesstraße, bekannt. Stellen Sie sich steile Klippen, schlechte Straßenverhältnisse und unbeständiges Wetter vor. Haben wir genug gesagt?
1) North Yungas Road (Bolivien)
Manche Platzierungen auf dieser Liste mögen einem eigenartig vorkommen, aber die wenigsten werden abstreiten, dass Boliviens "Todestraße" die gefährlichste der Welt ist. Die North Yungas Road schlängelt sich über ungefähr 70 km durch die Anden, von La Paz nach Coroico, auf einer Höhe von bis zu 3.500 m - und Dutzenden von Autowracks im Abgrund. Fahrer müssen es dort mit verrückten Haarnadelkurven aufnehmen, mit Gegenverkehr (der einen oft in Kurven entgegenrast) , mit einem fast konstant vorhandenen Nebenschleier und - während tropischer Wolkenbrüche - mit einem hohen Risiko von Erdrutschen. In der Vergangenheit ging man davon aus, dass jedes Jahr etwa 200 bis 300 Reisende auf dieser Straße ums Leben kamen. Doch seit der Eröffnung einer Ausweichroute 2006 ist das Verkehrsaufkommen erheblich zurückgegangen. Reiseunternehmen schlagen aber nach wie vor aus der traurigen Berühmtheit der Strecke Kapital, indem sie Extrem-Bike-Abfahrten auf ihr anbieten. Darauf können wir gut verzichten, vielen Dank!
Association for Safe International Road Travel
Dieser Artikel erschien im Original in Ausgabe 7 des Motormagazins V-ZINE, welches in Grossbritannien und Italien exklusiv an Mitglieder des SHell V-power Clubs ausgegeben wird; Shell's premium Kundenbindungsprogramm für Shell V-Power Kunden.
