Eine echte Kante

Mit dem CTS Coupé will Cadillac Mercedes CLS & Co den Rang ablaufen. Ob der Zweitürer mit der extrovertierten Formensprache das Zeug dazu hat, wird sich zeigen.

Eines ist sicher: Mit dem Cadillac CTS Coupé fällt man auf. Kein Wunder bei der kantigen Form und der bulligen Präsenz. Die Formensprache mit den auffällig betonten Linien ist sicher nicht jedermanns Sache. Der Kühlergrill mit der Gitterrost-Optik, die senkrecht stehenden Scheinwerfer mit LED-Leisten sowie die Mittelkonsole und das Armaturenbrett sind identisch mit der Limousine.

Aerodynamisch günstig

Sonst ist einiges anders: Der Zweitürer verabschiedet sich von der \"the-bigger-the-better\"-Attitüde und bei gleichem Radstand 5,1 Zentimeter kürzer und ebenfalls knapp 5,1 Zentimeter flacher. Ist aber mit knapp 4,81 Metern Länge immer noch eine stattliche Erscheinung. Eine konventionelle B-Säule sucht man vergebens und die beiden Auspuff-Endrohre sind in der Mitte des Hecks angebracht. Der Heckspoiler, der dem Ami-Sportler Traktion auf der Hinterachse verleihen soll, ist in die Karosserie integriert. In ihm befindet sich auch die dritte Bremsleuchte.

Damit der CTS auch dem Wind möglichst wenig Angriffsfläche bietet, wenden die Designer einige aerodynamische Kunstgriffe an: Die Windschutzscheibe ist mit einem Winkel von 62,3 Grad flacher, als bei den anderen Modellen. Auch Türöffner sucht man vergebens. Die beiden Einstiegsluken schwingen per Berührung des Touchpads auf.

Kräftiger V8

Kraftstrotzend sieht es durchaus aus, das CTS Coupé. Bei den Einstiegsmodellen sorgt ein 3,6-Liter-V6-Motor dafür, dass es nicht nur bei der bloßen Vorspiegelung falscher Tatsachen bleibt: Mit 322 PS und einem maximalen Drehmoment von 372 Newtonmetern, das bei 4.900 U/min anliegt, ist man auch auf der Autobahn nicht untermotorisiert. Die Sechsgang-Automatik verfügt über einen Sportmodus, bei dem die Gänge schneller gewechselt werden. Alternativ kann der Fahrer auch mit den Paddeln am Lenkrad die Fahrstufen reinschnalzen. Wem eine Spitzengeschwindigkeit von 241 km/h, ein Sprintvermögen von 6,3 Sekunden von null auf 100 Km/h nicht schnell genug ist, kann mit dem 6,2-Liter-V8-Triebwerk kräftig nachlegen. Das hat dann allerdings eine manuelle Sechsgang-Schaltung.

Der Hubraum verspricht Anregendes. Nicht zu unrecht: Mit 564 PS und 747 Newtonmeter Drehmoment spielt das CTS Coupé dann in der Liga der richtig schnellen Sportwagen mit. Nach vier Sekunden sind die 100 km/h erreicht und bei der freigeschalteten Top-Version bleibt die Tachonadel erst bei 308 km/h stehen. Anders geht es bei der Tankanzeige, die fällt mit einem Durchschnittsverbrauch von 15,6 l/100 km beim entriegelten V8 deutlich schneller als bei den 10,9 l/100 km beim keinesfalls schwächlichen Sechszylinder-Aggregat.

Das Basismodell mit Sechsgang-Automatik kostet 58.200 Euro. Die Top-Variante mit variablen Dämpfern, Recaro-Sportsitzen und dem starken V8-Motor bekommt man für 26.520 Euro mehr. Ob dieser Mehrpreis unbedingt bezahlt werden muss, muss jeder für sich selbst entscheiden. Immerhin bekommt man beim Einstiegsmodell bereits eine Festplatten-Navigation mit 40 GB, eine Klima-Automatik, ein Bose-Soundsystem, klimatisierte Ledersitze und eine Rückfahrkamera.