Mini-CLS

Mit dem CLA will Mercedes den Erfolg des Luxus-Coupés CLS wiederholen und setzt damit die C-Klasse gewaltig unter Druck. Gelingt den Schwaben der automobile Doppelpack?

Alle guten Dinge sind zwei. So oder so ähnlich dürften die Überlegungen der Mercedes-Benz-Verkaufsstrategen gelautet haben, als sie grünes Licht für den CLA gaben. Schließlich fand die Studie \"Concept Style Coupé\" bei den Messebesuchern der Auto-China in Bejing großen Anklang. \"Der mit Abstand häufigste Kommentar lautete: ‚Bitte baut dieses Auto in Serie.\\\' Genau das tun wir jetzt\", erzählt Daimler-Chef Dr. Dieter Zetsche.

Neuer Diesel im Herbst

Gesagt, getan. Das Konzept des viertürigen Kompaktklassen-Coupés ist das Gleiche, wie bei beim deutlich größeren CLS: Vier Türen, ein abfallendes Dach vermitteln äußerlich eine Sportlichkeit, die die Motoren aber nur teilweise erfüllen: Los geht es mit 122 PS und bei 211 PS - soviel bringt auch jeder GTI auf die Straße - ist vorläufig die Spitze der Antriebs-Fahnenstange erreicht.

Da dürfte Haustuner AMG, der schon einen 350-PS-A-Klassen-Dampfhammer entwickelt hat- mittelfristig noch eine Schippe drauflegen. Schließlich gibt es den CLA auf Wunsch auch mit Allradantrieb. Der wäre nötig, um die Kraft auf die Straße zu bringen. Die rasante Optik ist aber kein ganz leeres Versprechen: Mit einem cW-Wert von 0,23 ist das Coupé laut Mercedes-Benz in seiner Klasse ganz vorne dabei. Das wirkt sich auf den Verbrauch aus, der bei den Benzinern zwischen 5,31 (126 g CO2/km) und rund sechs Litern (142 g CO2/km) betragen soll. Der Spitzenreiter in dieser Kategorie ist der der 170-PS-Diesel mit 107 g CO2/km (etwa vier Liter). Doch der wird im Herbst sicher vom 136-PS-Selbstzünder abgelöst.

Bekanntes Interieur

Zu dieser Öko-Bilanz trägt auch das Doppelkupplungsgetriebe bei. Wer lieber selbst Hand anlegt, greift zur manuellen Sechsgang-Schaltung. Wer dem sportlichen Auftritt im Tiefflug genießen will, greift zum Sportfahrwerk. Dank der unterschiedlichen Tieferlegung von zwei Zentimeter vorne und 1,5 Zentimeter hinten mutiert der der CLA zum umgedrehten Schwabenkeil.

Beim Exterieur-Design gab sich die Truppe um Designchef Gordon Wagener Mühe, dem Coupé noch etwas optische Dynamik einzuhauchen. Mit drei Kanten, die sich quer über die Flanke des 4,63 Meter langen Automobils spannen, gelingt das auch. Der Kühlergrill mit den vielen glitzernden Punkten statt Lamellen soll dem Coupé auch frontal eine besondere Note verleihen. Das Interieur mit dem Ipad-ähnlichen Display stammt aus der A-Klasse. Lediglich die Applikationen und Lüftungsdüsen sind silbern beschichtet.

Bei den Assistenzsystemen gibt es das volle Arsenal aus der A-Klasse. Der Kollisionswarner greift jetzt schon bei sieben Stundenkilometern ein. Im Vergleich zur A-Klasse 180, die für 23.978,50 Euro zu haben ist, lässt sich Mercedes den Nobel-Kompakten teuer bezahlen: Unter 28.977 Euro für den CLA 180 geht gar nichts. Ab April steht der CLA beim Händler. Dann muss sich auch zeigen, ob sich viele der potenziellen C-Klasse-Kunden vielleicht auch für einen CLA begeistern können. Das wäre wohl kaum im Sinne der Daimler-Verantwortlichen.