Klein, aber fein

Der Markt der Premium-Automobile ist in Bewegung geraten. Nicht mehr \"je teurer, desto besser\" gilt. Einstiegsmodelle sind weltweit zunehmend gefragt.

BMW-Entwicklungsvorstand Herbert Diess ist ein Mann der klaren Worte: \"Wir stellen einen weltweiten Trend hin zu kleineren Autos mit kleineren, sparsamen Motoren fest. Auch im Luxus-Segment.\" Die Konsequenz für die Münchener: In den USA wird ab dem Spätfrühjahr ein BMW 320i angeboten, der mit 32.550 Euro um 4.300 Euro weniger kostet als der 328i. Beide Fahrzeuge haben die neuen N20-Vierzylinder-Motoren mit Direkteinspritzung und Turboaufladung. Schließlich wurden in den USA 2012 rund 14,4 Millionen Autos verkauft und Experten rechnen damit, dass der amerikanische Markt weiter wächst. Auch auf dem heimischen Markt ist BMW aktiv. Bald wird es einen Kompaktvan geben und das Coupé und Cabrio bekommen eine eigenständige Baureihe.

A3 mit variablen Radständen

Doch BMW ist nicht der einzige deutsche Hersteller, der sich bereits für den Kampf der Einsteigermodelle in Premiumsegment positioniert. Nicht ohne Grund stellte Mercedes-Benz bereits am Vorabend der Detroit Auto Show den CLA vor. \"Wir wollen mit dem CLA viele neue Kunden gewinnen\", gibt Mercedes-Vetriebsvorstand Schmidt den Eroberungskurs des sportlich anmutenden A-Klassen-Coupés vor. Gesagt getan: Auf der USA-Mercedes-Homepage spielt der CLA eine Hauptrolle. Der Slogan: \"Prepare to be tempted\" (dt: Bereite Dich darauf vor, in Versuchung geführt zu werden). Der Preis soll bei rund 30.000 Dollar liegen. Deutlich unter den 35.350 Dollar, die eine C-Klasse kostet. Laut Mercedes-Amerkia-Chef Steve Cannon ist die Zielgruppe 30 bis 40 Jahre alt.

Wo Mercedes und BMW sich um Marktanteile balgen, ist Audi nicht weit. Die Ingolstädter haben den Audi A3 mit Hilfe des modularen Querbaukastens schon für das Größenwachstum fit gemacht und können unterschiedliche Radstände realisieren. Die 4,44 Meter lange Studie einer solchen Stufenheck-Limousine - der Audi A3 Concept - zeigt wohin die Reise geht. Auch eine offene Version ist geplant, die die Lücke unter dem A5 Cabrio schließen soll.

Konkurrenz aus Fernost

So einfach wollen sich die amerikanischen Hersteller die Butter bei ihrem Heimspiel nicht vom lukrativen Brot nehmen lassen: GM hat den Cadillac ATS ist als Konkurrent der teutonischen Einsteigermodelle positioniert. Toyota hält mit dem Lexus IS dagegen. Mehr Sportlichkeit und Fahrspaß wurden der japanischen Mittelklasse-Limousine von Firmenchef Akio Toyoda ins Lastenheft diktiert.

Nissans Premiumtochter Infiniti hat mit Johan de Nysschen einen ausgewiesenen Kenner der deutschen Premium-Automobile geholt. Der gebürtige Südafrikaner war acht Jahre lang President von Audi of America, bevor zu den Japanern wechselte. \"Die deutschen Premiumhersteller sind in einem bestimmten Marktsegment sehr erfolgreich. Wir wollen Infiniti als verlockende Alternative etablieren\", skizziert de Nysschen die globale Strategie. Dem Infiniti Q50 kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Schließlich soll die Mittelklasse-Limousine auch hierzulande erfolgreich sein und wird seine Europa-Premiere auf dem Genfer Autosalon feiern.