Überwasser-Torpedo

Mit den neuen J Craft-Booten werden Seen zu Rennstrecken und Meere zu Autobahnen.

Knapp 4.000 Arbeitsstunden dauert es, bis aus einer Bestellung ein reales Sportboot der Marke J Craft wird. Zeit, die sich lohnt zu warten. Denn die im schwedischen Gotland produzierten Boote zahlen es seinem Besitzer bereits nach wenigen Augenblicken mit einer Fahrdynamik zurück, die bisher auf dem Wasser für nahezu unmöglich gehalten wurde. Die mit bis zu 18 Lackschichten veredelten J Crafts lassen Kurvenradien und -Geschwindigkeiten zu, welche unwissenden Passagieren einen reflexartigen Griff an die Schwimmweste beschert.

Doch diese wird nach der nächsten schnell gefahrenen Kurve auch schon wieder losgelassen, denn das ab 850.000 Euro teure J Craft Modell mit dem Namen Torpedo gehört zu den stabilsten Booten auf dem Markt. Das liegt zum einen an den um 360 Grad schwenkbaren Schrauben und zum anderen an der einfachen Steuerung entweder über das große Steuerrad oder einen Volvo IPS-Joystick. Für ein trockenes und komfortable an Bord gehen sorgt eine hydraulische Gangway, die per Fernbedienung aus dem Heck des Bootes herausfährt.

Das in 13 Außen- und zehn Innenfarben erhältliche J Craft Torpedo misst 41,43 Fuß in der Länge, sprich 12,63 Meter und fährt maximal 50 Knoten, was umgerechnet gut 92 Kilometer pro Stunde bedeutet. Bei einer Reisegeschwindigkeit von 35 Knoten beträgt die Reichweite rund 650 Kilometer, was für eine Bootsüberführung von der Geburtsstätte des J Craft bis nach Kiel beziehungsweise von Südfrankreich bis Nordafrika reichen würde. Und sollte im angelaufenen Zielhafen kein Hotelzimmer mehr frei sein, können bis zu vier Personen in zwei separaten Kabinen unter Deck dennoch eine ruhige Nacht finden.

Für die täglichen Bedürfnisse steht ein luxuriöses Bad zur Verfügung. Das Klo selbst mutet auf den ersten Blick wie ein leicht erhöhter Deck-Chair an mit einer kleinen Luke oberhalb des Kopfes. Wer sich für eines der Retro-Look-Sportboote entscheidet, kann sich ähnlich dem Vorgehen beim Kauf eines Rolls-Royce mit den Verkäufern treffen und über das eine oder andere Detail sprechen, welches zusätzlich verbaut werden soll. Das Zauberwort lautet hier Bespoke. Bisher existieren weltweit nur vier Filialen, die sich in Monte Carlo, St. Tropez, London und im amerikanischen Miami befinden.