Service-Thema Winterreifen

Sechs Empfehlungen, um gut durch den Winter zu kommen

ADAC-Tipps

Damit Sie und Ihre Reifen optimal in den Winter starten können, haben die ADAC-Experten die sechs wichtigsten Empfehlungen zum Thema Reifen für Sie zusammengestell:

Winterreifen

Winterreifen

Winterreifen
  • Achten Sie bei der Reifenauswahl auf das Schneeflocken-Symbol. Dieses weist auf ein gewisses Maß an Wintertauglichkeit hin. Das bekannte M+S-Symbol (englisch „mud and snow“, deutsch „Matsch und Schnee“) ist allein kein Garant dafür, dass der Reifen ein echter Winterspezialist ist. Empfehlenswerte Winterreifen finden Sie im ADAC-Reifentest.
  • Verwenden Sie Winterreifen, deren Profiltiefe unter vier Millimetern liegt, nicht mehr bei winterlichen Straßenverhältnissen. Ihnen fehlen die richtige Stärke und der entscheidende Grip für eine sichere Fahrt auf Schneefahrbahnen.
  • Mischen Sie auf keinen Fall Sommer- mit Winterreifen! Die winterliche Verkehrssicherheit eines Fahrzeugs hängt immer von den „schwächsten“ Reifen ab. Sommerreifen können den positiven Effekt der Winterreifen zunichte machen.
  • Steigen Sie frühzeitig auf Winterbereifung um. Zum einen sind die Wartezeiten bei Händlern und Werkstätten bei Wintereinbruch sehr lang. Zum anderen ist die Reifenauswahl zu Saisonbeginn am größten. Am sinnvollsten ist der Wechsel zwischen Mitte Oktober und Mitte November. Die Reifen sollten mindestens bis zum Wochenende nach Ostern montiert bleiben, da besonders im Süden Deutschlands bis nach Ostern noch mit Schneefällen zu rechnen ist.
  • Prüfen Sie Reifen vor dem Kauf genau auf die Verwendbarkeit am eigenen Fahrzeug. Die Montage falscher Pneus kann im schlimmsten Fall zu einem Verkehrsunfall führen. Doch auch ohne eine solche Situation können falsche Reifen zu einem Bußgeld, Punkten in Flensburg und dem Verlust des Versicherungsschutzes führen. Welche Reifen zu Ihrem Auto passen, erfahren Sie durch Vergleich der Radaufschrift mit den Vorgaben in den Fahrzeugpapieren. Weitere Reifen-Fahrzeug-Kombinationen erfahren Sie beim Ihrem Vertragshändler.
  • Kaufen Sie gebrauchte Winterreifen nur, wenn Sie deren Zustand und die bisherige Behandlung beurteilen können.
All dies bedeutet keine absolute Sicherheit. Zusätzlich zur wintertauglichen Ausrüstung ist es das Wichtigste, die Fahrweise an die Witterungsverhältnisse anzupassen. Die Verantwortung und die richtige Selbsteinschätzung des Fahrers sind stets gefordert.

ADAC/ Thomas Timmer

Die besseren Reifen nach vorn?

ADAC-Tipps

Der ADAC rät, bei einem Radwechsel das bessere Paar Reifen hinten zu montieren.

Diese für manche überraschende Empfehlung hat einen einfachen Grund: Die Hinterachse ist für die Stabilität eines Fahrzeugs besonders wichtig. Abgefahrene Hinterreifen reduzieren das Seitenführungspotential der Hinterachse. Dadurch kann das Auto zum Beispiel auf nasser Fahrbahn ins Schleudern geraten. Fahrer sind mit einer solchen Situation häufig überfordert. Außerdem ist ein dadurch möglicher seitlicher Aufprall deutlich gefährlicher als ein frontaler Zusammenstoß: Knautschzone und Frontairbag helfen nur bei einem Frontalcrash. Ein Radwechsel kann durch den unterschiedlichen Verschleiß der Reifen notwendig werden. Damit es gar nicht erst so weit kommt, rät ADAC-Experte Ruprecht Müller, die Reifen regelmäßig achsweise von vorne nach hinten zu wechseln. Vielfahrer sollten etwa alle 7 000 bis 10 000 Kilometer durchwechseln. Alle anderen sollten den Tausch zum Beispiel beim Wechsel von Sommer- auf Winterräder oder bei der Inspektion durchführen lassen. Reifen müssen vielfältige Aufgaben bewältigen: sie übertragen sämtliche Kräfte zwischen dem Auto und der Straße. Diese werden beim Beschleunigen, beim Kurven fahren und beim Bremsen benötigt. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, sollte das Reifenprofil mindestens vier Millimeter tief sein. ADAC/ Thomas Timmer

Winterreifen im Urlaub

ADAC-Tipps

Ski-Urlauber sollten laut ADAC nicht ohne Winterreifen in die Ferien starten. In den meisten Wintersportländern besteht zumindest zeitweise eine Winterreifenpflicht. Bei einem Verstoß dagegen drohen Geldstrafen.

