Mit neuen Waffen

Ford sagt mit dem neuen Mondeo dem VW-Passat den Kampf an. Dafür rüsten die Amerikaner ihr Mittelklasse Schlachtschiff mit allerlei Technik aus. Neu ist der vor allem der Gurt-Airbag. Außerdem gibt es erstmals einen Hybrid und eine Allrad-Variante. Die Sparfetischisten freuen sich über den bekannten Dreizylinder-Ein-Liter-Motor.

Momentan ist die Zeit der statischen Präsentationen. Unlängst stellte Volkswagen sein Brot-und-Butter-Auto den Golf in der Neuen Nationalgalerie in Berlin vor. Jetzt zieht Ford mit dem Mondeo nach. Der Rahmen, der Ziggo Dome, eine Konzerthalle direkt neben der Amsterdam-Arena, war allerdings nicht ganz so pompös. Immerhin gab sich Ford-Chef Alan Mullaly die Ehre und verstömte gleich Zuversicht: \"Vor wenigen Jahren haben wir überlebt und jetzt wachsen wir\", erklärte der Konzernlenker den 2500 Anwesenden.

Erstmals Allrad und Hybrid

Das Wachstum soll in allen Segmenten stattfinden. Und in Deutschland ist der Ford Mondeo, der Ende 2013 erscheint, eine wichtige Sperrspitze. Für die Attacke auf den VW-Platzhirsch Passat, der in Deutschland rund fünfmal so häufig verkauft wird, wie der Mondeo, der 2011 22.500 Abnehmer fand, haben die Ford-Strategen einiges in das Auto gepackt. So wird eine starke Diesel- Version erstmals mit einem Allradantrieb ausgestattet. Der Allradantrieb verspricht den Fahrdynamik-Fans mehr Traktion und freut auch die Kunden, die im Winter mit Schnee und Eis zu kämpfen haben.

Die Spirtsparmeister freuen sich übe den bekannten Eco-Boost-Dreizylinder- Motor mit einem Liter Hubraum und 125 PS und einem Drehmoment von 180 Newtonmeter (Overboost: 200 Nm), der in der Mittelklasse-Limousine debütiert. Wem das nicht genug ist, bekommt eine Hybrid-Variante mit einem 2.0-Liter-Benziner und einem 35 kW (48 PS) starken Elektromotor. Nimmt man das amerikanische Schwestermodell Fusion als Maßstab, soll der Hybrid 5,3 Liter auf 100 Kilometer verbrauchen und rein elektrisch bis 100 Stundenkilometer schnell sein. Gespeist wird der Stromer von einer Lithium- Ionen-Batterie.

Angriffslustige Attitüde

Macht man alle Kreuzchen auf der Aufpreisliste mutiert der Mondeo zu einer Infotainment-Zentrale, die sich vor Oberklassemodellen nicht zu verstecken braucht: ein Acht-Zoll-Touchscreen, zwei USB-Anschlüsse, einer für die SD- Card und ein Audio-Video-Eingang sind dann ebenso an Bord, wie ein WLAN- Hotspot. Eine Sprachsteuerung soll die Bedienung erleichtern. Unterhalb des großen Bildschirms, rings um den großen Drehknopf sind Knöpfe angeordnet, die sich nur anhand einer leichten Erhebung identifizieren lassen. Für gute Sicht sorgen die - vermutlich optionalen- Voll-LED-Scheinwerfer mit adaptiven Kurvenlicht. Kracht es dennoch einmal, gibt es erstmals in einem europäischen Auto auf den Rücksitzen einen Gurt-Airbag. Der Luftsack entfaltet sich innerhalb von 40 Millisekunden und umschmiegt den Rumpf und die Schultern und minimiert das Verletzungsrisiko.

Die vierte Mondeo-Generation strahlt eine angriffslustige Attitüde aus. Der Kühlergrill verströmt einen Hauch Aston Martin und scharfe Kanten überziehen das Auto. Vorne auf der Motorhaube laufen die Falze zu den schmal blitzenden LED-garnierten Scheinwerfern. Aus deren Augenwinkeln ein weiterer deutlich erkennbarer Falz zieht sich durch die Türgriffe quer entlang der Karosserie nach hinten zum Heck. Das ähnelt dem bisherigen und identifiziert auch den neuen Mondeo sofort als solchen.