Neustart

Der Honda CR-V ist einer der Segmentbegründer der Mittelklasse-SUV. In den letzten Jahren ist der Japaner mächtig ins Hintertreffen geraten. Ein neues Modell soll an alte Erfolge anknüpfen. Doch Optik und Technik der vierten Generation bieten wenig Neues.

Keine einfache Situation für die Honda-Verantwortlichen. Zusammen mit dem Toyota RAV4 gilt der Honda CR-V als Ursprungsmodell der beliebten Mittelklasse-SUV. Mitte der 90er Jahre als Tiguan, X1 und Qashqai allenfalls noch automobile Hirngespinste waren, startete der Honda zu einer Erfolgstour um die Welt und machte den CR-V mit insgesamt mehr als fünf Millionen verkauften Modellen zu einem der bestverkauften SUV überhaupt. Doch Honda sonnte sich lange im leichten Erfolg, unterschätzte die internationale Konkurrenz und bekommt seit Jahren insbesondere in Europa kaum mehr ein Rad auf den Boden. Hier greifen VW Tiguan, BMW X1, Nissan Qashqai oder Kia Sportage die Verkäufe ab, von denen der CR-V einst deutlich mehr auf sich vereinigen konnte.

Sparsamer Allradantrieb

Auch bei der vierten CR-V-Generation wagt Honda einmal mehr wenig und lässt den neuen CR-V mehr als eine gründliche Modellpflege, denn als ein komplett neues Modell erscheinen. Das könnte zu wenig sein, denn auch bei anderen ehemaligen Erfolgsmodellen fährt Honda der Konkurrenz mittlerweile nur noch hinterher. Nennenswerte Unterschiede zum bisherigen Honda CR-V sind die neu gestaltete Front mit robusten Modulen für Grill, Scheinwerfer und Schürze sowie die akzentuierten Radhäuser. Gerade ab der B-Säule und am Heck mutet der 4,57 Meter lange CR-V jedoch eher wie ein Van, denn wie ein sportlicher SUV, an. Der neue Crossover ist bei nahezu identischer Länge drei Zentimeter flacher als bisher. \"Wir haben ein perfektes Verhältnis zwischen der Effizienz eines Pkw und der Funktionalität und Sicherheit eines SUV erreicht\", sagt Honda-Entwicklungsleiter Ryouji Nakagawa.

Eine Schwachstelle des bisherigen Honda CR-V war sein wenig überzeugender Allradantrieb. Nur mit Verzögerung brachte der Japaner im Bedarfsfall bis zu 35 Prozent der Motorleistung an die Hinterachse. Auch beim neuen Allradsystem stehen Traktion und Fahrdynamik im Hintergrund. Im Gegensatz zum bisherigen hydraulischen System soll der neue Allradantrieb durch eine elektrische Kupplung 17 Prozent leichter sein. Zudem wurde die innere Reibung um fast 60 Prozent reduziert. Gut für den Kraftstoffverbrauch; doch in Sachen Vortrieb und Dynamik dürfte sich daher kaum etwas verbessert haben.

Start im November

Auch bei den Motoren des Honda CR-V gibt es wenig Innovatives. Die beiden Triebwerke, ein zwei Liter großer Benziner und ein 2,2 Liter großer Commonrail-Diesel, wurden nur leicht modifiziert. Maximalleistung und Drehmoment des Dieselmotors liegen weiterhin bei 110 kW / 150 PS und 350 Nm. Der Verbrauch sank um zwölf Prozent auf 5,6 Liter Diesel. Neben dem serienmäßigen Sechsgang-Schaltgetriebe ist der CR-V nach wie vor mit einer betagten Fünfgang-Automatik zu bekommen. Mit ihr soll er allerdings stattliche 7,4 Liter Diesel verbrauchen. Auch beim Benziner warten die CR-V-Anhänger weiterhin vergeblich auf eine Leistungsspritze durch einen Turbolader oder ein komplett neu entwickeltes Triebwerk. Der 2.0 Liter i-VTEC Motors bietet statt 110 kW / 150 PS eine schmale Leistungssteigerung auf 114 kW / 155 PS und 192 Nm Drehmoment. Auch der Verbrauch reduzierte sich bei Schalter und Automatik nur knapp auf rund 7,5 Liter Super. Immerhin gibt es nunmehr eine Start-Stopp-Automatik.

Im Innenraum präsentiert sich der neue Honda etwas geräumiger als sein Vorgänger. Das Laderaumvolumen liegt zwischen 589 bis 1.669 Liter - das sind Kombidimensionen. Mit einem Handgriff fällt die Rückbank geteilt nach vorn und bietet eine ebene Ladefläche. Wenig nachgelegt wurde auch bei den Assistenzsystemen. So ist der Honda CR-V des Modelljahres 2013 unter anderem mit Spurhalteassistent, Abstandstempomat und Kollisionswarnsystem zu bekommen. Der neue, in Großbritannien gefertigte Honda CR-V, wahlweise als Fronttriebler oder Allradler, kommt Anfang November in den deutschen Handel. Die Preise liegen auf dem Niveau des Vorgängers und starten somit bei rund 27.000 Euro.