In Frankreich und in Italien können Winterreifen kurzfristig durch entsprechende Beschilderung vorgeschrieben werden. Im Aostatal darf man bis zum 20. April nur mit Winterreifen unterwegs sein. Eine zeitlich begrenzte Winterreifenpflicht besteht auch in Slowenien (vom 15. November bis 15. März), Finnland (vom 1. Dezember bis 29. Februar) und Schweden (vom 1. Dezember bis 31. März). Vom 1. November 2008 an müssen auch in Österreich bei schneebedeckten und vereisten Fahrbahnen an allen Rädern Winterreifen montiert oder Schneeketten angebracht sein. Schneeketten sind allerdings nur bei einer zusammenhängenden Schnee- oder Eisschicht erlaubt. Die neue Winterreifenpflicht gilt immer bis zum 15. April.
In der Schweiz, Dänemark und Norwegen besteht keine generelle Pflicht für Winterreifen. Bei einem Unfall mit Sommerreifen auf winterlichen Straßen wird man aber in der Schweiz erheblich mithaftbar gemacht. Behindert man den Verkehr durch die falschen Schlappen, werden Geldbußen verhängt, die nach Aussagen des ADAC im Ausland sehr hoch sein können. ADAC/ Thomas Timmer

Reifen richtig lagern

ADAC-Tipps

Zweimal im Jahr sollten die Reifen bzw. Räder gewechselt werden: von Sommer- auf Winterreifen und umgekehrt. Um die gebrauchten Reifen später ohne Qualitätsverlust wieder verwenden zu können, rät der ADAC zu einer sorgfältigen Überprüfung und Lagerung der alten Pneus. Die wichtigsten Empfehlungen finden Sie nachstehend:

Winterreifen richtig lagern
  • Erhöhen Sie vor dem Einlagern den Luftdruck um 0,5 bar gegenüber der Herstellervorgabe. Denn auch wenn Reifen nicht benutzt werden, verlieren sie langsam an Luft.
  • Markieren Sie die Räder nach dem Abmontieren, am besten mit Wachskreide auf der Lauffläche („VR“ für „vorn rechts“, „HL“ für „hinten links“ etc.). Wechseln Sie bei der nächsten Montage die Räder anhand der Markierungen achsweise von vorn nach hinten und umgekehrt. Damit werden die Reifen gleichmäßiger abgefahren.
  • Überprüfen Sie die Profile vor der Lagerung sorgfältig auf Schäden und Fremdkörper. Prüfen Sie außerdem die Profiltiefe. Sommerreifen mit weniger als drei mm und Winterreifen mit weniger als vier mm Profiltiefe sollten ausgetauscht werden. Befinden sich deutliche Beulen oder Risse an der Reifenflanke, stellt der Reifen eine Gefahr da und muss von einem Fachmann überprüft bzw. sofort ersetzt werden. Auch Felgen und Ventile verdienen eine Sichtprüfung.
Kompletträder (Reifen auf Felgen) sollten mit erhöhtem Luftdruck liegend übereinander gelagert werden. Alternativ bieten sich auch so genannte „Felgenbäume“ oder Wandhalterungen an. Reifen ohne Felgen sollten senkrecht auf einem trockenen, kühlen Boden im Dunkeln stehen und alle paar Monate ein wenig gedreht werden. Sie sollten nicht mit Fetten, Ölen oder Lösungsmitteln in Kontakt kommen Der ADAC rät dazu, Reifen nach acht Jahren auszusondern. Das Herstellungsdatum eines Reifens lässt sich auf seiner Flanke an der vierstelligen Zahl hinter der Markierung „DOT“ (Department of Transport) ablesen: Die beiden ersten Ziffern stehen für die Produktionswoche, die beiden letzten für das Jahr, also „2406“ für die 24. Woche 2006.

Viele Autowerkstätten und Reifendienste bieten die Einlagerung von Reifen und Felgen ganzjährig gegen Gebühr an. Dies ist eine Alternative für die Autofahrer, die keinen geeigneten Platz in Garage oder Keller haben.

ADAC/ Thomas Timmer

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